„Was gibt es zu essen?“, ist eine tägliche Frage seit Menschengedenken. Die Antwort zu finden, ist der Urgrund unseres Überlebens. Nachdem unsere Vorfahren zum ersten Mal eine gekochte Mahlzeit geschmeckt hatten, gab es kein Zurück mehr. Das Kochen hat die menschliche Evolution und den Fortschritt vorangetrieben.
Grund genug für die Berliner Künstlerin Tine Steen, ein Buch über das Entstehen des Kochens zu zeichnen mit dem lustigen Titel „Die kochenden Affen“. Die Kulturgeschichte des Kochens wird in vielen kleinen Episoden, die zum Teil vier Millionen Jahre zurückreichen, illustriert und erklärt: Wie hat sich unsere heutige Ernährung entwickelt?
Der Zusammenhang zwischen Gehirngröße, Verdauung und Kochen ist ein spannendes Thema aus der Anthropologie. Wie konnte sich das menschliche Gehirn so stark vergrößern, und was hat das mit Kochen zu tun? Evolutionär ging es darum, dass wir uns entweder ein großes Gehirn oder ein großes Verdauungssystem leisten konnten – nicht beides.
Jetzt kommt das Kochen ins Spiel: Es zerlegt Nahrung chemisch und physikalisch, bevor sie im Körper landet. Nahrung wird leichter verdaulich und man kann nährstoffreiche Nahrung in kürzerer Zeit verwerten. Kochen war also wahrscheinlich ein entscheidender Evolutionsschritt, der es dem Menschen ermöglichte, ein energiehungriges, leistungsfähiges Gehirn zu entwickeln. Auch diese sogenannte „Kochhypothese“ des britischen Anthropologen Richard Wrangham bekommt ausgiebig Raum im Buch.
„Die kochenden Affen“ geht vielen fesselnden anthropologischen Fragen der Menschheitsgeschichte nach: Was hat das Verarbeiten von Nahrung mit unserem Aussehen zu tun? Wie hängen Kochen und Politik zusammen? Wie entstand die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern? Der Comic enthält auch 26 Urzeitrezepte und ist so Kochbuch und facettenreiche Kulturgeschichte des Kochens, die originell, visuell witzig und mit viel Liebe zur Recherche zu einem spannenden und unterhaltsamen Sachcomic aufbereitet wurde.