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WAS MACHT EIGENTLICH...

Im Jahr 2007 kennt alle Welt die „Harry Potter“-Darsteller Rupert Grint, Emma Watson und Daniel Radcliffe (von links)
Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Emma Watson?

Sie war noch ein Kind, als sie als Hermine Granger in den „Harry Potter“-Filmen berühmt wurde. Auch nach dem „Potter“-Hype spielte sie in weiteren Filmen mit, bis ihr der Medienrummel zu viel wurde. Jetzt will sie für Familie und Freunde „fürsorglich und präsent“ sein.

Emma Watson nutzte ihr Potenzial schon sehr früh. Mit elf Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera: als Hermine Granger, der Freundin von Harry Potter. In den folgenden zehn Jahren drehte sie acht „Potter“-Filme, die sie zum Weltstar machten. Das Ende des „Potter“-Franchise im Jahr 2011 hätte allerdings auch das Ende ihrer Karriere sein können: Kinderstars sind ja meist schneller weg vom Fenster, als man „Macauley Culkin“ sagen kann. Nicht so Emma Watson. Sie spielte sich frei und wurde eine Zeit lang zu einer der gefragtesten Schauspielerinnen Hollywoods. „Es war mir wahnsinnig wichtig, mich künstlerisch weiterzuentwickeln. Ich wollte mir auch von niemandem mehr etwas vorschreiben lassen, sondern frei und selbstbestimmt meinen eigenen Weg gehen“, sagte Emma Watson einmal. „Dazu musste ich meinen ganzen Mut zusammennehmen.“

Nach einem Leben wie unter dem Mikroskop – „Ich kam mir mein ganzes Teenager-Leben über vor wie ein Goldfisch im Aquarium, den jeder anstarren konnte“ – tauchte sie erst einmal ab. Studierte an der renommierten Brown University in den USA und machte dort 2014 ihren Bachelor-Abschluss in Englischer Literatur. Später absolvierte sie noch ein Fernstudium für kreatives Schreiben in Oxford. Nebenbei drehte sie coole Independent-Filme wie „My Week with Marilyn“ (2011) und Sofia Coppolas „The Bling Ring“ (2013). Große Beachtung fand auch der Polit-Thriller „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ (2015) an der Seite von Daniel Brühl.

2023 brachte Emma Watson die Gin-Marke „Renais“ auf den Markt
2023 brachte Emma Watson die Gin-Marke „Renais“ auf den Markt - Foto: picture alliance / NurPhoto

„Wie ein Goldfisch im Aquarium“

Als 2017 ein freizügiges Foto im US-Magazin „Vanity Fair“ erschien, das sie in einem Bolero-Jäckchen mit kaum verhüllten Brüsten zeigte, überschlugen sich Fans und Feministinnen mit hitzigen Kommentaren im Internet. Die einen diffamierten Emma Watson als „Verräterin des Feminismus’“, andere klatschten laut Beifall und feierten sie als mutige, selbstbewusste und unabhängige junge Frau. Emma Watson konterte damals süffisant, man könne sehr wohl Feministin sein und gleichzeitig Brüste haben. Und die erklärte Feministin legte nach: „Anscheinend gibt es noch viele Leute, die den Feminismus total falsch verstehen. Für mich bedeutet Feminismus die Freiheit, sein Leben selbst bestimmen zu können. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Männer und Frauen auf der ganzen Welt die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben sollten. Genau deshalb habe ich auch die Solidaritätsbewegung HeForShe ins Leben gerufen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich für die Gleichstellung der Geschlechter einzusetzen. Und sich gegen die Diskriminierung von Frauen und Mädchen zu wenden. Eigentlich etwas, das im 21. Jahrhundert längst selbstverständlich sein sollte. Aber leider nicht ist. Das ist es, was ich unter modernem Feminismus verstehe. Dafür setze ich mich auch seit 2014 in aller Welt als UN-Sonderbotschafterin ein.“

Für solch flammende Statements bewunderten sie übrigens nicht nur Frauen, sondern auch Tom Hanks – ihr Chef in dem dystopischen Movie „The Circle“ (2017). Im selben Jahr spielte sie auch die Rolle der Belle in dem Disney-Realfilm-Musical „Die Schöne und das Biest“. Ein riesiger Erfolg. Zwei Jahre später holte Greta Gerwig sie für eine Neuverfilmung des Romanklassikers „Little Women“ vor die Kamera. 

Einsatz für den Klimaschutz

Obwohl Emma Watson immer wieder betonte, wie gern sie Schauspielerin ist, hat sie sich seit 2022 weitestgehend aus dem Filmbusiness zurückgezogen. Als Grund gab sie an, dass ihr der Rummel um ihre Person wieder einmal zu viel geworden sei. Sie tauchte fast vollständig ins Privatleben ab und kümmerte sich nebenbei nur noch um Projekte, die ihr am Herzen lagen. Bereits 2020 war sie in den Vorstand des Luxusgüter-Konzerns Kering berufen worden. Bis 2023 arbeitete sie auch eng mit der Kering Foundation zusammen, die sich für Frauenrechte einsetzt. Ab und zu hat sie auch gemodelt. Zusammen mit ihrem Bruder brachte sie 2023 die Gin-Marke „Renais“ auf den Markt, die aus recycelten Traubenschalen hergestellt wird und CO2-neutral ist. Schon seit Langem setzt sich Emma Watson auch für einen gerechteren Umgang mit der Umwelt und für den Klimaschutz ein. Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 moderierte sie zu diesen Themen eine Podiumsveranstaltung. Als leidenschaftliche Leserin hat sie vor zehn Jahren mit großem Erfolg einen feministischen Buchclub gegründet. Er trägt den Namen „Our Shared Shelf“. 

Sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, war auch für einen so erfolgreichen Hollywoodstar wie Emma Watson nicht leicht: „Früher war ich oft vor Angst wie gelähmt. Angst, zu versagen, Angst, mich lächerlich zu machen. Wenn du dich dann ins Schneckenhaus verkriechst, verpasst du das Leben. Das ist nun wirklich keine Option. Ich jedenfalls will Flagge zeigen. Und das ist nicht immer einfach. Aber manchmal ist das Schwierige – und nicht das Leichte – eben das Richtige.“ Über ihre Liebesbeziehungen hat sie sich übrigens immer nur sehr vage geäußert. 

Mittlerweile scheint Emma Watson ihre Mitte gefunden zu haben. Statt von einem Termin zum nächsten zu hetzen, legt sie heutzutage sehr viel Wert darauf, bewusst durch die Welt zu gehen. Gerade in den vergangenen Jahren hat sie ein stabiles Umfeld und die Beziehungen zu ihrer Familie und Freunden noch einmal neu zu schätzen gelernt. 

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