Gelungene Generalproben
Vor dem Start der Regionalliga Nordost absolvierten die fünf Berliner Vertreter ihre letzten Testspiele. Nicht viel Aufschluss bot dem BFC Dynamo dabei das 2:2 bei Lichtenberg 47 (Oberliga), da Putaro aufseiten der Weinrot-Weißen durch seine Rote Karte (30.) bereits frühzeitig für eine Unterzahl sorgte. Die zweifache Führung des BFC, der am Samstag bei Vizemeister Hallescher FC startet, konnten die Gastgeber jeweils ausgleichen. Die VSG Altglienicke setzte sich bei Preußen Eberswalde (LL Nord Brandenburg) 4:0 durch. Der FC Hertha 03, Gegner der VSG am ersten Spieltag, trennte sich bei Oberligist RSV Eintracht nach Tor von Wilton 1:1. Aufsteiger BFC Preussen gewann dazu seinen letzten Test im polnischen Kurztrainingslager bei Unia Swardzec – ebenso wie das Team von Hertha BSC II, das gegen den SV Tasmania die Oberhand behielt.
Weiter Fragen um Viktoria
Vor dem Start der Saison 2025/26 in der NOFV-Oberliga Nord am 1. August erscheint eine Teilnahme von Viktoria Berlin unwahrscheinlicher denn je. Der Regionalliga-Absteiger stand laut Internetportal fupa.net jedenfalls zuletzt mit nur noch neun Spielern im Kader sowie ohne Trainerteam da – dazu wurden alle Testspieltermine abgesagt. Seit der Bekanntgabe über die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gegen die GmbH (umfasst die ausgegliederten 1. Männer sowie die U19) Anfang Juni haben sich die Verantwortlichen öffentlich nicht mehr geäußert. Die Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Oberligasaison hat man dabei erfüllt – daher hatte der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) Viktoria auch der fünften Spielklasse zugeordnet. Die bei Insolvenzverfahren übliche Sanktion eines Punktabzugs wird durch den sportlichen Abstieg obsolet. Dennoch hieß es vonseiten des NOFV zuletzt: „Sollte Viktoria nicht starten, würde eben eine Mannschaft weniger in der Liga spielen.“
Letzte Pokale vergeben
Wurden im Bereich des Berliner Fußball-Verbands (BFV) bereits sämtliche Trophäen für die Saison 2024/25 vergeben, fielen im Betriebs- und Freizeitfußball am vergangenen Wochenende noch die letzten Entscheidungen in den Pokalwettbewerben. Highlight am Endspieltag im Stadion Lichterfelde: das Finale der Männer, in dem sich mit Pichanga FC und dem frisch gebackenen Meister SV Traktor Boxhagen die beiden Erstplatzierten der Verbandsliga (höchste Freizeit-Spielklasse der Hauptstadt) gegenüberstanden. Traktor setzte sich dabei mit einem 2:0-Sieg durch und darf nun am Berlin-Pokal 2025/26 des BFV teilnehmen. Das gelang den Lichtenbergern dabei bereits zum zweiten Mal seit 2023 – damals entwickelte sich ein regelrechter Hype um das Team, als man es als erstes Freizeitteam bis in die dritte Runde schaffte. Weitere Titelträger 2024/25: der FC Oldie 1 (Ü60), FC Oldie 79 (Ü50), Hajduk Berlin (Ü38), Tasmania United (Ü30) und FC Schnappes / SC Borsigwalde (Kleinfeld).
Transfers
Ganz viel Verstärkung
Regionalligist BFC Dynamo hat kurz vor dem Saisonstart die Neuzugänge Nummer 15 und 16 präsentiert: Leandro Putaro (28, Alemannia Aachen) und Willi Reincke (22, SC Verl) sollen dabei noch einmal die Offensive verstärken. Mit dem 31-jährigen Mittelstürmer Jonas Nietfeld hat sich Ligarivale VSG Altglienicke dazu die Dienste eines Spielers gesichert, der schon in der 2. (Jahn Regensburg) und 3. Liga (Erfurt, Zwickau, HFC) Erfahrung gesammelt hat. Auch beim FC Hertha 03 hat man offensiv noch einen Routinier verpflichtet: Nicolas Hebisch (35 – insgesamt 82 Drittligaeinsätze für Babelsberg, Magdeburg, Lübeck) kommt von Viktoria Berlin nach Zehlendorf. Eine Spielklasse tiefer landete Oberligist SV Tasmania noch einen Transfercoup: mit dem Brasilianer Pedro Vitor konnte man den besten Schützen (2024/25: 20 Tore) des Regionalliga-Aufsteigers BFC Preussen von einem Wechsel nach Neukölln überzeugen. Vizemeister Lichtenberg 47 nahm dazu noch den bei Tasmania aussortierten Maximilian Storm (26, Mittelfeld) unter Vertrag.
FC Homburg
Trauer um Herbert Eder
Der FC 08 Homburg verliert eine prägende Persönlichkeit seiner Vereinsgeschichte. Wie der Regionalligist mitteilt, verstarb Herbert Eder, langjähriger Vorsitzender und Ehrenmitglied des Clubs, am vergangenen Donnerstag im Alter von 73 Jahren.
