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08 Freizeit Zürich 1

Ein perfektes Wochenende

Einmal Zürich und zurück – das klingt nach Schwarzgeld und Steuerflucht. Zürich ist aber eine wunderschöne Stadt, die ein perfektes Wochenende bieten kann. 31 Stunden in der Schweizer Stadt: das Protokoll eines wirklich gelungenen Ausflugs.

 10 Uhr
Vom Hauptbahnhof aus geht es zum Bummeln in die Bahnhofstraße. Die Zürcher „Rue“ zählt zu den teuersten Einkaufsmeilen der Welt. Nur auf den Pariser Champs Elysées und der 5th Avenue in New York sind die Ladenmieten noch höher. Je weiter man vom Bahnhof in Richtung See schlendert, umso exquisiter werden die Geschäfte: In den Boutiquen am Ende kaufen nur noch die Superreichen Uhren, Schmuck und Kleider. Schönes aus der Schweiz gibt’s am Ende der Straße im „Heimatwerk“.
Züge nach Zürich mehrmals täglich ab Saarbrücken, Fahrzeit inklusive Umsteigen rund fünf Stunden, www.bahn.de
Heimatwerk, Bahnhofstraße 2, Kreis 1, Zürich. Weitere Filiale in der Uraniastraße 1. Telefon 0041-442210837, www.heimatwerk.ch

In Zürich trifft Historie auf Moderne. Deutlich wird das architektonisch in der Markthalle am Viadukt.

 
11 Uhr
Mitten auf der Bahnhofstraße fließt in der öffentlich zugänglichen Pralinenwerkstatt des Chocolatiers Läderach die Schokolade aus dem Wasserhahn. Dort dürfen die Passanten auch dabei zusehen, wie aus Kuvertüre, Sahne, Nüssen und Mandeln täglich Hunderte Pralinen, Trüffel und Schokoladen entstehen, darunter auch so exotische Sorten wie „Rosa Pfeffer-Erdbeer“, „Brombeer“ oder „Chili-Limette“.
Läderach im Merkur, Bahnhofstraße 106, Kreis 1, Telefon 0041-442115372, www.laederach.ch
 
12 Uhr
Die Zürcher essen früh zu Mittag. Zum Beispiel im Hiltl, dem ältesten vegetarischen Restaurant Europas. Eröffnet wurde es im Jahr 1898 als „Vegetarierheim und Abstinenz-Café“. Heute liegt das Hiltl voll im Trend: Zu allen Tageszeiten stürmen die Gäste das kalt-warme Büffet, das Herzstück des Restaurants. Bei den mehr als 100 frisch zubereiteten vegetarischen Gerichten findet sich sogar ein rein vegetarisches Cordon Bleu. Bezahlt wird das Essen an der Kasse nach Gewicht.
Hiltl, Sihlstraße 28, Kreis 1, Telefon 0041-442277007, www.hiltl.ch

 13.30 Uhr
Auf dem Züri-See glitzern die Sonnenstrahlen, die Wellen plätschern gegen das Ufer. Im Frühling und im Sommer herrschen meistens beste Bedingungen für eine Bootsfahrt über den See.
Die Schiffe legen alle halbe Stunde am Bürkliplatz ab. www.zsg.ch

 15.30 Uhr
Die Limmatschiffe halten auch vor dem Landesmuseum. Das sieht aus wie ein Märchenschloss, erzählt wird dort die „Geschichte der Schweiz“ mit all ihren Kuriositäten. Der Park hinter dem Museum gehört zu den schönsten der Stadt.
Landesmuseum, Museumstrasse 2,
Kreis 1, Telefon 0041-442186511.
www.landesmuseum.ch

 17 Uhr
Wenn’s warm ist: Füße ausstrecken im Fluss. Die Zürcher sind stolz auf ihre zahlreichen Flussbäder. Die Einheimischen hopsen gerne in der Mittagspause oder nach Dienstschluss im Flussbad „Oberer Letten“ in die Limmat und lassen sich dann bis zu 400 Meter weit durch den Kanal treiben.
Flussbad Oberer Letten, Lettensteg 10, Telefon 0041-443629200.

390.000 Menschen leben in Zürich, der größten Stadt der Schweiz, die Hauptort des gleichnamigen Kantons ist.

 
18.30 Uhr
In Züri-West, dem ehemaligen Industrieviertel von Zürich, wächst seit einigen Jahren ein neuer, trendiger Stadtteil heran. Unter den Arkaden der Bahnlinie haben sich bereits schicke Geschäfte eingenistet, kürzlich hat dort die „Markthalle im Viadukt“ eröffnet, wo man vorzüglichen Schweizer Käse kaufen kann. Bei „Tritt“ gibt es über 100 Sorten, darunter viele Bergkäse aus Rohmilch. Danach durch die Industrieruinen bummeln und schauen, wie aus Altem Neues wird.
Markthalle im Viadukt, Limmatstraße 231, Kreis 5, www.im-viadukt.ch

 19.30 Uhr
Hunger kommt auf, aber in Züri-West gibt es zum Glück nicht nur Industrie, sondern auch Restaurants. In „Les Halles“ ist es laut, chaotisch und urgemütlich. Zu Essen gibt’s Muscheln mit Pommes frites, ganz französisch. Schicker (und teurer) ist die „Gnüsserei“, ein sehr modernes Restaurant im Herzen einer alten Stahlgießerei. Hier werden exzellente Fleisch- und Fischgerichte serviert.
Les Halles, Pfingstweidstraße 6,
Kreis 5, Telefon 0041-442731125, www.les-halles.ch
Gnüsserei, Gießereistraße 18,
Kreis 5, Telefon 0041-4400001,
www.gnuesserei.ch

