Der 1. FC Saarbrücken und der MSV Duisburg festigen ihren Ruf als Spitzenmannschaften. Mit dem torlosen Remis können am Ende beide Teams leben.
Als Dietmar Hirsch das erste Mal als Trainer den Saarbrücker Ludwigspark betrat, hatte er gerade den Fußball-Lehrer in der Tasche. Damals übernahm er die SV Elversberg, die im Jahr 2013 noch meilenweit von den heutigen Strukturen entfernt war. Nach glänzendem Start ging die Formkurve runter. Hirsch wurde noch vor Saisonende entlassen. Doch sein Debüt blieb ihm in Erinnerung. Nach einem Treffer von Felix Dausend siegte die SVE damals im Ludwigspark gegen RB Leipzig mit 1:0. „Damals waren kaum Zuschauer hier. Und natürlich war es als Elversberg nicht einfach, in Saarbrücken zu spielen“, sagte Hirsch am vergangenen Dienstag und geriet regelrecht ins Schwärmen: „Das war eine unglaubliche Stimmung heute. Was hier entstanden ist, ist phänomenal. Das ist ein echter Hexenkessel“, sagte der Coach des noch immer ungeschlagenen Spitzenreiters MSV Duisburg. Es war ein 0:0 der allerfeinsten Sorte, das rund 15.000 Zuschauer im Park erlebten. Der FCS hatte in der ersten Halbzeit sehr viel Ballbesitz, spielte teilweise schönen Fußball, scheiterte einmal am Pfosten (Florian Pick) und einmal am Außennetz (Patrick Schmidt).
Nach dem Wechsel wurden die Gäste aktiver, beide Teams neutralisierten sich. Nach einer Stunde hatte Pick dann eine Doppelchance. Es war der Dosenöffner für eine fulminante Schlussphase, in der auch die Meidericher zu ihren Abschlüssen kamen und am Ende die größte Chance des Spiels hatten, als zunächst FCS-Keeper Phillip Menzel einen Schuss des bärenstarken Joshua Bitter abwehrte und anschließend Lasse Wilhelm den Nachschuss von Connor Noss von der Linie kratzte. Und so gingen die Meinungen dann etwas auseinander. MSV-Coach Hirsch sprach von einem geilen Spiel und sah seine Mannschaft einen Tick näher am Sieg. „Subjektiv sieht man das halt anders“, sagte FCS-Coach Schwartz. „Ich finde schon, dass wir mehr zum Spiel beigetragen haben.“ Und Keeper Menzel sprach davon, „dass wir uns vielleicht ein bisschen mehr ärgern müssen als die Duisburger.“ Am Ende, da waren sich dann doch alle einig, war das Remis nicht unverdient: „Man hat gesehen, dass hier tabellarisch die beiden besten Teams der Liga gespielt haben“, sagte Menzel, und der Duisburger Noss konstatierte: „Wir haben ein starkes Spiel bei einem absoluten Titelfavoriten gemacht. Hier werden nicht viele Teams punkten.“
FCS-Coach Schwartz haderte unterdessen ein bisschen mit der Personalsituation. Nach einer zähen Vorbereitung brauchte der FCS Zeit, um sich einzuspielen. Als die Startelf gefunden war und der FCS ins Rollen kam, dezimierte er sich durch Sperren selbst. Hinzu kamen Krankheitsfälle. „Im Endeffekt haben wir heute vier Stammspieler ersetzen müssen“, sagte Schwartz. Der Aderlass auf den Außenverteidigerpositionen war dann doch spürbar. Niko Bretschneider (links) und Calogero Rizzuto (rechts) gehören ins oberste Regal der Liga. Ihr Fehlen machte sich bemerkbar. „Wir haben es ordentlich kompensieren können, aber die Abläufe sind halt nicht dieselben“, sagte Schwartz. Spürbar wurde das auch im zentralen Mittelfeld, wo nach Patrick Sontheimers Verletzung Elijah Krahn langsam in die Vertreterrolle reinwuchs. Sein überflüssiger Feldverweis in Wiesbaden kostet ihn drei Spiele. „Wir dürfen uns nicht permanent selbst schwächen“, mahnte Schwartz. Immerhin: Vertreter Abdoulaye Kamara fügte sich prima ein. Nun geht es zum Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg: „Das ist ein Gegner, den wir nicht am Tabellenstand messen sollten“, mahnte Keeper Menzel.