Eder zählte über Jahrzehnte hinweg zu den entscheidenden Köpfen des Vereins. „Als Vorsitzender, Krisenlenker, Gestalter und echter Fußballliebhaber hat er den FC Homburg mit viel Herz und strategischem Denken vorangebracht“, würdigte ihn der Verein in einer Mitteilung. Insgesamt über 18 Jahre, verteilt auf zwei Amtszeiten, führte Eder den Club durch Höhen und Tiefen. In seiner Amtszeit gelang nicht nur die sportliche Rückkehr in die Regionalliga – auch strukturell und organisatorisch entwickelte sich der Verein unter seiner Führung stetig weiter. Eder war ein Mensch mit klarer Haltung und dem Mut, für seine Überzeugungen einzustehen. Er war präsent, leidenschaftlich und scheute keine Auseinandersetzungen. Wer mit ihm diskutierte, tat das mit Respekt – denn jedem war klar, dass ihm das Wohl des Vereins über alles ging. Besonders hervorzuheben war seine Treue – gegenüber Wegbegleitern, Mitarbeitern und dem Verein selbst. Auch in schwierigen Phasen übernahm er Verantwortung und stellte sich schützend vor sein Team. Im Mai 2022 ernannte der FC Homburg ihn für sein jahrzehntelanges Engagement zum Ehrenmitglied. Diese besondere Auszeichnung war Ausdruck tief empfundener Dankbarkeit – für seine Standfestigkeit, seine Leidenschaft und seinen unermüdlichen Einsatz für den Verein.
Wintzheimer kehrt zu Schweinfurt zurück
Der 1. FC Schweinfurt 05 verstärkt sich mit Offensivspieler Manuel Wintzheimer. Der 26-Jährige kehrt damit zu seinem Heimatverein zurück. „Mit Manuel holen wir einen variablen, torgefährlichen Spieler, der gleichzeitig aus der Region stammt“, erklärte Geschäftsführer Markus Wolf. Bereits in der Jugend trug Wintzheimer das Trikot der „Schnüdel“, ehe er über die Nachwuchsabteilungen von Greuther Fürth und Bayern München beim Hamburger SV seinen ersten Profivertrag erhielt. Anschließend spielte er ein Jahr beim VfL Bochum, bevor er 2022 beim 1. FC Nürnberg unterschrieb. Zwischenzeitlich wurde er an mehrere Vereine verliehen – zuletzt an Rot-Weiß Essen, wo er in 20 Partien zum Einsatz kam. Insgesamt bringt der Angreifer Erfahrung aus über 110 Zweitliga- und mehr als 40 Drittligaspielen mit. Auch Wintzheimer selbst blickt der Rückkehr mit Freude entgegen: „Ich habe hier als Kind angefangen. Es fühlt sich richtig an, nun wieder für Schweinfurt aufzulaufen – dort, wo alles begonnen hat.“
Rückzug vom Rückzug – Ismaik bleibt doch
Die Trennung von Hasan Ismaik und 1860 München war eigentlich beschlossene Sache – nun kommt es wohl doch anders. Medienberichten zufolge ist der geplante Verkauf der Anteile überraschend geplatzt. Was steckt dahinter? Nach über 15 Jahren voller Spannungen, Missverständnissen und sportlicher Rückschläge sollte bei den Münchener Löwen ein Neuanfang ohne Ismaik gewagt werden. Doch laut übereinstimmenden Berichten verschiedener Medien will der Investor nun doch nicht verkaufen. „Ich werde den Weg mit dem Club weitergehen“, zitierte ihn die „Süddeutsche Zeitung“. Auch „tz“ und „Münchner Merkur“ meldeten die Kehrtwende. Eine offizielle Reaktion des Vereins blieb zunächst aus. Die Nachricht kam offenbar selbst für die Vereinsführung an der Grünwalder Straße überraschend. Viele Anhänger des Clubs dürften irritiert sein – sie hatten das angebliche Ende der Ära Ismaik kürzlich noch gefeiert. Anfang Juli hieß es noch, Ismaik werde seine Mehrheitsanteile an der Profiabteilung an einen Unternehmer aus der Schweiz übertragen. Der Deal galt als nahezu abgeschlossen, lediglich Formalitäten standen aus. Damals ließ sich Ismaik in der Vereinsmitteilung mit den Worten zitieren: „Ich bin froh, meine Anteile in gute Hände zu übergeben.“ Er sprach davon, den Club schuldenfrei zu hinterlassen und sich künftig als einfacher Fan zu sehen. Der damalige Präsident Robert Reisinger erklärte kurz darauf bei der Jahreshauptversammlung, Ismaik spiele „keine Rolle mehr“. Fans feierten in der Stadt und skandierten bei der Versammlung lautstark gegen den Investor. Doch nun scheint sich das Blatt erneut zu wenden. 2011 war Ismaik mit großen Ambitionen bei den Löwen eingestiegen: Bundesliga, danach Königsklasse – das Ziel war hochgesteckt. Die Realität sah anders aus: 2017 folgte der Absturz aus Liga zwei und infolge eines verweigerten Geldflusses sogar der Zwangsabstieg in die Regionalliga. Zwar gelang der direkte Wiederaufstieg in die 3. Liga, doch dort ist man bis heute geblieben. Ismaik kündigte nun an, mit Präsident Gernot Mang über Stadionfragen, die neue Turnhalle und die sportliche Ausrichtung zu sprechen. Laut „SZ“ will er dazu kommende Woche in München sein.