Schwarzbuch vorgelegt
Kein Lohn, Beschimpfungen, Rassismus: Die Rechte von Profi-Fußballern in Osteuropa werden häufig beschnitten. Die internationale Spielergewerkschaft FifPro legte in Brüssel ein Schwarzbuch des osteuropäischen Fußballs vor, in dem körperliche und psychische Gewalt gegen Spieler und häufig überfällige Zahlungen angeprangert werden. Vor der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine sowie der Weltmeisterschaft 2018 in Russland hatte die Gewerkschaft dafür mehr als 3.000 Profis befragt.
Eines der größten Probleme ist demnach Geld. Etwa 40 Prozent der befragten Spieler gaben an, nicht bezahlt zu werden, oft weil die Clubs selbst in finanziellen Nöten steckten. Dies sei besonders bedenklich, schreibt FifPro, weil es einen klaren Zusammenhang zwischen Geldnot und Spielmanipulationen gebe. Fast ein Viertel der Profis sagte, sie wüssten von manipulierten Spielen in ihrer Liga.
Häufig sollten die Spieler auch einen Vertrag unterschreiben oder ohne finanziellen Ausgleich vorzeitig auflösen. Um sie unter Druck zu setzen, müssten sie alleine trainieren, würden Opfer von Gewalt, gemobbt und bedroht.
Die Situation in Osteuropa sei unerträglich und müsse geändert werden, schreibt FifPro. Das Lizenzsystem der Europäischen Fußball-Union (UEFA) habe sich leider als ineffizient herausgestellt, weil es nur für Clubs in internationalen Wettkämpfen gelte und selbst dort nicht greife. Die UEFA und der Weltverband FIFA sollten gegen die nationalen Fußballverbände vorgehen, die Regeln und Gesetze nicht einhalten, forderte die Spielergewerkschaft.
