FORUM

Das Wochenmagazin

28Lebensart Genussregion 1

Genuss-Region ohne Fast Food

Gerade wegen der Grenzlage müssen saarländische Gastronomen besonders auftrumpfen, um Erfolg zu haben. Die Konkurrenz ist groß und belebt die kulinarische Region wie kaum sonst in Deutschland. Das Saarland hat mehr zu bieten als Lyoner. Und Fast Food ist ganz sicher nicht Teil der Genuss-Region. Ein Appell.

Vor Kurzem dachte ich, ich falle vom Stuhl! Es gab politischen Streit, um Ausgaben, die das Wirtschaftsministerium tätigte. Es ging um lächerliche 385.000 Euro, nicht groß erwähnenswert, wenn man sich anschaut, was sonst so einfach mal falsch geplant und dann bezahlt wird. So wurden nach den Feststellungen der Prüfer vom Rechnungshof als „Maßnahmen zur Konjunkturbelebung” drei Fast-Food-Restaurants in den Kreisen St. Wendel und Saarlouis mit mehr als 385.000 Euro aus der Staatskasse unterstützt. Ich kannte die genauen Hintergründe nicht, ich ging mal davon aus, dass das Ministerium Unternehmen sichern wollte, damit sie überleben. Eine Maßnahme, um Menschen vor Arbeitslosigkeit zu schützen und dem Unternehmer unter die Arme zu greifen, sein Geschäft vor dem Aus zu bewahren. Dann las ich, die Rede ist von zwei Weltkonzernen, die mit Hamburgern Milliardenumsätze machen.

Dazu kam die für mich absurde und unentschuldbare Aussage des zuständigen Ministeriums. Es rechtfertigt diese Ausgaben im Namen des Steuerzahlers gegenüber dem Rechnungshof mit dem Hinweis, Fast-Food-Restaurants seien in der „Genuss-Region Saarland” ebenso Bestandteile des kulinarischen Angebotes wie die Sterne-Gastronomie.

Die saarländische Regierung muss Zuschüsse für eine Burgerkette in Saarlouis rechtfertigen.

Ich merkte innerlich, wie ich zu Gernot Hassknecht von der „ZDF Heute-Show” mutierte. Wut kam in mir hoch, wie ein nicht mehr zu stoppender Wasserfall! Ich stellte mir diesen Ministerialbeamten, der diese Aussage formuliert haben musste, folgendermaßen vor: ausgestattet mit Sonderregelungen, 13. Monatsgehalt, zehn Wochen Urlaub, Zuschlägen für Nachtarbeit und Wochenenddienste und dennoch gehört der tägliche Besuch in irgendeiner überflüssigen Kantine zu seinem Tagesablauf, da er sicher zu geizig ist, ein paar Euro für ein vernünftiges Essen auszugeben! Ich stellte mir vor, dass er dies auch in meinem Namen sagt, dieser Vollpfosten, dieses durch falsche Kost nicht mehr richtig funktionierende Gehirn! Dafür muss er keine Verantwortung übernehmen.

Aber ich möchte, nein ich muss es an dieser Stelle klarstellen: Nein, mein Herr, Fast-Food-Restaurants gehören nicht zum Angebot der „ Genuss-Region-Saarland”! Im Regioguide 2012 habe ich, gemeinsam mit der Tourismuszentrale Saar, einige Sonderseiten erstellt, um den Gästen unserer Region die kulinarische Einmaligkeit dieses Bundeslandes aufzuzeigen. Da geht es im Biosphärenreservat Bliesgau um Bärlauchwanderungen, um die Bliesgau-Lammwochen, um die Bettsächer-Tage im Naturpark Saar-Hunsrück, um die Hochwälder Wildwoche, um die kulinarischen Wochen an der Viezstraße. Es geht um die Saarvoirvivre-Freundschaftskiste, eine kulinarische Freundschaftsverständigung mit unseren lothringischen und luxemburgischen Nachbarn. Es geht um landwirtschaftliche Betriebe, Genuss-Veredler, wie Ölmühlen oder Marmeladenhersteller. Es geht um kleine Käsereien, Bachsaiblinge, einheimische Weine und eine ganz besondere, regionale Küche.

Es geht darum, endlich mal zu formulieren, was es hier alles gibt! Warum diese Region von Feinschmeckern in aller Welt geachtet wird, nur nicht von der saarländischen

Administration! Was solche Schreibtischtäter wie diese Fast-Food-Beamten seit 50 Jahren nicht hinkriegen? Endlich mal aufzutrumpfen mit dem Begriff „Saarland kulinarisch”. Darum geht es.

