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Fußball ABC E

Fußball-ABC: E wie Elversberg

Eckball: Bezeichnung für den Versuch, aus ungünstiger Position auf das Tor zu schießen. Unverständlich ist daher die Freude eines Spielers darüber, wenn es ihm gelingt, einen „Eckball herauszuholen“, denn die Chance, ein Tor zu erzielen, ist von jeder anderen Stelle des Platzes größer. Obwohl eine alte Fußball-Weisheit besagt, ein Eckball sei ein halbes Tor, ist es unzulässig, nach Spielende die Anzahl der Eckbälle durch zwei zu dividieren und das Ergebnis der Tor-Ausbeute zuzuschlagen. Dies würde eine unzulässige Verlagerung des Spiels von den unteren in die oberen Extremitäten bedeuten.

Edelreservist: Ein Spieler, bei dem Ruf und Gehalt besser sind als sein aktuell abrufbares sportliches Können. Er ist das große Vorbild aller Ersatzspieler, da er unter Beweis stellt, dass auch Nichtstun sehr lukrativ sein kann.

Effet: Von Effet spricht der frankophile Fachmann, wenn ein Fußballer den Ball nicht richtig trifft, dieser aber auf verschlungenen Pfaden doch einen Mitspieler erreicht oder gar im Tor landet.

Ehre: heute nicht mehr bekanntes Motiv fürs Fußballspielen.

Ehrenspielführer: Alt-Nationalspieler, der zu Lebzeiten aus Sport- und Werbesendungen einfach nicht mehr rauszukriegen ist.

Ehrentribüne: Bereich im Fußballstadion, in dem sich prominente „Zuschauer“ erholen können, die von den Strapazen im VIP-Raum beim Anstehen am kalten Buffet total erschöpft sind. Da es vor allem in älteren Stadien auf der Ehrentribüne oft laut, kalt und zugig ist, halten es die Ehrengäste dort selten volle 90 Minuten aus. Sie suchen daher meist den Schutz des VIP-Raumes, wo ihr mangelnder Fußballverstand auch weniger auffällt und sie mit ihrem Wissen über den neuesten Barolo-Jahrgang glänzen können. Ob sich die Ehrentribüne von ihren Benutzern geehrt fühlt, oder ob es eher umgekehrt ist, muss der Einzelfall zeigen. Fest steht jedoch, dass auf der Ehrentribüne nicht nur Ehrenmänner sitzen. Nein, gelegentlich findet man dort auch Ehrenfrauen!

Ehrengäste: Fußball-Zuschauer, die fürs Fußballspiel nichts bezahlen, vom Fußball nichts wissen und vom Spiel nichts mitbekommen. Deshalb macht es auch meist nichts, wenn sie nicht da sind.

Eigengewächs: Spieler, der beim Heimatverein so lange unterbezahlt wird, bis er dann bei einem anderen Club richtig Karriere und „Knete“ machen darf.

Eigentor: Ein Schuss, der nach hinten losgeht. Solche Tollpatschigkeit hat ihren Preis und kostet einen oder drei Verlustpunkte oder gar vorab 20.000 Euro bar auf die Hand des „Unglücksraben“.

Eigenwille: Charaktereigenschaft von Fußballern, die es wagen, entgegen der Trainer-Anweisungen das Richtige zu tun. Trainer reden hinterher dann begeistert von der „hundertprozentigen Umsetzung ihrer taktischen Maßnahmen“ und belohnen den Eigenwilligen beim nächsten Spiel mit einer kreativen Pause auf der Ersatzbank.

Eintracht: Name von Fußballclubs, bei denen es besonders häufig zu Querelen kommt.

Einwechseln: Das Ersetzen eines auf dem Spielfeld aktiven Spielers durch einen weniger guten. Die beiden wechselnden Kicker geben sich dabei die Hand, obwohl sie sich lieber an die Gurgel gehen würden. Wenn sie sich sogar theatralisch umarmen, sollte darauf geachtet werden, ob nicht einer einen spitzen Gegenstand in der Hand hält.

Einwurf: Beim Einwurf dürfen Fußballer ausnahmsweise mal selbst Hand anlegen, allerdings nur an den Ball. Das Handanlegen an den Gegenspieler muss dagegen eher als „Eingriff“ bezeichnet werden.

Einvernehmen, beiderseitiges: Bezeichnung für ein schweres Zerwürfnis zwischen Verein und Trainer.

Elfmeter: Schuss vom sogenannten „ominösen Punkt“ (weil an dieser Stelle so manchem Verein schon so mancher ominöse Punkt geschenkt wurde). Der Elfmeter dient der Bestrafung von Spielern, die sich bei ihren rüden Attacken nicht an die dafür vorgesehenen Rasenflächen halten. Weiter dient er zur Belohnung gelungener „Schwalben“ und zur sportlichen Ertüchtigung von Sportfotografen, die bei jedem Elfmeterpfiff hinter das entsprechende Tor sprinten müssen. Aus Rücksicht auf ihre Kondition und das Gewicht der Fotoausrüstung wird die Anzahl der Elfmeter pro Spiel möglichst gering gehalten.

Elversberg, SV: Kleiner Saar-Verein, der den großen Drei jüngst mächtig Konkurrenz gemacht hat. Wer Frank und frei behauptet, die SVE sei ein Holzer-Club, muss damit gar nicht unbedingt die Spielkultur an der „Kaiserlinde“ kritisieren wollen. Dass die Elversberger ihren Erfolg nicht zuletzt auch der Pharma-Industrie verdanken, ist ein offenes Geheimnis, auch wenn bisher sämtliche Dopingtests negativ ausgefallen sind.

EM: Mehrtägiges Spektakel, bei dem die beste europäische Mannschaft ermittelt werden soll. Der Sieger darf dann vier Jahre lang den Beweis schuldig bleiben, dass er seinen Titel verdient gewonnen hat.

Entblößen: Damit bezeichnet man ein zu vermeidendes Verhalten auf dem Spielfeld. Entblößen können Fußballer die Abwehr oder das eigene Hinterteil. In beiden Fällen folgt die Strafe auf dem Fuß, vielleicht sogar auch mit dem Fuß.

Ersatzbank: Sitzgelegenheit für Fußballer mit einer eigenen Meinung und einem desinteressierten Financier. Die alte Fußball-Weisheit, dass die Mannschaft Meister wird, die über die bestbesetzte Ersatzbank verfügt, verleitet oft Trainer dazu, immer die schlechteren Spieler auf den Platz zu schicken und die besten um sich herum am Spielfeldrand zu versammeln.

Etat: Der Etat kommt im Fußball nur in überzogener Form vor. Wenn sich bei einem Club Einnahmen und Ausgaben decken, muss es sich um einen Amateurverein handeln, der eine konservative Vereinsführung besitzt, und dem am Klassenerhalt nichts liegt.

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