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Was wurde aus „Voice-Lena“?

Wir fieberten mit ihr, als sich Lena Sicks Anfang des Jahres bis in die Liveshows der Castingsendung „The Voice of Germany“ sang. Seit vier Monaten ist die Niederlinxweilerin zurück in der Heimat. Wie ist es ihr seitdem ergangen? FORUM traf die Musikerin in St. Wendel.

Ein kleines Straßencafé in St. Wendel. Lena Sicks (17) sitzt an einem der Tische, vor sich eine Flasche Mineralwasser und ein Glas. „Mir geht’s prima“, erzählt die junge Frau im Gespräch mit FORUM. Unschwer zu erkennen. Sie strahlt, sieht glücklich aus. Das Aus bei der TV-Castingshow „The Voice of Germany“ hat sie anscheinend gut weggesteckt.

Natürlich habe sie an dem Abend des 6. Januar zunächst gedacht, die Welt gehe unter. „Aber wirklich nur im ersten Moment.“ In jenem Augenblick, als feststand: Der Traum vom Finale ist geplatzt. „Ich habe mich danach lange mit meinem Coach, Sänger Rea Garvey, unterhalten. Er meinte, es sei einfach zu früh. Da wäre noch so viel Druck auf mich zugekommen. Deshalb musste ich gehen.“ Auf der Aftershow-Party konnte das blonde Mädchen aus dem saarländischen Niederlinxweiler schon wieder lachen.

Mit ihrer Schwester Kathrin wird Lena Sicks im Juli auf der Bühne des Bostalseefests zu sehen und hören sein.

Aber das sei nicht alles gewesen, was Rea ihr ins Ohr flüsterte. „Er sagte, ich würde meinen Weg schon gehen“, erinnert sich Lena. Und genau dafür stellt sie jetzt die Weichen. Mit ihrer Schwester Kathrin (15), die ebenfalls singt und 2008 auf KI.KA zur „Besten Stimme“ gekürt wurde, will sie ein Album herausbringen. In den nächsten Tagen geht’s nach Hamburg, zu einem Treffen mit Songwritern, Texte schreiben, Lieder komponieren. „Natürlich versuchen wir uns allein, aber wir brauchen schon noch professionelle Unterstützung“, sagt Lena.

Auch beim Bostalseefest am 28. Juli steht sie mit Kathrin auf der Bühne. Die beiden treten mit der saarländischen Band „The Beavers“ auf. Lena wird ihren Song „Nur für dich“ präsentieren. Den hat sie ganz allein arrangiert, in ihrem Jugendzimmer. Die Gitarre auf dem Schoß, ein Notenblatt und einen Kugelschreiber vor sich liegend.

Dort, wo sie an anderen Nachmittagen Deutsch paukt, Mathematik und Biologie. „Natürlich möchte ich Musik machen. Später will ich nach Berlin ziehen, da hat man einfach mehr Chancen. Doch das Abi will ich unbedingt packen.“ Dafür büffelt die Zehntklässlerin am Gymnasium Wendalinum in St. Wendel. Der Empfang dort nach „The Voice“ sei „richtig krass“ gewesen. An Schulalltag war erst mal nicht zu denken. Statt um Periodensystem und Formeln ging’s im Chemieunterricht um die berühmte Mitschülerin. Und jeder wollte Autogramme. „Sogar die Lehrer. Mit einer solchen Euphorie hätte ich nie gerechnet. Einmal fragten mich auf dem Schulhof zwei Mädchen nach einer Unterschrift. Ich drehte mich um, wollte Autogrammkarten aus dem Ranzen holen – und plötzlich stand da eine ganze Schlange von Kindern vor mir“, erinnert sich das Gesangstalent.

