Die kommenden zwölf Monate halten für Sportfans eine außergewöhnliche Dichte an Großereignissen bereit. Höhepunkte sind die Olympischen Winterspiele sowie die Fußball-WM. Doch auch abseits dieser Mega-Events verspricht das Jahr zahlreiche sportliche Fixpunkte.
Es geht gleich mit einem richtigen Kracher los. Und unmittelbar danach steht schon ein weiteres Großereignis an. Es geht Schlag auf Schlag und findet mit der WM in drei Ländern im Sommer seinen Höhepunkt.
Handball-EM der Männer (13. Januar bis 1. Februar)
Die Zielsetzung der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist klar formuliert. „Das Halbfinale erreichen“, gibt Bundestrainer Alfred Gislason als Marschroute aus – schränkt aber zugleich ein. „Dieses Mal ist es anders. Das erste Ziel ist, überhaupt die Hauptrunde zu erreichen, idealerweise mit einer weißen Weste.“ Die Vorrundengruppe mit Österreich, Serbien und Spanien gilt als anspruchsvoll, nur die beiden besten Teams qualifizieren sich für die nächste Phase. Dort drohen Duelle mit Schwergewichten wie Frankreich, Dänemark oder Norwegen. „Unsere Hälfte des Turniers ist extrem hart. Es wird das härteste Turnier sein, das ich je gespielt habe“, sagte Gislason. Die EM wird in Dänemark, Schweden und Norwegen ausgetragen, Deutschlands Vorrundenspiele finden im dänischen Herning statt.
Olympische Winterspiele (6. bis 22. Februar)
Für IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sind es die ersten Olympischen Spiele in ihrer neuen Funktion – und die Winterspiele in Italien stellen gleich eine große Bewährungsprobe dar. „Ich freue mich riesig, dass sie in einem Land stattfinden, das Leidenschaft wie kein anderes verkörpert“, sagte die Nachfolgerin von Thomas Bach. Die Wettbewerbe verteilen sich auf zahlreiche Austragungsorte: Mailand, Cortina d’Ampezzo, Bormio, Livigno, Verona, das Fleimstal sowie Antholz. Diese geografische Zerstreuung stellt die Organisatoren vor logistische Herausforderungen, die für TV-Zuschauer jedoch kaum sichtbar sein dürften.
Rund 2.900 Athletinnen und Athleten treten in 16 Sportarten an, 245 Medaillenentscheidungen stehen an. Neu im Programm ist Skibergsteigen. Die Eröffnungsfeier im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion wird von US-Sängerin Mariah Carey musikalisch begleitet. Sportlich setzt früh die Herren-Abfahrt auf der Stelvio-Piste in Bormio ein Ausrufezeichen. Den Schlusspunkt bildet das Finale des Herren-Eishockeyturniers, erneut mit NHL-Beteiligung um Leon Draisaitl. Die Schlussfeier findet im antiken Amphitheater von Verona statt. Deutschlands Medaillenaussichten sind erneut vielversprechend: In Peking 2022 belegte das Team Rang zwei der Medaillenwertung, auch zuletzt war Deutschland sportartenübergreifend besonders erfolgreich.
Super Bowl LX (8. Februar)
Das Endspiel der NFL wird im Levi’s Stadium in Santa Clara ausgetragen. Unabhängig von der sportlichen Besetzung zieht das Event weltweit ein Millionenpublikum an – Schätzungen gehen von bis zu 800 Millionen Zuschauern aus. Neben dem Spiel steht traditionell die Halbzeitshow im Fokus. In diesem Jahr tritt Rapper Bad Bunny als Hauptact auf, ein Auftritt mit enormer Strahlkraft weit über den Sport hinaus.
Formel-1-Auftakt (6. bis 8. März)
Mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne startet die neue Formel-1-Saison. Nach dem dramatischen Saisonfinale 2025 mit Oscar Piastri, Max Verstappen und Weltmeister Lando Norris ist die Erwartungshaltung hoch. Besonders Verstappen dürfte nach dem Ende seiner Titelserie hoch motiviert sein. Auch Piastri richtet den Blick auf seinen Teamkollegen Norris: „Es ist ja nicht so, dass er jetzt Superman geworden wäre.“ Für zusätzliche Spannung sorgt eine umfassende Regelreform mit neuen Motoren, Aerodynamikvorgaben und Treibstoffen – die Saison gilt als schwer vorhersehbar.
Eishockey-WM der Männer (15. bis 31. Mai)
Der Deutsche Eishockey-Bund setzt weiter auf Kontinuität: Bundestrainer Harold Kreis verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2027. Unabhängig vom Abschneiden bei den Olympischen Spielen soll er das Team auch bei der Heim-WM 2027 führen. Bereits bei der WM in der Schweiz tritt Deutschland mit hohen Ambitionen an, trotz des Vorrunden-Aus im Vorjahr. Die Qualität des Kaders lässt zumindest einen Angriff auf die Medaillenplätze zu.
Fußball-WM der Männer (11. Juni bis 19. Juli)
Die umstrittene Auslosungszeremonie mit politischen Untertönen sorgte im Vorfeld für Kritik, doch DFB-Sportdirektor Rudi Völler beschwichtigt: „Wenn der erste Ball gespielt ist, geht es um den Sport.“ Erstmals nehmen 48 Teams teil, insgesamt werden 104 Spiele in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. WM-Debütanten wie Curaçao, Jordanien, Usbekistan und Kap Verde profitieren von der Aufstockung.
Deutschland trifft in der Vorrunde auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Das Weiterkommen gilt als Pflicht. Bundestrainer Julian Nagelsmann nennt den WM-Titel offen als Ziel. Zu den Favoriten zählen Titelverteidiger Argentinien, Europameister Spanien sowie England unter Trainer Thomas Tuchel. Das Finale steigt am 19. Juli im MetLife Stadium in New York.
Wimbledon (29. Juni bis 12. Juli)
Der traditionsreichste Grand-Slam-Klassiker bleibt der Fixpunkt der Tennissaison. Seit 1877 wird in Wimbledon gespielt, der strenge Dresscode und Rituale wie Erdbeeren mit Sahne prägen das einzigartige Flair. „Es gibt kein anderes Turnier wie dieses“, schwärmte einst Andy Murray. Für Alexander Zverev bleibt Wimbledon bislang ein schwieriges Pflaster – über das Achtelfinale kam er noch nicht hinaus.
Tour de France (4. bis 26. Juli)
Kann jemand Tadej Pogacar stoppen? Der Slowene strebt seinen fünften Toursieg an, Rivale Jonas Vingegaard lauert. Das deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe setzt auf eine Doppelspitze: Neuzugang Remco Evenepoel und Florian Lipowitz sollen gemeinsam angreifen. „Mit zwei Optionen hat man mehr Möglichkeiten, das Rennen zu gestalten“, sagte Lipowitz. Zwei Ankünfte auf der Alpe d’Huez versprechen eine späte Entscheidung. Der Start erfolgt mit einem Mannschaftszeitfahren in Barcelona.
Leichtathletik-EM (10. bis 16. August)
Die deutsche Leichtathletik reist mit Rückenwind nach Birmingham. Fünf Medaillen bei der WM in Tokio, darunter Gold für Zehnkämpfer Leo Neugebauer, machen Hoffnung. Sprintstar Gina Lückenkemper betont: „Die deutsche Leichtathletik lebt.“ Nach ihrem erfolgreichen Auftritt bei der Heim-EM 2022 hofft sie erneut auf Edelmetall.