Nach dem 6:1 in Meppen folgt der Dämpfer im Ludwigspark: Der 1. FC Saarbrücken verliert gegen den FC Ingolstadt mit 0:1. Dabei scheitert der FCS weniger am Gegner als an der eigenen Ungenauigkeit.
Die ersten Minuten sahen noch nach einem ganz anderen Nachmittag aus. Die Blau-Schwarzen waren wach, aggressiv und kam früh in gefährliche Räume. Doch nach rund einer Viertelstunde verlor der FCS zunehmend die Klarheit. Ingolstadt nutzte das konsequent und ging in der 27. Minute durch Lars Lokotsch in Führung. Danach begann vor Rund 12.000 Zuschauern ein zähes Anrennen. Viel Ballbesitz, viele Ansätze, aber zu wenig Präzision. „Wir kontrollieren das Spiel, sind aber einfach zu unsauber in unseren Aktionen – sowohl hinten als auch vorne“, sagte Verteidiger Mladen Cvjetinovic. „Trotzdem haben wir Torchancen, die wir am Ende nicht nutzen. Somit ist es schon hart, hier als Verlierer vom Platz zu gehen.“
Vor allem der Bruch nach der guten Anfangsphase wurmte den Innenverteidiger. „Bis zum Gegentor machen wir ein ganz gutes Spiel. Dann passiert das Gegentor gefühlt aus dem Nichts. Danach waren wir bis zur letzten Minute einfach zu unsauber in unseren Aktionen.“ Calogero Rizzuto sah es ähnlich – und wurde noch deutlicher. „Es tut extrem weh. Ich glaube, die Niederlage war absolut vermeidbar. Man sieht aber, dass 15 gute Minuten leider nicht reichen.“ Ingolstadt sei keineswegs übermächtig gewesen. „Ich würde nicht sagen, dass Ingolstadt so stark war, sondern dass wir es selbst nicht gut genug gemacht haben. Mit kleinen Fehlern haben wir den Gegner immer wieder aufgebaut.“ Nach der Pause verteidigten die Gäste tief und kompakt. Der FCS hatte weiter mehr vom Ball, entwickelte aber zu wenig Torgefahr. Genau dort setzte Patrick Sontheimer an: „Unser Anspruch muss sein, dass wir da mehr Durchschlagskraft entwickeln. Wir hatten teilweise die Durchbrüche, waren dann aber beim finalen Pass nicht sauber genug.“
Auch taktisch habe es an der nötigen Konsequenz gefehlt. „Wir hätten mehr über außen spielen und besser erkennen müssen, wo die Überzahl ist. Das haben wir heute nicht gemacht und deswegen verlieren wir auch.“ Trainer Argirios Giannikis reagierte mit Wechseln und brachte unter anderem Kai Brünker sowie später Rizzuto. Gerade über rechts kam noch einmal mehr Dynamik ins Spiel. Rizzuto suchte mehrfach früh den Weg in die Box. „Wenn der Gegner mit zehn Leuten um den eigenen Sechzehner verteidigt, ist es natürlich schwer. Ich bekomme dann den Auftrag, offensiv noch einmal Impact zu bringen und für Gefahr zu sorgen.“ Sein bevorzugter Abnehmer war Brünker. „Er weiß definitiv, dass ich nicht bis zur Grundlinie dribble und noch drei Übersteiger mache. Wenn ich reinkomme, soll der Ball in die Box und er weiß, dass er dort sein muss.“ Doch auch mit der Brechstange wollte der Ausgleich nicht mehr fallen. Sontheimer sprach anschließend von einem Lernprozess. „Wir sind eine junge Truppe. Wir müssen auch mal erkennen, dass wir nicht immer mit Tiki-Taka durchkommen. Gerade gegen einen tief stehenden Gegner muss man vielleicht auch mal auf die zweite Welle spielen.“ Bemerkenswert war die Reaktion der Fans, die die Mannschaft trotz der Niederlage nicht fallen ließen. „Gerade zu Hause ist das sehr, sehr ärgerlich“, sagte Rizzuto. „Umso mehr muss man den Fans danken, dass sie uns auch nach dem Spiel noch unterstützt haben.“ Zeit für langes Grübeln bleibt kaum. Schon unter der Woche wartet die nächste Aufgabe in Münster: „Es ist eine Niederlage die weh tut, aber zum Lernprozess dazugehört. Jetzt geht es weiter.“
FORUM-Einzelkritik:
Matteo Bignetti: Teilweise zu ungestüm, aber ohne großen Fehler. Note 3
Niko Bretschneider: Zu Beginn gut, dann nachlassend. Am Gegentor beteiligt. Note 4-
Siemen Voet: Ging erkältet ins Spiel und wirkte nicht spritzig. Note 4
Mladen Cvjetinovic: Ordentlicher Auftritt, aber auch mit kleinen Fehlern. Note 3-
Philip Fahrner: Beim Gegentor zu zaghaft, auch ansonsten ein gebrauchter Tag. Note 4-
Patrick Sontheimer: Bemüht, aber ohne Druck nach vorne. Note 3-
Daniel Gleiber: Vor allem in der ersten Halbzeit mit ungewohnten Fehlern. Note 4-
Christian Kühlwetter: Bemüht, aber unglücklich. Note 4-
Florian Pick: Viel unterwegs, aber ohne Struktur. Note 3-
Kelvin Owusu: Schnell, aber teilweise zu überhastet. Note 3
Alexander Staff: Wirkt verkrampft, kämpft aber viel. Note 4
Kai Brünker: Hatte zwei Chancen, leider ohne Erfolg. Note 4
Maurice Multhaup: Sorgte für Belebung. Note 3