Haben Sie, sehr geehrter Herr Burger-Unterstützer, überhaupt schon mal zur Kenntnis genommen, dass Drei-Sterne-Koch Klaus Erfort das Hotel Fuchs in Saarbrücken wundervoll hergerichtet hat, um seinen Gästen aus aller Welt, und nicht aus Kleinkleckersdorf, wo Sie anscheinend herkommen, eine tolle Übernachtung im Herzen der Saarbrücker Altstadt zu ermöglichen? Haben Sie zur Kenntnis genommen, dass Victor‘s in Perl weiter in das Ensemble aus Hotel und Drei-Sterne-Restaurant von Christian Bau investiert hat? Der jüngste Aufstieg des Victor’s Residenz-Hotels Schloss Berg in die Kategorie „5 Sterne Superior” ist auch für das Saarland ein wichtiger Meilenstein – so sieht die gesamte Republik, welch hohes Niveau der hiesige Tourismus bietet. Und dass viele andere, die im Bereich Gastronomie und Tourismus tätig sind, sich täglich für den guten kulinarischen Ruf des Saarlandes weit mehr als acht Stunden bemühen? Schade, dass Sie das anscheinend nicht wissen. Dann würden Sie nämlich nicht solchen Unsinn raus- posaunen. Sie haben dem Image dieses Landes extrem geschadet und vielen Menschen, die sich um die kulinarische Einmaligkeit des Saarlandes bemühen, von hinten in die Beine getreten. Sie wissen ja, beim Fußball, was ein solches Foul bedeutet: Platzverweis!

Ich habe es schon des Öfteren, in unterschiedlichen Medien, erklärt: Das Saarland profitierte einmal von seiner (Grenz)Lage: kulinarisch! Das ist nämlich der Unterschied zwischen deutscher und saarländischer Küche: Die Küche hier ist keine andere, exotische Küche, es ist lediglich Kochkunst auf einem höheren Niveau. Hier gab es immer schon die Produkte, die die französische Küche so berühmt gemacht haben. So ist die Schalotte als vornehme Schwester der Zwiebel schon sehr lange hier Zuhause. In anderen Teilen Deutschlands is(s)t man weit weniger anspruchsvoll. Die Saarländer reden immer vom Essen, der Patron eines Bistros erzählt Ihnen gerne und ausführlich, bei welchem Kollegen er vor Kurzem hervorragend gegessen hat. Die saarländische Gastronomie hatte auch keine andere Chance, denn die Konkurrenz in Luxemburg, der Pfalz, Stiring-Wendel, in Phalsbourg, im Bärenthal oder auch auf dem Weg nach Straßburg lädt zum sonntäglichen Essen ein. Deshalb kochen sie hier als ginge es um ihr Leben, und jeder, der die saarländische Küche „bei Muttern” kennengelernt hat, weiß sofort das bessere vom durchschnittlichen Restaurant zu unterscheiden. Das ist dann der Boden, auf dem kulinarische Besonderheiten entstehen.

So gibt es im kleinen Saarland eine unendliche Vielfalt an Rezepten, eine Wein- oder Viezsuppe stammt sicherlich aus der Region um Merzig. Wildgerichte stammen vor allem aus dem Hochwald, vor 100 Jahren waren große Teile des Landes nämlich noch Sumpfgebiete mit zahlreichen Moorteichen. So fand ich in einem alten St. Wendeler Kochbuch: gefüllte Wildente. In Saar und Blies leben viele Fische, nicht nur das Rezept des Saiblings hat im Saarland Tradition. Aber vor allem im Bliesgau. Im Landkreis Saarlouis gibt es nicht nur reichlich Gemüse, dort gibt es bis heute auch die besten Produzenten, und wenn Saarländer Spargel kaufen, stammt er meistens aus Wallerfangen. Aus Neunkirchen stammen besondere Spezialitäten, aus Saarbrücken ebenfalls. Und die saarländischen Klassiker gibt es im ganzen Land, oft mit regionaler Einfärbung. Dieses Land hat, trotz seiner geringen Größe, eine vielfältige und abwechslungsreiche Speisekarte. Wir sind nicht das Land von Lyoner und Schwenkbraten, sondern viel differenzierter!

Mehr als Lyoner und Schwenker

Doch jetzt wollen uns die Volksvertreter klarmachen, dass Plastikburger ein Teil unserer Genussregion sind? Tun Sie mir einen Gefallen: Halten Sie inne – und kehren Sie um. Ich mache Ihnen ein Angebot: Gerne zeige ich Ihnen einmal persönlich, welch großartige, vielfältige Küche hier wirklich beheimatet ist. 

