Ihre schauspielerische Extraklasse und ihre beeindruckende Ausstrahlung hat sie in den vergangenen 25 Jahren in vielen Filmen unter Beweis gestellt. Hier sind einige Highlights ihrer Karriere.
Ihr Leinwand-Debüt gab Karoline Herfurth im Jahr 2000, mit gerade einmal 15 Jahren, in der Rolle der Anna in Hans-Christian Schmids Jugend-Drama „Crazy“. Schon im darauffolgenden Jahr konnte sie die Hauptrolle in der Komödie „Mädchen, Mädchen“ von Dennis Gansel ergattern und zeigte da bereits ihr großes schauspielerisches Talent. Der Film war ein so großer Publikumserfolg, dass im Jahr 2004 mit „Mädchen, Mädchen 2 – Loft oder Liebe“ ein ebenso erfolgreiches Sequel folgte. Im Jahr 2005 spielte sie die Deutschtürkin Hayat, eine krebskranke Fußballspielerin, in „Eine andere Liga“ von Buket Alakus. Die einfühlsame Art, wie sie die junge Frau darstellt, die nach einer Brustoperation ihren Lebensmut wiederfindet und sogar die Kraft hat, sich zu verlieben, ist wirklich herzergreifend. Dafür wurde sie zu Recht mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Für ihre Rolle als Tanzschülerin Lilli Richter in dem von der Oscarpreisträgerin Caroline Link inszenierten Drama „Im Winter ein Jahr“ (2008) wurde sie ein Jahr später mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Im Laufe der Zeit erhielt Karoline Herfurth noch eine Reihe anderer Preise, darunter den Kulturpreis „Berliner Bär“, das „Bambi“ und die „Goldene Henne“.
Mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet
Ihren internationalen Durchbruch hatte Karoline Herfurth in der Rolle des stummen Mirabellen-Mädchens in Tom Tykwers bildgewaltiger Verfilmung von Patrick Süskinds „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ (2006). Da war sie zwar nur knapp zehn Minuten zu sehen, brachte aber mit ihrer charismatischen Ausstrahlung die Leinwand zum Leuchten. Danach klopfte Hollywood an ihre Tür und sie spielte in internationalen Filmen mit, wie „Der Vorleser“ (2008) an der Seite von Kate Winslet und vier Jahre später in dem Erotik-Thriller „Passion“ von US-Kultregisseur Brian De Palma. Doch statt sich der amerikanischen Traumfabrik anzudienen, schaute sie sich lieber weiterhin in Deutschland nach interessanten Projekten um.
Ihre Lust an sehr unterschiedlichen Rollen und ihr Mut, sich in verschiedenen Genres zu beweisen, zeigen sich auch in Projekten wie beispielsweise „Pornorama“ (2007), Marc Rothemunds Parodie auf die Sexfilm-Welle der 1970er-Jahre, dem Vampir-Fantasy-Horrorfilm „Wir sind die Nacht“ (2010) von Dennis Gansel und dem empathischen Psychiatrie-Drama „Vincent will Meer“ (2010) von Ralf Huettner. Es ist einer ihrer besten Filme. Besonders hervorzuheben ist auch das Drama „Berlin 36“ (2009): Basierend auf einer wahren Geschichte verkörperte Karoline Herfurth darin die jüdische Leichtathletin Gretel Bergmann, die bei der Olympiade in Berlin 1936 von den Nazis aus politischem Kalkül gezwungen wurde, im deutschen Team mitzumachen.
Im Jahr 2013 kam dann die Teenager-Komödie „Fack ju Göhte“ von Bora Dağtekin ins Kino, in der Karoline Herfurth die weibliche Hauptrolle spielte. Als chaotisch-überforderte Lehrerin Elisabeth Schnabelstedt verliebte sie sich in ihren neuen Kollegen (Elyas M’Barek) –
nicht ahnend, dass er in Wahrheit eigentlich ein durchtriebener Ganove ist. Der Film war ein Riesenerfolg an der Kinokasse und hatte mehr als sieben Millionen Zuschauer. Bei der sehr erfolgreichen Fortsetzung „Fack ju Göhte 2“ (2015) war sie ebenfalls mit von der Partie. Bei diesen eher trashigen Kintopp-Movies konnte sie wohl dem Affen mal so richtig Zucker geben.
Von 2014 bis 2016 spielte sie in drei Kinderbuch-Verfilmungen von „Rico und Oscar“ mit und verzauberte als alleinerziehende Mutter von Rico auch die Herzen eines ganz jungen Kinopublikums. Danach folgte die Komödie „Traumfrauen“ (2015), in der sie eine Hauptrolle als Schwester einer liebeskranken Frau (Hannah Herzsprung) und Tochter einer frisch verlassenen Mutter (Iris Berben) hat. Karoline Herfurth wurde im darauffolgenden Jahr wegen ihrer Leistung für den Deutschen Schauspielpreis nominiert.
Breites Spektrum an Charakterrollen
Und wieder stand sie für einen Film von Bora Dağtekin vor der Kamera: In der Ensemble-Komödie „Das perfekte Geheimnis“ (2019) glänzte sie ein weiteres Mal in einer Hauptrolle. Der Film handelt von sieben Freunden, deren gemeinsames Abendessen nach einiger Zeit dramatisch aus dem Ruder läuft. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ lobte: Vor allem Karoline Herfurth lasse sich „in ihrem Spiel wunderbar gehen“. In „Eine Million Minuten“ (2024), der Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Wolf Küper, spielen Karoline Herfurth und Tom Schilling ein gut situiertes Ehepaar in Berlin-Mitte, das sich mit den beiden Kindern auf eine fast zweijährige Reise um die Welt begibt. Ein ebenso amüsanter wie nachdenklich machender Film zur aktuellen Work-Life-Balance-Thematik. In ihrem aktuellen Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Simon Verhoeven, der ab dem 29. Januar im Kino zu sehen ist, hat Karoline Herfurth nur eine kleine Rolle als Schauspiellehrerin. Aber mit welcher Verve und welchem Enthusiasmus sie in dieser Rolle glänzt, zeigt einmal mehr, dass es eigentlich keine kleinen Rollen gibt, sondern nur kleine Schauspieler. Noch in diesem Jahr wird sie in der Komödie „Der perfekte Urlaub“ von Bora Dağtekin im Kino zu sehen sein, der Fortsetzung von „Das perfekte Geheimnis“.
Neben ihren Kino-Projekten übernahm Karoline Herfurth auch immer wieder Rollen in Fernsehfilmen wie „Prinzessin macht blau“ (2004) und „Die Gänsemagd“ (2009). In der Amazon-Serie „You Are Wanted“ (2017) ist sie Lena, die zusammen mit dem Hotelmanager Lukas, gespielt von Matthias Schweighöfer, versucht, einer Hacker-Gruppe auf die Spur zu kommen. Außerdem spielte sie in der Amazon-Serie „Beat“ (2018), unter der Regie von Marco Kreuzpaintner, die weibliche Hauptrolle. Und als Synchronsprecherin lieh sie in dem Animationsfilm „Das magische Haus“ (2014) der Maus Maggie ihre Stimme.
Schon anhand dieser bunten Palette, die nur einen kleinen Teil ihres Schaffens abbildet, kann man unschwer erkennen, mit welcher Versiertheit und welchem Engagement sich Karoline Herfurth ihrer Projekte annimmt.