Der Traum vom DFB-Pokal
Vergangenes Wochenende absolvierten die Vereine ab der Bezirksliga abwärts bereits eine Qualifikation zur 1. Hauptrunde des Berlin-Pokals. Darunter auch Traktor Boxhagen – als frisch gebackener Sieger des Pokals für Freizeit- und Betriebsmannschaften durfte man wie schon 2023/24 am Wettbewerb des BFV teilnehmen. Damals waren die Lichtenberger erst in der 3. Hauptrunde gescheitert – in der Qualifikation nahm Traktor diesmal die Hürde gegen B-Kreisligist NSC Cimbria Trabzonspor (11:1) und erwartet nun mit Landesligist BFC Meteor einen echten Prüfstein. In der ersten Hauptrunde an diesem Wochenende bekommen es einige der favorisierten Teams dazu immerhin schon mit Gegnern aus der Berlin-Liga zu tun: Tennis Borussia (Oberliga) muss beim 1. FC Wilmersdorf antreten, Hertha 03 (Regionalliga Nordost) bei den Spandauer Kickers, Viktoria (Oberliga) bei Polar Pinguin – Titelverteidiger BFC Dynamo steht bei Bezirksligist Concordia Britz (20.08.) hingegen vor einer Pflichtaufgabe.
Drei Berliner starten stark
Auch am 2. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord konnte der SV Sparta gewinnen – auf eigenem Platz war das 4:0 (Tore: Nikol, Schmüser, Hänsch, Meyer) gegen Optik Rathenow dabei eine klare Angelegenheit und reichte für den Sprung auf Rang 1. Doch Tennis Borussia siegte beim 4:1 (Tore: Ceesay, Isik, Eigentor, Sey – Beyazit) über den Berliner AK ebenfalls zum zweiten Mal, genau wie Lichtenberg 47 mit dem 3:1 bei Viktoria (Tore: Gawe, Ohlow, Reiniger – Pick). Der SV Tasmania verpasste hingegen die weiße Weste und unterlag dem FC Hansa Rostock II mit 0:1, während TuS Makkabi durch Colemans Treffer in der vorletzten Minute die ersten drei Punkte gegen Neuling Union Klosterfelde einsammeln konnte. Nach der Auftaktniederlage konnte auch der Vorjahresdritte Eintracht Mahlsdorf den ersten Sieg einfahren – bei Aufsteiger SV Siedenbollentin gelang ein deutlicher 4:1-Erfolg (Tore: Stettin 2, El-Ahmar, Köster). Mit dem SD Croatia ging dazu auch der Berliner Neuling leer aus – in Wismar unterlagen die Tempelhofer glatt mit 0:3.
Weitere Wechsel
Regionalligist VSG Altglienicke hat einen prominenten Neuzugang vorgestellt: Damian Roßbach, zuletzt bei Drittligist FC Hansa Rostock, wechselt zu den Berlinern. Der 32-Jährige bringt die Erfahrung von 159 Zweit- sowie 105 Drittligaspielen mit – der Verteidiger stand dabei unter anderem beim Karlsruher SC, SV Sandhausen und Mainz 05 II unter Vertrag. Nach Jonas Nietfeld und Tim Rieder ist Roßbach der dritte Zugang des Sommers, der bei der VSG den Routiniers zuzuordnen ist. Auch beim Ligakonkurrenten BFC Preussen wurde nochmal nachgelegt. Der Aufsteiger vermeldete drei weitere neue Spieler für die Saison 2025/26. Auf der Torwartposition wurde mit Steffen Westphal (26, von SF Lotte/RL West) bereits der dritte externe Kandidat hinzugeholt, Ben Meyer (26, zuletzt BFC Dynamo) soll die defensive linke Außenbahn bearbeiten und der frühere BAK-Spieler Philip Fontein (31, SF Lotte) im offensiven Mittelfeld für Impulse sorgen. Zuvor hatte Milos Cvjetinovic den Verein verlassen und sich Oberligist Eintracht Mahlsdorf angeschlossen.
Regionalliga Nordost
„Angstgegner“ Altglienicke
An den ersten beiden Spieltagen der Regionalliga Nordost konnten die fünf Berliner Vertreter insgesamt nur zwei Siege feiern. Nun aber brach der BFC Dynamo am vergangenen Wochenende den Bann und fuhr durch das 2:1 beim BFC Preussen die ersten drei Punkte ein. Putaro und Startelfdebütant Shcherbakovski mit einem Traumtor hatten die Weinrot-Weißen in Führung gebracht – Brehmer gelang dann zwar der Anschluss noch vor der Pause, zu mehr sollte es für den Neuling aber nicht reichen. Den zweiten Saisonerfolg errang die VSG Altglienicke in Fürstenwalde gegen Carl Zeiss Jena: Den Siegtreffer erzielte J. Manske dabei erst in der Nachspielzeit, zuvor hatte Nietfeld (2. Saisontor) die VSG in Führung gebracht – Jena blieb so auch im zehnten Duell mit den Berlinern ohne Dreier.
