Warum essen wir eigentlich das Karottenkraut nicht? Mit dieser Frage startete die Schweizer Autorin und Food-Journalistin Esther Kern 2014 ihre Expedition in die Welt der ungenutzten Gemüseteile, der Strunke, Kerne, Schalen und Blätter, die bei den meisten wenig beachtet im Abfall landen.
Sie rief die Aktion „Leaf to Root“ ins Leben, ein Appell, Gemüse ganzheitlich zu betrachten, wertzuschätzen und zu verwerten – ähnlich der „Nose to tail“-Bewegung für Fleisch. Ihr 2016 erschienenes gleichnamiges Standardwerk wurde international mehrfach ausgezeichnet.
Knapp zehn Jahre später erschien Ende 2025 „Leaf to Root – Express“. Im Gegensatz zum ersten Buch ist es ein Alltagsbuch, mit schnellen Rezepten für jede Küche. Von A wie Apfel bis Z wie Zwiebel verrät Esther Kern ihre Lieblingsrezepte rund um vernachlässigte Gemüseteile. So tritt für den Leser bisweilen Erstaunliches zutage. Er lernt, wie vielseitig verwendbar die Wassermelonenschale ist, dass man Kopfsalat auch kochen kann und dass Maishaare sich als Käsekuchen-Topping eignen. Und natürlich gibt es auch einige Rezepte mit Karottenkraut.
Auf 296 Seiten gibt es insgesamt 75 Rezepte – von Fenchelkraut-Pesto bis hin zu Kohlrabiblatt-Chips. Einige stammen von Sterneköchinnen und Experten aus der ganzen Welt, die zudem ihre persönlichen Tipps und Tricks verraten. Zu jedem Lebensmittel erzählt Esther Kern außerdem ihre ganz eigene Geschichte.
Ein zusätzliches Kapitel widmet sich dem Thema „Unreifes Obst und Gemüse“. Esther Kern zeigt, wie man aus unreifen grünen Tomaten Chutney kochen kann und was sich aus unreifen Trauben zaubern lässt.
Im Sinne der Wissensvermittlung hat sie zudem einige neue Erkenntnisse zum Thema Giftigkeit oder Gesundheitsschädlichkeit einiger Gemüseteile zusammengetragen.
„Leaf to Root – Express“ ist ein liebevoll gestaltetes, farbenfrohes Buch mit tollen Bildern und spannenden Impulsen. Ein Buch, das Lust macht, Neues zu entdecken und in der Küche zu experimentieren.