Rolf Klöckner ist Ehrenmitglied des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften. Entscheidend für die Ernennung waren seine langjährigen und erfolgreichen Bemühungen, Kindern das Kochen als grundlegende Kulturtechnik zu vermitteln.

 

  1. Tante Su

    Den Artikel unterschreibe ich voll und ganz. Hinzufügen möchte ich noch, dass das Wort ‘kulinarisch’ im Zusammenhang mit Fast-Food schon als solches ad absurdum geführt wird! Wieder einmal zeigt sich, wieviele Politiker offensichtlich im Plastikeinheitsbrei eines Teils unserer Gesellschaft mitschwimmen, schämt Euch! Gutes Essen bedeutet Genuss, Genuss bedeutet Lebensqualität, Lebensqualität fördert Bildung, Bildung bedeutet Kultur…. einige Menschen haben leider nichts von Alledem!

  2. Peter Hofmann

    Fast Food als Bestandteil der Genussregion Saarland??????

    Förderung von internationalen Burgerbuden durch das Wirtschaftsministerium (FDP) der vorherigen Landesregierung im Saarland!

    Ein Schlag ins Gesicht für jeden Gastronom, der sich bemüht, seinen Gästen frisches, schmackhaftes, vor allem individuelles Essen auf den Tisch zu zaubern.

    Das kulinarische Saarland lebt von seinen Restaurants, den vielfältigen Einflüssen aus aller Welt und den kreativen Gastronomen und Köchen, die jedes Gericht für den Gast zu einem individuellen Ereignis machen.

    Die Genussregion lebt nicht von Fast Food Tempeln (ich verwende bewusst nicht das Wort Restaurant) und von Systemgastronomie, wo jedes vergleichbare Gericht wirklich gleich schmeckt.

    Essen ist weit mehr als nur Nahrungsafnahme. Hier geht es um Lebensart, Stil und Kultur. Das kann man allerdings nicht bei der Aufnahme von Fast Food erleben.

    Übrigens kann ein Burger auch ein kulinarisches Ereignis sein. Aber dabei kommt es aber auf die Kreativität der Köche und die richtigen Zutaten / Beilagen an.

  3. Fräulein Henry

    Die Frage die sich stellt, hat man hier aus kulinarischen oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden? Wenn es eine dieser Subventionen ist die man zinslos einige Jahre später an das Land zurückzahlt dann wollte man wohl auf Nummer sicher gehen dass die Gelder auch wieder zurückfließen. Denn warum sollte man jemanden unterstützen bei dem abzusehen ist dass es keine Zukunft gibt? Ist es hier in der Region nicht auch so dass es viel zu viele Gastronomen gibt die mit Fertigprodukten, ungeschultem Personal und der fehlenden Leidenschaft an den Gast herangehen? Es gibt Ausnahmen die eine gute und ehrliche Küche anbieten und jeden Tag um den Gast kämpfe.n Aber leider auch diejenigen die jeden Tag Tüten aufreißen und meinen man könne mit dem Gast das große einfache Geld machen! Es ist doch völlig egal wer welches Geld vom Staat bekommt, der Gast der gerne wiederkommt ist die sicherste Subvention überhaupt, und wir als Gäste entscheiden was auf den Teller kommt indem wir gerne einen fairen Preis bezahlen! Politik kann man nicht beeinflussen, das kostet Kraft und Nerven, aber den Umsatz eines gut geführten Restaurants mit einer ehrlichen regionalen Küche kann ich mit Genuss so oft man will unterstützen! Also nicht meckern sondern einfach wieder mal gut essen gehen, wenn wir das als Gemeinschaft tun dann sind wir mehr wert als jeder Landeszuschuss!

  4. ressmann günther

    Hallo Herr Klöckner,

    herzlichen Glückwunsch zu dem sagenhaften, zielgenauen und offenen Bericht im Forum vom 06. Juli 2012.
    Sie haben ( nicht nur ) mir aus der Seele gesprochen.
    Es ist unglaublich und an anmaßend wie die Regierung mit saarländischen Steuergeldern umgeht.
    Unsereins investierte vor kurzem über € 160.000 !! in den Restaurantbetrieb und schmarotze aber nicht beim Wirtschaftsminister um Hilfe.
    Bin ja auch kein Milliardenunternehmer.

    Danke für Ihre Offenheit in den Medien.

