Spannende  Zimmer-Flucht
Spannende Zimmer-Flucht
31. Oktober 2014

Mehrere Menschen sind in einem Raum eingesperrt und haben eine Stunde Zeit, den befreienden Schlüssel zu finden. Nein, kein Actionfilm, sondern „ExitGames“ – ein neues unterhaltsames Spiel. Fünf FORUM-Redakteure haben es in Saarbrücken getestet.

Die Tür fällt zu, wir hören noch, wie der Schlüssel im Schloss gedreht wird. Wir sind eingeschlossen. Unser Blick fällt auf eine Digitaluhr, die am Türgriff hängt. Eine Stunde läuft von nun ab rückwärts. Meine Kollegen und ich haben es gewagt. Wir sind im Rätsel-Raum bei „ExitGames“ in Saarbrücken und nun im Begriff, unser Talent im Raten und Knobeln und vor allem unsere Nervenstärke zu testen. Na, wenn das mal gut geht. Unsere Aufgabe: den Schlüssel finden, mit dem wir wieder aus dem Zimmer rauskommen. Erst einmal ratloses Umherschauen. Der Raum ist größer als erwartet, nett eingerichtet mit Sofa und Couchtisch, verschiedenen Schränken mit Türen und Schubladen, künstlichen Blumen in den Ecken und Bildern an den Wänden. Unsere einzige Info bis jetzt: die Hinweise finden, die uns den Weg zu dem Versteck mit dem rettenden Schlüssel zeigen. Nur: wo anfangen? In den ersten Minuten zeigt sich schon, wer die selbstbewussten Rätsel-Könner sind und wer von uns die unsicheren Zauderer. Während manch einer  noch grübelnd rumsteht, fangen andere schon an, den Raum systematisch abzusuchen. Schließlich sind aber dann alle in Bewegung, man will sich ja nichts nachsagen lassen. Wir wuseln geschäftig hin und her, versuchen, Schränke zu öffnen, zerren hilflos an Vorhängeschlössern und rufen uns dabei unablässig Fragen und Tipps zu. Unser Ehrgeiz ist geweckt. Wäre doch gelacht, wenn wir das hier nicht schaffen! Wir finden uns als Team in kurzer Zeit, arbeiten Hand in Hand, stecken uns gegenseitig mit unserem Suchfieber an und jubeln gemeinsam, wenn wir einen Hinweis entdecken, einen Wegweiser finden oder irgendwo einen Schlüssel rausfischen, der etwas öffnet, in dem weitere Zeichen versteckt sind. Ganz schön knifflig!

Dabei entwickeln wir immer ausgefeiltere Ideen. Es macht uns sichtlich Spaß, so manche Entdeckung ist witzig oder sogar kurios, nicht immer können wir den Sinn gleich erkennen. Wir sind im Entdecker-Fieber, knobeln, rechnen, raten und rätseln wie die Wilden, wollen den Geheimnissen des Raumes unbedingt auf den Grund gehen. Die Zeit läuft, was den Adrenalin-Spiegel deutlich in die Höhe schnellen lässt. Unglaublich, wie schnell die Minuten vergehen. Ein geheimnisvoller Mister X kommt schließlich noch ins Spiel, und dann macht eine Kollegin eine Entdeckung, die uns allen eine echte Überraschung beschert. Neugierig? Einfach mal selbst ausprobieren.

„ExitGames“ heißt der Freizeit-Spaß, der seit Oktober in Güdingen angeboten wird. Nicolas Reckel hat das Spiel  nach Saarbrücken geholt. „Ich habe es in San Francisco gesehen“, erzählt er, „die haben da aber mehr so Event-Escapes gemacht, das heißt, am Wochenende in Gruppen von 50 bis 60 Leuten gespielt.“ In seiner hiesigen Variante kann ein Team aus zwei bis sechs Personen bestehen, ideal sind vier bis fünf.

Die Idee kommt ursprünglich aus Japan, begann dort als Computerspiel und eroberte dann als Live-Spiel den europäischen Markt. „In Stuttgart und München waren vor etwa einem Jahr die ersten ,ExitGames‘“, sagt Reckel. Vor etwa vier Monaten hat der 25-Jährige dann die Idee für das Saarland entwickelt. Den Rätsel-Raum hat er selbst gestaltet. „Ich stelle mir dann die Frage, worauf ich persönlich Wert legen würde. Ob auf das Suchen oder andere Dinge“, erklärt er sein Konzept. Natürlich schleife er auch immer noch bei den Ideen nach. „Was sollen die Leute erleben und fühlen? Es geht mir nicht darum, die Leute so viel wie möglich zu beschäftigen.“ Obwohl er erst zum 1. Oktober eröffnet hat, ist die Nachfrage bereits sehr gut. Damit nachfolgenden Teams nicht der Spaß verdorben wird, müssen die Spieler vor dem Start eine Erklärung unterschreiben, dass sie über die Rätsel und vor allem deren Lösung nichts weitererzählen. Meine Kollegen und ich haben es übrigens nicht ganz geschafft. Ein kleiner Schritt fehlte uns noch, wir waren ganz kurz davor, den rettenden Schlüssel zu finden. Doch dann war die Zeit rum. Irgendwie war es uns aber fast nicht mehr so wichtig. Allein das miteinander Suchen, Rätseln und Finden, der Nervenkitzel, brachte schon jede Menge gute Laune in unsere Gruppe.

Und zu aller Beruhigung: Ist die Stunde abgelaufen, kommt Nicolas Reckel und lässt einen wieder raus.


Heike Sutor

 

INFO:
ExitGames Saarland
Bühler Straße 123
66130 Saarbrücken
Telefon 0152-09830219
www.exitgames-saarland.de
info@exitgames-saarland.de

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