 22.30 Uhr
Zurück ins Zentrum auf einen letzten Drink mit Aussicht. Die Bar in der Urania-Sternwarte ist der perfekte Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Hoch über den Dächern schaut man auf die hell erleuchtete Stadt. Wer es lieber bodenständig mag, geht in die „Barfußbar“. Tagsüber ist das eine „Frauenbadi“, also eine Fluss-Badeanstalt nur für Frauen. Abends verwandelt sie sich in eine Bar – dann haben auch Männer Zutritt. Nur die Schuhe müssen sie (wie alle) ausziehen. Die Getränke holt man sich ganz rustikal am Kiosk.
Jules Verne Panorama-Bar,
Uraniastraße 9, Eingang durch die Brasserie Lipp, Kreis 1, Telefon 0041-438886666, www.jules-vernes.ch
Barfußbar, Am Stadthausquai 12, Kreis 1, Telefon 0041-442513331. Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 20 bis 24 Uhr geöffnet, Donnerstag freier Eintritt,
www.barfussbar.ch

Männer dürfen erst abends in die Barfußbar im Frauenbad am Limmatufer. Die Schuhe müssen alle Gäste ausziehen.

 0 Uhr
Schlafenszeit. Hotels in Zürich sind sehr teuer. Wer bereit ist, den Preis für ein Bett in der Altstadt zu bezahlen, wohnt im „Rütli“ sehr zentrumsnah (unbedingt nach einem ruhigen Zimmer fragen). Günstiger ist das „Gasthaus zum Guten Glück“. Die Zimmer in dieser Pension sind einfach (Bad und Toilette am Gang), aber sauber. Und im Gasthaus gibt’s prima Pfannkuchen.
Hotel Rütli, Zähringerstraße 43, Telefon 0041-442545800. Doppelzimmer mit Frühstück ab 163 Euro, www.rutli.ch
Gasthaus zum Guten Glück, Stationsstraße 7, Kreis 3, Telefon 0041-435407299, Doppelzimmer ab 65 Euro,
www.zumgutenglueck.ch
 
9 Uhr
Wandern ist angesagt. Der Ütliberg ist der Zürcher Hausberg – erreichbar mit der S-Bahn-Linie 10 (ab Hauptbahnhof). An der Endstation der Bahn geht’s erst mal noch ein Stück aufwärts zum Aussichtsturm. Von dort hat man einen fantastischen Blick über Stadt und See bis hin zu den Alpen. Dann wandert man über den „Planetenweg“ bis zur Felsenegg-Seilbahn (Dauer etwa zwei Stunden). Unterwegs ist die kleine Teehütte „Fallatsch“ ausgeschildert, die vom Schweizer Alpenclub bewirtschaftet wird. Neben Tee gibt’s hier auch leckere Kuchen und „Chäsbrote“ (am Wochenende und bei schönem Wetter geöffnet). Die Felsenegg-Seilbahn gondelt einen dann wieder hinab nach Adliswill, von dort geht es mit der S-Bahn zurück in die Stadt.

 12.30 Uhr
Zeit für ein zünftiges Zürcher Geschnetzeltes: Im „Zunfthaus zur Waage“ bekommt man es klassisch mit Kalbsfleisch und Nierchen (man kann aber auch „ohne“ bestellen), dazu ein goldbraunes Butterrösti. Wer dann noch Platz hat: Zum Dessert „Schoggimousse“ bestellen.
Zunfthaus zur Waag, Münsterhof 8, Kreis 1, Telefon 0041-442169966,
www.zunfthaus-zur-waag.ch

Das Landesmuseum in Zürich zeigt die Geschichte der Schweiz – mit all ihren Kuriositäten.

 14.30 Uhr
Jetzt noch mal so richtig entspannen. Das neue Thermalbad Zürich liegt in den Gebäuden einer ehemaligen Brauerei. Die Architektur wurde beim Umbau weitgehend beibehalten. Man treibt also in riesigen Holzbottichen durchs Wasser oder schwitzt im Kräuter-Dampfbad – immer mit Blick auf die originalen Ziegelsteinwände. Der Clou ist aber das Freiluftbecken auf dem Dach, von dem aus man einen letzten Blick über die Stadt mitnehmen kann
Thermalbad Zürich, Brandschenkestraße 150, Kreis 2, Telefon 0041-442059650, www.thermalbad-zuerich.ch

 17 Uhr
Nun heißt es bereits Abschied nehmen. Den kann man sich aber mit einem Besuch in der Konditorei Sprüngli versüßen. Das Café am Paradeplatz ist zwar ein bisschen altmodisch, aber die Kuchen und Torten dort sind top. Unbedingt probieren: Himbeertörtchen und die heiße Trinkschokolade. Fantastisch sind auch die „Luxemburgerli“, kleine bunte Makronen, mit einer zarten Buttercreme gefüllt. Eins reicht nie aus, deshalb lieber gleich eine ganze Schachtel kaufen – auch ein tolles Mitbringsel.
Confiserie Sprüngli, Bahnhofstraße 21, Am Paradeplatz, Kreis 1. Weitere Filialen in der Stadt und am Flughafen. www.spruengli.ch

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