    Beste Grüße aus Kirkel
    Günther Ressmann

  5. Rüdiger Welker

    Das ist wirklich ein SChlag ins Gesicht jedes guten saarländischen Gastronomes. Eine Fast-Food-Kette als Teil der Genuss-Region Saarland zu bezeichnen ist schon wirklich ein kleines Verbrechen. Was machen denn die wirklich, guten Gastronomen.
    Sie arbeiten Tag und auch Nacht, um den Gästen kulinarisch anspruchvolles zu kredenzen. Sie stecken viel Arbeit und Geld in ihre Lokalitäten, um dem Kunden ein ansprechendes Ambiente zu bieten. Und all das bezahlen sie aus eigener Tasche…
    Und dieser Fast-Food Kette wird das Geld in den Rachen geworfen – das ist wirklich eine Schande.
    Ich kann nur sagen – ARMES SAARLAND !!!

    Viele Grüße
    Rüdiger Welker

    P.S…. und die 160.000€ meines Vorredners Günther Ressmann haben sich wirklich rentiert !!!

  6. Peter Hofmann

    Slow Food statt Fast Food – Gedanken eines Gastonomen und Geniesser

    Als Gastronom musste ich in der letzten Woche verwundert in der Saarbrücker Zeitung lesen, dass drei Fast Food Institutionen im Saarland durch das damalig FDP geführte Wirschaftsministeriuim unterstützt wurden. Am abenteuerlichsten dabei war die Begründung, Fast-Food-Restaurants seien in der „Genuss-Region Saarland” ebenso Bestandteile des kulinarischen Angebotes wie die Sterne-Gastronomie. Dies veranlasste mich die folgenden Zeilen zu verfassen.

    Essen ist deutlich mehr als nur Nahrungsaufnahme. Leider „verkommt“ in unserer schnellen, hektischen Zeit dieser Aspekt des Lebens immer mehr zur Befriedigung eines Grundbedürfnisses.
    Dabei ist Essen viel mehr: Essen ist ebenfalls, sich zurückziehen vom Alltagsstress, etwas in Gemeinschaft erleben, die gestresste Seele baumeln lassen und vieles mehr.
    All dies ist aber nur in einer stressfreien Umgebung und der entsprechenden kulinarischen Begleitung möglich.

    Zu Fast Food zähle ich neben den bekannten Burger Buden all die Nahrungsaufnahmestationen (ich verwende bewusst nicht das Wort Restaurant) auch die System Gastronomie, in denen durch exakt vorgegebene Zutaten, meist in entsprechender Portionierung verpackt, ein Standard Gericht auf den Teller kommt, bei dem Abweichungen in der Zutatenliste, z.B. Gemüse anstatt Salat, aus logistischen und organisatorischen Gründen nicht möglich sind. Individualität und Kreativität sind hier fehl am Platz, es werden keine Köche benötigt, sondern Menschen, die in der Lage sind wie bei Malen nach Zahlen Gerichte nach klar vorgeschrieben Abläufen und mit einzel abrechenbar gestalteten Zutatenlisten, ein Essen mit immer gleichen Qualitätsmerkmalen (Qualität definiert sich aus den Anforderungen, die an ein Essen gestellt werden, die aber hier nicht besonders hoch sind) dem Gast vorzusetzen. Das hat mit Esskultur und Stil wenig bis überhaupt nichts zu tun.

    Slow Food zum Kontrast gegen Fast Food ist für mich das Sitzen mit Familie oder Freunden in einem gemütlichen Restaurant mit angenehmen Ambiente, freundlichen, zuvorkommenden Servicepersonal, einem kreativen Küchenchef und einem Patron, der sich auch die Zeit nimmt um bei seinen Gästen nach dem Rechten zu sehen und auch für einen kleinen Plausch zur Verfügung zu stehen. Slow Food ist auch, manchmal etwas länger auf sein Essen zu warten, da in der Küche alles individuell für den jeweiligen Gast zubereitet wird, Slow Food ist auch die kompetente Auskunft über verwendete Lebensmittel und gerade bei Fleisch auch das Achten auf Herkunft aus artgerechter Haltung. Slow Food ist auch die Begleitung der Speisen durch ausgesuchte Getränke wie entsprechende Weine oder Biere. Hier steht die Seele gleichauf mit dem Körper im Vordergrund. Slow Food bedeutet auch das bewusste Umgehen mit der Nahrung und das zelebrieren der Ergebnisse, die ein guter, kreativer Koch auf den Teller gezaubert hat, Slow Food ist auch wenn sich gleiche Gerichte voneinander in Nuancen unterscheiden, oder gewissen Sonderanforderungen eines Gastes Rechnung getragen wird.