Hertha BSC II kam beim 5:2 gegen den FC Eilenburg ebenfalls zum ersten Erfolg 2025/26 (Tore: Gouram 2, Ajvazi, Rölke, Trus) – während der FC Hertha 03 (Tor: Keskin) nach dem 1:5 beim Halleschen FC mit dem ehemaligen 03-Coach Schröder weiter ohne Punktgewinn blieb.
3. Liga
Verdacht gegen Antwerpen
Am 28. August müssen sich Ex-Osnabrück-Trainer Marco Antwerpen und dessen Co-Trainer Frank Döpper vor dem DFB-Sportgericht verantworten. Der Vorwurf lautet: versuchte Spielmanipulation. Neu bekannt wurde, dass sie offenbar den Einsatz eines Spielers verhindern wollten. Im Fokus steht das Landespokal-Finale gegen Viertligist Blau-Weiß Lohne am 24. Mai. Nach Angaben der Neuen Osnabrücker Zeitung sollen Antwerpen und Döpper versucht haben, den Einsatz von Bernd Riesselmann, der vom VfL an Lohne ausgeliehen war, zu unterbinden. Demnach hätten sie über ein Mitglied des Trainer- oder Funktionsteams Druck auf den Spieler ausüben lassen, um ihn dazu zu bewegen, sich krankzumelden oder nicht mit vollem Einsatz zu spielen. Laut Bericht seien die Aufforderungen mit der Zeit intensiver geworden. Riesselmann soll deutlich gemacht worden sein, dass ein Einsatz negative Folgen für seine Karriere beim VfL haben könnte. Berater Markus Peter sagte der Zeitung, er könne „einen Anruf mit inakzeptablem Inhalt aus dem direkten Umfeld des VfL“ bestätigen, wolle sich aber nicht zum genauen Inhalt äußern. Er habe den Verein unmittelbar informiert: „Insofern hat Bernd sich korrekt und einzig richtig verhalten.“ Der Verein wandte sich daraufhin an den Ombudsmann des DFB, der als unabhängige Anlaufstelle für mögliche Fälle von Spiel- oder Wettmanipulation dient.
Im Anschluss leitete der DFB ein Ermittlungsverfahren ein, das nun in einer mündlichen Verhandlung mündet. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht den Trainern im schlimmsten Fall der Entzug der Lizenz. Bislang haben sich Antwerpen, Döpper, der VfL und der DFB nicht zu den Vorwürfen geäußert. Eine Woche nach dem Pokalspiel, das Lohne mit 4:2 gewann, trennte sich der VfL fristlos von beiden Trainern. Auch diese Kündigung ist Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, da Antwerpen und Döpper Klage eingereicht haben. Die Versuche, Riesselmann von einem Einsatz abzuhalten, blieben ohne Erfolg: Er wurde beim Stand von 2:2 eingewechselt und erzielte den Treffer zum Endstand von 4:2.
Dressel langfristig in Ulm
Drittligist SSV Ulm 1846 hat den Vertrag mit Dennis Dressel vorzeitig bis 2027 verlängert. Das gaben die Spatzen in der vergangenen Woche bekannt.
Dressel war zu Jahresbeginn vom Grazer AK nach Ulm gekommen und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Leistungsträger. „Dennis hat sich im letzten halben Jahr zu einem sehr wichtigen Bestandteil unserer Mannschaft entwickelt“, sagt Sport-Geschäftsführer Markus Thiele. In der Rückrunde absolvierte der 26-Jährige 15 Spiele für den SSV, erzielte ein Tor und bereitete zwei Treffer vor.
Insgesamt bringt Dressel Erfahrung aus 110 Partien in der 3. Liga mit. Zu seiner Entscheidung sagt er: „In Ulm habe ich mich von Beginn an sehr wohl gefühlt. Sowohl in der Stadt als auch im Verein. Die Nähe zu meiner Heimat und das familiäre Umfeld haben mir die Entscheidung nicht schwer gemacht. Ich werde alles dafür geben, um mit dem SSV erfolgreich zu sein.“ Nach der Verletzung von Johannes Reichert beim Auftaktspiel in Wiesbaden trug Dressel am vergangenen Samstag beim Heimerfolg gegen Erzgebirge Aue die Kapitänsbinde.
Zwei neue Offensivkräfte
Nach den Verpflichtungen von Jordan Majchrzak und Tim Köhler hat der VfB Stuttgart II erneut doppelt auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Neu im Team sind Mansour Ouro-Tagba, ausgeliehen vom 1. FC Köln, und Nuha Jatta von RB Leipzig. Beide sollen die Offensive verstärken.
Ouro-Tagba wurde in New York City geboren und erlernte das Fußballspielen beim TSV 1860 München. Dort kam er in der Saison 2023/24 in der 3. Liga auf 19 Einsätze und drei Tore. Anschließend wechselte der Angreifer zum 1. FC Köln und wurde direkt an den SSV Jahn Regensburg verliehen. Für den Zweitligisten spielte er neunmal, bevor er in der Winterpause nach Köln zurückkehrte. In der Rückrunde lief er für die U23 des 1. FC Köln in der Regionalliga West auf, Jatta kommt von RB Leipzig, nachdem er in der vergangenen Rückrunde an den italienischen Erstligisten FC Turin ausgeliehen war und dort für die U20 in acht Partien auflief.