Auch heute noch, vier Monate nach „The Voice“, erkennen die Leute Lena auf der Straße. „Sie drehen sich um oder tuscheln. Ich bekomme das gar nicht so mit. Meine Freundinnen sagen dann immer: ‚Guck mal, die haben dich erkannt‘.“ Starallüren liegen ihr trotzdem fern. Sie ist das natürliche, sympathische Mädchen geblieben. „Während meiner Zeit in Berlin habe ich mich aber weiterentwickelt, bin erwachsener geworden, nicht mehr so schüchtern.“ Auch musikalisch habe sie einen großen Schritt nach vorn getan. „Ich hatte eine tolle Vocalcoachin. Naomi hat mir wahnsinnig viel beigebracht.“

Das sehen auch die Fans. Gerade gab Lena im Saarpark-Center Neunkirchen ihre erste Autogrammstunde. „Ein paar Leute werden schon kommen, dachte ich vorher.“ Es waren mehr als ein paar, deutlich mehr, sogar ein richtiger Ansturm. „Ich habe einige Mitschüler mit einem Plakat entdeckt. ‚Lena, wir lieben dich!‘ stand darauf. Ein tolles Gefühl.“

Nach „Voice of Germany“ kommt YouTube. Dort klicken Tausende die Videos von Lena Sicks an.

Selbst am roten Teppich bleibt Lena  nicht unerkannt. Über den flanierte sie erstmals im März beim „Radio Regenbogen Award 2012“. Sie erzählt: „Ivy Quainoo, die Siegerin der ersten Staffel von ‚The Voice‘, lud mich ein.“ Mando Diao waren da, Frida Gold, Peter Maffay und Tim Bendzko, und die Fans wollten unsere Saar-Lena. „Ich hätte nie gedacht, dass mich einer erkennt, sich noch jemand an mich erinnert. Doch plötzlich riefen die Leute nach mir.“

Inzwischen klickten sogar mehr als 8.000 auf dem offiziellen Facebook-Account der Nachwuchskünstlerin „Gefällt mir“. „Danke, dass es dich gibt“, „Wahnsinns-Stimme“ und „Deine Musik ist der Hammer“ posteten ihre Anhänger. Und Lena? Die schreibt ihre Neuigkeiten, kündigt Live-Interviews beim Radio an, Veranstaltungen, bei denen sie auftritt, und neue Songs.

Apropos neue Songs: Still um sie soll es nicht werden, sagt Lena Sicks. Also sorgt sie für Abwechslung. „Ich stelle regelmäßig Videos von mir auf die Internet-Plattform YouTube.“ Dann sitzt sie mit ihrer Gitarre auf dem Flur, interpretiert „Weitergehen“ von Tim Bendzko, „The Fire“ von The Sons of Midnight und „Born this way“ von Lady Gaga – und lässt die Welt draußen teilhaben. Zehntausende haben schon geklickt. Ganz bestimmt auch Rea Garvey, der seinem einstigen Schützling heute noch simst und mailt. „Er fragt dann, wie es mir geht.“ Kürzlich haben sich beide auf einer Veranstaltung getroffen, Pläne geschmiedet. „Wenn er mal wieder in der Region ist, will er mich mit auf die Bühne holen.“

Auch damit beweist uns Lena: Bei „The Voice of Germany“ flog sie in der ersten Liveshow, doch ihre Karriere als Sängerin hat gerade erst begonnen.

Anja Landmann

  1. Anna

    Wirklich ein sehr toll geschriebener Artikel (:
    Ich bin schon seit 2009 ein Lena-Anhänger. Ihre Videos zaubern mir immer wieder ein lächeln ins Gesicht. Und wenn man da so einen wunderschönen Artikel ließt, wo drin steht dass der Lieblingsstar mit der Schwester ein Album rausbringen wird kreischt man einfach nur vor Freude.
    Ich finde es fabelhaft, dass die liebe Lena noch so viel Unterstützung hat auch wenn es jetzt knapp 5 Monate her ist, dass sie aus der Show flog. Ich würde sagen ‘Das war der Anfang vom Ende’.
    Großes Kompliment für diesen tollen Artikel. Ich glaube ich spreche hier für alle Lena & Kathrin Sicks Fans.
    xx Anna

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