Keiner mag Besserwisser. Das ist vor allem blöd für jene, die es tatsächlich besser wissen, die aber zu bescheiden sind und sich deshalb nichts anmerken lassen, sich aber trotzdem unbeliebt machen, weil die anderen ihr schnelles Denken stört, ohne dass sie selbst davon etwas ahnen. Vielleicht merken die anderen, dass jene den typischen Smalltalk über Allerweltsthemen ‑ ob in der Kneipe oder im Internet ‑ nicht mögen, sondern lieber über andere Dinge reden würden. Und genau deshalb ecken sie nicht selten an.
Ob jemand unterdurchschnittlich intelligent ist, wird üblicherweise bereits in der Kindheit geprüft und derjenige schon in der Schule oder mit Nachhilfe gefördert. An das umgekehrte Problem denkt aber oftmals keiner: Wer besonders intelligent ist, müsste doch alles spielend leicht schaffen und keine Hilfe benötigen. So ist es aber keineswegs: Wer zu viel nachdenkt, macht sich das Leben ja schwerer und nicht leichter.
Für Frauen ist das Ganze noch einmal schwieriger: Diesen wird auch heute noch oft eine untergeordnete Rolle zugeteilt. Und es bestehen jede Menge Klischees, in die sich kein auch nur halbwegs schlauer Mensch freiwillig einordnen lässt und allein deshalb das Etikett „hochbegabt“ empört von sich weisen wird. Doch mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind es.
Das Buch „Plötzlich hochbegabt“ verzichtet auf Psychologie und Erklärungen Dritter. Es ist stattdessen ein interessantes Lesebuch voller Geschichten Hochbegabter, die davon erst spät in ihrem Leben erfuhren.
Das ist einfach spannend, und mitunter könnte beim Lesen jemand sich selbst oder auch Bekannte darin wiedererkennen, die man zuvor gar nicht für besonders talentiert gehalten hat. Ein Test kann Klarheit schaffen, denn Hochbegabung löst keine Probleme und öffnet keine Türen, doch ist das Wissen darüber nützlich, um besser zurechtzukommen im Leben – ob als Betroffener, als Chef oder als Partner.