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08 Kultur Kinotipp 1

Liebe, Psychosen und andere Katastrophen

Manche Menschen werden reifer, andere wiederum nur älter. „Young Adult“ zeigt die verzweifelten Versuche, eine Jugendliebe zurückzugewinnen, die von den Schwierigkeiten der Vergangenheit eingeholt wird – lustig und tragisch zugleich.

Mavis Gary (Charlize Theron) ist eine sehr attraktive, aber auch leicht verkorkste Frau, die unübersehbar den Weg zum Erwachsenwerden verfehlt hat. Auf der Highschool war Mavis noch das beliebteste Mädchen und alle Jungs waren verrückt nach ihr.

Heute ist die Realität eine andere. Sie ist 37 Jahre alt, frisch geschieden, trinkt viel zu viel und lebt auch ansonsten einen ziemlich exzessiven Lebensstil. Sie arbeitet als Ghostwriterin, doch sollen ihre Jugendbücher eingestellt werden.  Eines Tages erhält sie von ihrer großen Jugendliebe Buddy Slade (Patrick Wilson) eine E-Mail. Buddy ist frisch gebackener Vater. Völlig entsetzt fährt Mavis in ihre Heimatstadt nach Minnesota und hat nur eine Mission: Buddy soll sich für sie entscheiden und sich von seinem spießigen Leben verabschieden.

Mavis Gary ist zwar älter, aber keine Spur reifer geworden: Der „Teenie“ in ihr kommt immer wieder durch.

Auf ihrer Reise trifft sie ihren ehemaligen Klassenkameraden Matt (Patton Oswalt). Oswalt ist aus der erfolgreichen US-Serie „King of Queens“ bekannt. Er wird seiner Rolle als unattraktiver Außenseiter gerecht und spielt wahrhaftig eine tragische Figur. Matt war in der Schule ein absoluter Nerd, ein Freak. Er wurde gemobbt und brutal zusammengeschlagen, sodass er heute nicht mehr richtig laufen kann. Ausgerechnet er hört der oberflächlichen und eingebildeten Mavis zu, auch wenn er ihre Pläne für verrückt hält.

www.youngadult-derfilm.de

Bei einem persönlichen Treffen mit Buddy wird klar, dass sich beide sehr unterschiedlich entwickelt haben. Wie im wirklichen Leben werden manche Menschen reifer und andere nur älter. Mavis ist immer noch das Party-Mädchen aus der Highschool, während Buddy ein glücklicher Familienvater ist. Dennoch kann nichts und niemand sie von ihrer fanatischen Idee abbringen.

Ihre verzweifelte Reise, um Buddy zurückzugewinnen, bringt viele Hindernisse und Tücken mit sich. Im Laufe des Films stellt sich immer mehr heraus, dass Mavis ein sehr einsamer Mensch mit psychischen Problemen ist. Es findet eine peinliche Begegnung mit ihren Eltern statt. Sie hat ihnen nicht mitgeteilt, dass sie sich in ihrer Heimatstadt befindet. Schließlich ist sie nur für ihre große Jugendliebe hier.

Buddy lädt Mavis zu der Taufparty seines Babys ein. Unter vier Augen gesteht sie ihm ihre Liebe. Sie ist völlig besessen und merkt nicht, dass Buddy ihre Gefühle nicht erwidert. Mavis soll sein Haus sofort verlassen. Sturzbetrunken bekommt sie einen emotionalen Zusammenbruch auf der Party. Vor allen Gästen rastet sie aus und beichtet ein Geheimnis über sich und Buddy mit der Folge, dass alle Anwesenden fassungslos und geschockt sind.

Völlig paralysiert fährt sie zu Matt. Sie ist aufgelöst und wirkt wie ein Häufchen Elend. Matt hat Mitleid mit ihr. Sie muss feststellen, dass sie alleine ist und keiner sie liebt. Daraufhin antwortet Matt: „Jungs wie ich sind geboren, um Mädchen wie dich zu lieben.“ Matt und Mavis schlafen miteinander. Am nächsten Tag fährt Mavis wieder nach Hause. Sie muss sich eingestehen, dass sie völlig verrückt ist.

Jason Reitmann ist mit seinen 34 Jahren ein junger Regisseur. Er war schon 2007 mit dem Film „Juno“ sehr erfolgreich. „Juno“ brachte ihm sogar eine Oscar-Nominierung ein.
Mit Charlize Theron konnte er eine nicht nur schöne, sondern auch talentierte Schauspielerin für sein neuestes Werk gewinnen. Jahrelang versuchte Theron ihr Schönes-Mädchen-Image abzuwerfen. Mit dem Film „Monster“ gelang es ihr. Sie spielte eine grässliche Serienmörderin. Diese Rolle wurde 2004 mit dem Oscar für die „Beste weibliche Hauptrolle“ ausgezeichnet sowie mit einem Golden Globe in der Kategorie „Beste Schauspielerin“.
Auch mit dem Film „Young Adult“ zeigt Theron wieder eine andere schauspielerische Seite und überzeugt in der Rolle der Mavis Gary. Ein tragischer, dennoch humoristischer und schöner Streifen.

 Janine M. Domnick

 

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