Rechtsextremen gelingt es immer öfter, in den ganz normalen Alltag einzusickern, im Sportverein, der freiwilligen Feuerwehr oder an den Schulen. Wer sich dagegenstellt, braucht Unterstützung. Die bieten mobile Beratungsteams.
s sind Meldungen, die kurz für Aufmerksamkeit sorgen, aber dann ebenso schnell von anderen Schlagzeilen verdrängt werden. Im April 2023 veröffentlichten zwei Lehrkräfte der Oberschule Burg im südöstlichen Brandenburg nahe Cottbus einen Brandbrief. Darin machten sie auf rechtsextreme Vorfälle und konstante Diskriminierung von Schülern mit Migrationshintergrund an ihrer Schule aufmerksam. Die Lehrkräfte Laura Nickel und Max Teske berichteten von Mobbing, Ausgrenzung und Gewaltandrohungen und von verfassungsfeindlichen Symbolen und Parolen in Klassenzimmern und auf Fluren.
Sie hätten die Schulleitung ständig über diese Vorgänge im eigenen Haus informiert, ohne erkennbare Reaktion. Ein erster schriftlicher Hinweis an das zuständige Schulamt blieb ebenfalls ohne Antwort. Selbst nach dem Brandbrief reagierten die Behörden zunächst nur zögerlich. Nach erheblichem medialen Druck wurde schließlich die Schulleitung ausgetauscht und erste Maßnahmen wurden ergriffen. Die beiden Lehrkräfte waren fortan im brandenburgischen Burg nicht mehr sicher, wechselten die Schule und den Wohnort.
Für die Projektleiterin im Bundesverband Mobile Beratung für Demokratie, Romy Arnold, ein seltener Fall, der Schlagzeilen gemacht hat, aber alles andere als ein Einzelfall. „Es bestätigt, was wir sehr oft hören. LehrerInnen, die uns sagen: ‚Wir trauen uns eigentlich gar nicht mehr, vor der Klasse etwas über demokratische Werte zu erzählen, weil wir wissen, da ist ein ganzes Klassenkollektiv gegen uns‘. Lehrer, die eigentlich Demokratie und Vielfaltswerte lehren sollen, aber schon quasi mundtot sind.“
Genau für solche Fälle stehen die mobilen Beratungsteams bundesweit zur Verfügung. Und die rechnen im Blick auf ein Jahr mit fünf Landtagswahlen und mit Kommunalwahlen in drei Bundesländern damit, besonders gefordert zu sein.