Finale der Favoriten
Am vergangenen Wochenende setzten sich in der Vorschlussrunde des Berliner Landespokals die VSG Altglienicke und der BFC Dynamo durch und treffen nun im Endspiel am Finaltag der Amateure (23. Mai) im Mommsenstadion aufeinander. Am Samstag hatte die VSG dabei wenig Mühe mit Ligakonkurrent FC Hertha 03 – der Paukenschlag der Zehlendorfer in Leipzig drei Tage zuvor hatte eher für schwere Beine als Rückenwind gesorgt. So setzten sich die Altglienicker letztlich klar mit 4:0 (Tore: Ibrahimi 2, Tallig, Nietfeld) durch. Der BFC musste sich dagegen durch Kuffours späten 2:2-Ausgleich (Tore: Mattmüller – Schmüser, Tonk) bei Oberligist SV Sparta zunächst in die Verlängerung retten, spielte dann aber seine konditionellen Vorteile aus und gewann am Ende mit 6:3 (Fritzsche 2, Polte, Dadashov – Trojanovic). Zwischendurch musste die Partie dabei vom Schiedsrichterichtergespann unterbrochen werden, weil Dynamo-Fans für Tumulte durch Bierbecher- und Böllerwürfe sorgten – die Polizei setzte unter anderem Pfefferspray gegen die Randalierer ein.
Frauen-Fußball
Klassenerhalt gesichert
Die Frauen des 1. FC Union Berlin haben dank eines 3:3-Unentschiedens beim VfL Wolfsburg eine weitere Saison in der Frauen-Bundesliga sicher. Dabei war die Punkteteilung beim Vizemeister nach dem Spielverlauf sogar etwas ärgerlich, denn die Köpenickerinnen führten zwischenzeitlich aufgrund einer wackligen VfL-Defensive bereits mit 3:1 (Tore: Eurlings, Eigentor, Hipp). Doch in den Schlussminuten handelte man sich noch zwei Gegentore ein – nach der nun folgenden Pause im Oberhaus geht es für Union weiter mit einem Heimspiel gegen Bayern München (26. April). Keine Tore hingegen gab es beim Zweitliga-Spiel von Viktoria Berlin gegen den VfL Bochum – damit konnten die Lichterfelderinnen gegenüber dem Team aus dem Revier zumindest Platz 5 behaupten. Der Neuling tritt nun zum nächsten Spiel am Ostersonntag bei Bayern München II (Platz 9) an. In der Regionalliga Nordost konnte Hertha BSC seine Aufstiegsambitionen durch ein 5:0 in Dresden untermauern – auch, weil Verfolger 1.FC Union II beim 3:8 gegen RB Leipzig II unter die Räder kam.
Nachholspiele
In der Regionalliga Nordost bauten die Berliner Clubs zuletzt weiter ihren Stau ausgefallener Spiele ab. Für den zweifellos größten Paukenschlag sorgte dabei der FC Hertha 03 mit seinem 2:0-Erfolg (Tore: Jones, Eigentor) beim erstplatzierten Lok Leipzig – es war erst der zweite Saisonsieg für das Schlusslicht. Dazu musste sich der BFC Dynamo dem FSV Luckenwalde 0:1 geschlagen geben, während sich die VSG Altglienicke nach langem Rückstand gegen den FC Eilenburg doch noch mit 3:1 (Tore: Sylla 2, Nietfeld) durchsetzte. Am Wochenende beendete dann auch der BFC Preussen seine Durststrecke – Treffer von Frank, Schröder und Ramadan sorgten für das 3:1 über Luckenwalde. In der NOFV-Oberliga Nord verpasste Lichtenberg 47 beim 0:0 gegen Dynamo Schwerin, Boden auf Tabellenführer SV Tasmania gutzumachen – während die Füchse als Nummer eins der Berlin-Liga gegen den SV Empor mit 2:1 (Tore: Haney, Sunday – Neumeier) gewannen.
TeBe droht Rückzahlung
Im Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vorsitzenden Günter Brombosch beziehungsweise dessen Consulting GmbH hat das Landgericht Charlottenburg sich nun doch nicht zur Fortführung des Prozesses entschieden und Tennis Borussia zur Rückzahlung der geforderten Summe in Höhe von 133.000 Euro verurteilt. Zwar seien die Darlehensverträge tatsächlich unwirksam, da dem „TeBe“-Aufsichtsrat nie solche zur Zustimmung vorgelegt worden seien, weshalb der Club dem Kläger auch keine Darlehenszinsen schulde. Dennoch müsse TeBe die genannte Summe auf Grundlage des Bereicherungsrechts (§ 812 BGB) an den Schuldner zurückzahlen. „Das Geld sei geflossen, und dem Gericht sei kein Rechtsgrund ersichtlich, auf dessen Grundlage der Verein das Geld behalten dürfe“, heißt es in einer Mitteilung auf der Vereinshomepage. Die Lila-Weißen kündigten in diesem Zusammenhang an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen – signalisierten parallel jedoch weiterhin die Bereitschaft zu einer gütlichen Einigung.
