Die SV Elversberg beendet die Vorbereitung mit Niederlagen. Sowohl die Stammelf als auch die B-Elf verloren ihre Testspiele am vergangenen Wochenende.
Gelungene Generalproben sehen anders aus. „Es wird Zeit, dass wir mal wieder gewinnen. Wir waren in den letzten beiden Tests zwar gut, aber trotzdem nervt verlieren“, sagte SVE-Cheftrainer Vincent Wagner noch vor dem letzten Testspielwochenende gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“. Wie genervt er dann wirklich nach zwei weiteren Niederlagen war, zeigte sich am vergangenen Sonntag gegen den FC 08 Homburg. Dort sah Wagner wegen Meckerns die gelbe Karte – in einem Testspiel kochten also die Emotionen hoch. In der Vorbereitung gab es ein 3:3 gegen Regionalligist Eintracht Trier und ein 1:0-Sieg gegen Regionalligist Kickers Offenbach. Die Spiele gegen den niederländischen Meister PSV Eindhoven (1:3) und gegen den Bundesligisten TSG Hoffenheim (2:5) gingen verloren. Und nun verlor die A-Elf gegen den niederländischen Erstligisten Fortuna Sittard mit 2:3 – und die B-Elf fast chancenlos gegen starke Homburger mit 0:3.
Zwei Niederlagen zum Abschluss
Einige Personalfragen beim Zweitligisten SV Elversberg sind nach den jüngsten Testspielen klarer geworden. Eine wichtige Entscheidung betrifft die Kapitänsfrage: Lukas Pinckert wird Nachfolger von Robin Fellhauer und übernimmt die Binde. Trainer Vincent Wagner erklärte dazu: „Lukas hat sich das durch seine Leistungen in der Vergangenheit verdient.“
Der neue Kapitän selbst zeigte sich bescheiden: „Es ist schon etwas Besonderes, aber ich bleibe ja weiter ein ganz normaler Teil des Teams.“
Ebenfalls gesetzt ist Nicolas Kristof, der weiterhin als Nummer eins im Tor das Vertrauen genießt. In der Innenverteidigung konkurrieren drei Akteure um zwei Plätze: Pinckert, Florian Le Joncour und Maximilian Rohr. Während Le Joncour als kopfballstärker und robuster im Zweikampf gilt, bringt Rohr den besseren Spielaufbau mit. Wagner betonte jedoch: „Für mich ist wichtig, dass alle Spieler topfit sind. Es gibt für mich auch keine erste Elf. Es kann sich je nach Gegner zu jedem Spiel etwas ändern.“
Auf den Außenbahnen der Viererkette zeichnen sich klare Rollenverteilungen ab. Lasse Günter soll auf der linken Seite verteidigen, während rechts der erfahrene Jan Gyamerah und der jüngere Felix Keidel, dessen Stärke insbesondere bei Standards liegt, um Einsätze kämpfen.
Im defensiven Mittelfeld ist mit einem Dreikampf zu rechnen: Amara Condé und Carlo Sickinger haben derzeit die besten Karten, während Frederik Schmahl auf seinen Durchbruch hofft. Sportvorstand Ole Book hat zudem bereits angekündigt, dass „noch ein Neuzugang für das defensive Mittelfeld“ kommen soll – die Suche läuft.
Auch in der Offensive sind weitere Transfers geplant. Ein neuer Stürmer soll bis Mitte oder Ende August verpflichtet werden. Dabei setzt man bei der SVE erneut auf das bewährte Leihmodell – vergleichbar mit Nick Woltemade, Paul Wanner oder Fisnik Asllani in der Vergangenheit. Bis dahin dürfte Luca Schnellbacher den Platz im Sturmzentrum einnehmen, dicht gefolgt von Younes Ebnoutalib. Luca Pfeiffer befindet sich nach wie vor im Reha-Training aufgrund einer Fußverletzung und ist derzeit keine Option.
Bamba Conté setzt positive Akzente
Besonders gut aufgestellt ist Elversberg im offensiven Mittelfeld – selten war die Auswahl so groß. Mit Tom Zimmerschied, Bambasé Conté, Jazinho Malaga, Jason Ceka, Manuel Feil, Lukas Petkov und Filimon Gerezgiher stehen gleich sieben Spieler für drei Positionen zur Verfügung. Auffällig war im jüngsten Test gegen Fortuna Sittard insbesondere Bambasé Conté. Der Leihspieler von der TSG Hoffenheim war einer der besten auf dem Platz und erzielte beide Tore für die SVE. Im Anschluss blieb er dennoch bescheiden: „Die beiden Tore kommen ja nicht wirklich auf mein Konto, da es nur ein Testspiel war. Ich fand uns heute phasenweise richtig gut, aber bei ein paar Sachen müssen wir noch aufpassen.“
Womit der 21-Jährige vor allem die Defensivarbeit meinte. Zwar gelang es dem Team häufig, Fortuna Sittard durch Pressing unter Druck zu setzen – die langen Bälle der Gäste stellten die Elversberger Defensive allerdings immer wieder vor Probleme. Eine Thematik, die auch unter Horst Steffen zu beobachten war. Wagner kommentierte knapp: „Ja, da müssen wir etwas machen, kriegen wir aber hin.“Der Trainer stand in der finalen Woche der Saisonvorbereitung damit noch vor einigen Aufgaben – eine feste Startelf hat sich bislang noch nicht herauskristallisiert. Zudem könnte der Kader kurzfristig noch Verstärkung bekommen. Wie mehrere Medien berichten, bemüht sich Elversberg um Lukasz Poreba, der beim Bundesliga-Aufsteiger Hamburger SV keine Perspektive mehr hat und zur neuen Saison verliehen werden soll. Sowohl ein polnischer Journalist als auch die „Bild“ berichten von einem möglichen Wechsel des 25-Jährigen zur SVE – als Konkurrenz soll Eintracht Braunschweig ebenfalls im Rennen sein. Eine Entscheidung über die Zukunft des Mittelfeldspielers stand bei Redaktionsschluss aber noch aus. Sollte Elversberg den Zuschlag erhalten, könnte Poreba bereits vor dem Auftakt gegen den 1. FC Nürnberg in die Mannschaft integriert werden. Dass Verstärkungen auch gebraucht werden, weil der zweite Anzug noch nicht wirklich sitzt, zeigt die Niederlage der B-Elf beim FC 08 Homburg. Entscheidend wird sein, inwieweit diese Stimmungsdämpfer jetzt Einfluss auf den Saisonstart haben werden. Entweder die Sinne sind geschärft, oder es macht sich Unsicherheit breit – Vincent Wagner ist nun gefordert.