Dieser Bildband verdient, ein Prachtband genannt zu werden. Mehr noch, jeder Klappentext-Superlativ beruht auf Wahrheit: „Ein einzigartiges Buch“, „Fotografien in exzellenter Druckqualität“. Michael Martin hat 40 Reisen zu den Wüsten der Welt unternommen und Fotos gemacht, die beeindrucken. Das ist es, was ein Bildband tun sollte, vor allem deshalb, weil Martin für uns an entlegene Orte gereist ist. Oder waren Sie auf Spitzbergen und haben die totale Sonnenfinsternis 2015 erlebt? Martin war mit dem Schneemobil bei minus 21 Grad Celsius vor Ort, um das Naturereignis zu fotografieren.
Oder waren Sie schon am Salar de Arizaro, dem fünftgrößten Salzsee der Erde im Nordwesten Argentiniens?
Menschen leben sogar in Landschaften, die von extremen Bedingungen geprägt sind, auch davon erzählen die Bilder und Texte.
Das Anschauen eines Fotos nimmt Zeit in Anspruch, Motiv und Stimmung gehen in Wechselwirkung zum Betrachter. Man betrachtet die Fotos, solange man mag, und staunt über die Schöpfung und die Schönheiten der Welt. Dieses Sich-Einlassen ist von besonderer Qualität im Gegensatz zum Anschauen eines Dokumentarfilms. Rasch aufeinanderfolgende Schnitte erlauben teilweise nicht einmal wahrzunehmen, wo auf der Welt sich die gezeigte Landschaft überhaupt befindet.
Das Sachbuch „Planet Wüste“ ist ein Lern- und Lehrbuch, auch deshalb, weil vier renommierte Wissenschaftler Beiträge beigesteuert haben. Man lernt, die Welt auf andere Weise zu betrachten, schon deshalb, weil wir die Erde als „blauen Planeten“ zu kennen glauben. Martin lädt uns zu einem „Streifzug durch das Sonnensystem“ ein, um danach „viermal um die Erde zu reisen“.
Diese Anleitung richtet sich an den Betrachter und verdeutlicht gleichzeitig aber auch Martins Kompass, den er nutzte, um das einzigartig groß angelegte Buchprojekt anzugehen.
Die Welt lässt sich vom Sofa aus mit Michael Martins Bildband „Planet Wüste“ auf grandiose Weise erkunden. Man kann den Prachtband verschenken. Auch an sich selbst.