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Buch-Tipp: Ein dreckiger Sack

Internationales Krimiflair im Saarland

Das erste Buch von Christian Bauer – „Ein nackter Arsch“ – war für saarländische Krimifreunde ein Sahnestückchen. Viele Leser wünschten sich eine Fortsetzung der Geschichte um den etwas übergewichtigen Kommissar Simarek, seinen reimenden Assistenten Trulli und seinen Freund Pfarrer Hassdenteufel. Der Wunsch ging nun in Erfüllung. Christian Bauer hat nachgelegt und wird mit seinem zweiten Krimi „Ein dreckiger Sack“ allen Erwartungen gerecht.

Ein russischer Wirtschaftsattaché bricht in einem Café am St. Johanner Markt zusammen. Der Rechtsmediziner findet heraus, dass der Mann wohl nach einer ausgeklügelten Geheimdienstmethode vergiftet wurde. Der Leser fühlt sich an den Plutonium-Mord an dem russischen Ex-Agenten Alexander Ludwinenko in London 2006 erinnert. Kein Wunder, dass auch die Ermittlungen Kommissar Simarek schnell in internationale Verwicklungen, illegale Drogengeschäfte und in Kontakt mit dem Bundesnachrichtendienst führen. Selbstverständlich wird auch wieder in Frankreich nach dem Mörder gefahndet.

Wie schon in Christian Bauers Erstlingswerk erkennt der Leser viele Orte des Geschehens wieder. Steht „Tante Olga“ auf dem St. Johanner Markt eventuell für „Tante Maja“? Der Autor gewährt dankenswerterweise dem Leser viele Einblicke in das private Umfeld der Akteure. Kommissar Simarek und seine Kollegen werden damit zu lebendigen, handfesten Figuren mit eigenem Leben.

Ob sein zweiter Krimi für ähnlich viel Furore sorgen wird, wie der Rauswurf des SR-Tatort-Ermittlerduos Kappel und Deininger durch ihn als SR-Tatort-Redakteur, sei dahin gestellt. Christian Bauer beweist jedenfalls mit seiner neuen Geschichte um Kommissar Simarek, dass er gute Krimis schreiben kann, die in sich stimmig, humorvoll und spannend bis zur letzten Buchseite sind. Die Charaktere sind differenziert, sympathisch und wecken Interesse auf mehr. Der dritte Fall von Kommissar Simarek wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

Monika Jungfleisch

Christian Bauer: Ein dreckiger Sack. Gollenstein Verlag. 190 Seiten. ISBN 978-3-938823-94-1. Preis 14,90 Euro.

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