    Mein Appell: Sucht Euch von Zeit zu Zeit ein gutes Restaurant aus und zelebriert Slow Food und unterstützt so die guten und ehrlichen Gastronomen in Eurer Umgebung, gebt dann Trinkgeld, wenn es Euch geschmeckt hat, um meine Küchenchefin zu zitieren: „Trinkgeld macht glücklich!“ Glückliche Angestellte in der Gastronomie sind mit Spaß bei der Sache und der Gast ist der, der dann Nutzen hat und auch zuvorkommend bedient wird.

    Beste Grüße
    Peter Hofmann

  7. Manfred

    Die Förderung der Fast Food Tempel ist doch eine gute Möglichkeit endlich den Saarländern ihren kulinarischen Hochmut abzugewöhnen.
    Endlich wird die deutsche Esskultur auch im Saarland etabliert. Typisch deutsche Gerichte wie Hamburger, Pizza, Döner und Shish Kebab werden endlich auch im Saarland erhältlich sein. Allerhöchste Zeit für ein Land in dem Fleischwurst Lyoner genannt wird, Stückchen Teilchen heißen, Äppler Viez genannt wird und als Krönung der Dekadenz die Grills geschwenkt werden.
    Dann wird es bald vorbei sein damit, dass die Blutwurst Weltmeisterin aus dem Saarland kommt. Damit, dass der weltbeste Pattibrater demnächst womöglich aus Saarlouis kommt kann ich viel besser leben.
    Viele Grüße aus dem schönen Hessen
    Manfred

  8. Elmar Peiffer

    Sehr guter Artikel! Für mich bedeutet es insbesondere einen Anachronismus, wenn das Wirtschaftsministerium, das in seinem Eigenverständnis den saarländischen Tourismus fördern soll, de facto gegen seine eigene Zielsetzung arbeitet. Die saarländische Tourismuszentrale hat sich, Hand in Hand mit dem Wirtschaftsministerium, einen touristischen Masterplan gegeben, der mit an vorderster Stelle die besondere Kulinarik unseres Landes zur Imagebildung nutzen will. Indem man nun mit dickem Geld genau das Gegenteil dieser besonderen Kulinarik, nämlich weltumspannende öde Fastfood-Ketten, förderte, arbeitete man gegen seine ureigenen Zielsetzungen. Das soll eine Mensch vestehen. Verstehen könnte man es eigentlich nur, wenn damit irgendwelche krumme Geschäfte nach dem Motto “eine Hand wäscht die andere” einher gegangen wären. Weiß man eigentlich definitiv, welche Fastfood-Ketten die Nutznießer dieser Subventionen waren?
    Beste Grüße aus der Biosphäre Bliesgau (der Gau mit den “Lammwochen”)
    Elmar Peiffer

  9. Peter Weis

    Mit dem Geld wurde ja nicht nur die Burger-Industrie unterstützt, sondern auch Liquiditätshilfe für einen gastronomischen Betrieb namens Amadeus – beheimatet in der (Europa) Saargalerie – geleistet, der dann doch 4 Wochen später pleite war. Die Burger Filialen existieren wenigstens noch. Alles in Allem ist das doch Wirtschaftsfördreung nach saarländischer Art: Isch känne Ääner, der kännt Ääna… .Versenkt ist die Kohle allemal in der Saar, genau wie beim 4-ten Pavillion oder unserem
    Großprojekt Stadtmitte im Fluß.
    So genug der Polemik. Eigentlich wollte ich dem Rest der Gastronomen nur sagen: Weiter so, ich werde Euch nach Kräften unterstützen.

  10. Rolf Klöckner

    VIELEN DANK für die vielen, vielen Rückmeldungen, auch über Telefon, SMS und auf Facebook. Ich glaube dieses Engagement, bei Restaurateur und beim Gast, wird sich auszahlen. Vielleicht lässt sich das Engagement für das genussvolle und ehrliche Produkt auch im Saarland bei heute noch Ahnungslosen “EINBURGERN”!!!

  11. Hj.

    Wäre ganz interessant mal zu erfahren, wieviel Prozent dieses Betrages als Schmiergeld an die zuständigen Entscheidungsträger im Ministerium geflossen sind. Ist ja in aller Welt bekannt, dass Beamte in der Bananenrepuflick Täuschland und teutsch besetzten Ländern ohne Bestechung nichts machen.

Kommentieren

Sie können folgende HTML-Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>