3. Liga
1860 trauert um Karsten Wettberg
Der TSV 1860 München trauert um eine prägende Figur seiner Vereinsgeschichte: Karsten Wettberg ist im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert der Club nicht nur einen erfolgreichen Trainer, sondern auch eine Persönlichkeit, die den Verein über Jahrzehnte hinweg begleitet und geprägt hat. Besonders unvergessen bleibt seine Zeit Anfang der 1990er-Jahre, als er die Löwen 1991 zum Aufstieg in die 2. Bundesliga führte und mit der Mannschaft eine außergewöhnliche Serie von 54 Pflichtspielen ohne Niederlage aufstellte. Für diese Erfolge wurde ihm der Spitzname „König von Giesing“ verliehen. Wettberg hatte seine Trainerlaufbahn zuvor bei der SpVgg Unterhaching begonnen und war später auch bei Vereinen wie dem FC Augsburg, Jahn Regensburg oder der SpVgg Landshut tätig. Insgesamt sammelte er im Amateurbereich zahlreiche Titel und galt als prägende Figur des süddeutschen Fußballs.
Auch abseits des Trainerjobs blieb er aktiv, engagierte sich sozial und politisch und war regelmäßig bei Benefizspielen im Einsatz. Dem TSV 1860 blieb er stets eng verbunden, unter anderem als Vizepräsident und Scout. Seine Leidenschaft für den Verein brachte er selbst einmal auf den Punkt mit den Worten: „1860 ist wie Rauschgift.“
Beim kommenden Heimspiel wollen die Münchner ihrem früheren Trainer mit Trauerflor gedenken.
MSV Duisburg erreicht Pokalfinale
Der MSV Duisburg hat das Finale im Niederrheinpokal erreicht und sich dabei in einer umkämpften Partie beim 1. FC Bocholt durchgesetzt. Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase übernahm Duisburg zunehmend die Kontrolle, ließ jedoch zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt. Erst in der Verlängerung zahlte sich die größere individuelle Qualität und die höhere Belastbarkeit aus, als Jessen zweimal zur Stelle war und den Finaleinzug sicherte. Trotz des sportlichen Erfolgs sorgten die Begleitumstände für Unmut. Cheftrainer Dietmar Hirsch, der in Bocholt eine erfolgreiche Vergangenheit hat, äußerte sich nach Spielende deutlich zu Vorkommnissen auf der Tribüne. Er kritisierte vor allem den Umgang mit seiner Familie, die während des Spiels beleidigt und sogar mit Bier beworfen worden sein soll. „Dann muss man sich hinterfragen“, sagte Hirsch und stellte klar, dass hier eine Grenze überschritten worden sei. Der Verein aus Bocholt reagierte umgehend, entschuldigte sich öffentlich und kündigte eine interne Aufarbeitung an. Die Duisburger hingegen richten den Blick nach vorn: Im Finale wartet mit dem SC St. Tönis ein Oberligist auf sie.
Homburg dreht Spiel in Großaspach
Der FC 08 Homburg hat bei der SG Sonnenhof Großaspach einen wichtigen Auswärtssieg eingefahren und damit ein Ausrufezeichen gesetzt. In einer intensiven und phasenweise hochklassigen Regionalliga-Partie setzten sich die Saarpfälzer nach Rückstand mit 2:1 durch. Die Gastgeber erwischten zunächst den besseren Moment und gingen nach einer Ecke durch Aidonis in Führung (27.). Zuvor hatten beide Teams früh den Weg nach vorn gesucht, Homburg vergab bereits in der Anfangsphase eine gute Gelegenheit durch El-Helwe. Auch im weiteren Verlauf blieb die Partie offen, Großaspach nutzte eine ihrer Möglichkeiten zur Führung, während Homburg mehrfach gefährlich vor dem Tor auftauchte, aber zunächst ohne Ertrag blieb. Nach dem Seitenwechsel erhöhte der FCH den Druck und wurde dafür belohnt. Mendler traf nach rund einer Stunde zum verdienten Ausgleich (60.), ehe nur zwei Minuten später Heilig nach einer Standardsituation die Partie komplett drehte (62.). Homburg blieb auch danach gefährlich und verpasste eine frühere Entscheidung. In der Schlussphase warf Großaspach noch einmal alles nach vorne, kam aber nicht mehr entscheidend zum Abschluss.
Besonders bitter für die Gastgeber: Tabellenführer Freiberg ließ parallel Punkte liegen, wodurch die Chance auf die Tabellenführung ungenutzt blieb. Homburg hingegen unterstreicht mit dem Erfolg seine stabile Form im oberen Tabellenbereich.