Aufstieg trotz Niederlage
Die Frauen von Hertha BSC hatten sich in der Relegation zur 2. Liga mit einem 4:1-Sieg beim 1. FC Saarbrücken eine glänzende Ausgangsposition verschafft. Vergangenen Sonntag ging es im Rückspiel in Berlin darum, den Vorsprung zum endgültigen Aufstieg zu nutzen. Dabei erwischten die Hauptstädterinnen nach einer Unaufmerksamkeit in der FCS-Defensive durch das 1:0-Führungstor von Wellhausen erneut einen Blitzstart – der diesmal jedoch keine Sicherheit brachte. Nach dem schnellen Ausgleich der Gäste durch Volpert (12.) taten sich die Schützlinge von Trainer Tobias Kurbjuweit vielmehr schwer. In der zweiten Halbzeit war die Partie dann wieder ausgeglichener, und erneut war es Wellhausen, die mit dem 2:1 (82.) für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte. Trotzdem steckten die Saarländerinnen nicht auf und kamen in der Nachspielzeit noch zu zwei Toren (Hauck, Ripperger), die dem 1. FCS noch einen 3:2-Achtungserfolg bescherten. Hertha aber stand dennoch am Ende als Aufsteiger fest.
VSG rüstet auf
Regionalligist VSG Altglienicke hat mit weiteren Verstärkungen zur Saison 2026/27 für Aufmerksamkeit gesorgt. Mit Lennart Czyborra (27, Mittelfeld) wurde dabei ein Profi verpflichtet, der über Erstliga-Erfahrung in vier europäischen Ländern (unter anderem Almelo, Bergamo, Bielefeld, Tirol) verfügt. Nun kehrt der gebürtige Berliner vom polnischen Zweitligisten Miedz Legnica zurück in seine Heimatstadt. Dazu konnten die Treptower auch Sven Sonnenberg für sich gewinnen: Der 27-jährige Defensivmann soll den Abgang von Patrick Kapp nach Aue kompensieren. Sonnenberg kann dabei allein mehr als 100 Einsätze in der 3. Liga vorweisen und wechselt vom 1. FC Saarbrücken an die Spree. Dazu hat die VSG mit vier Spielern nicht verlängert: Friedrich (19, Angriff) kehrt nach Leihe zum 1. FC Union zurück – während Lübke (24, Abwehr), Qenaj (23, Angriff) und Wagner (23, Mittelfeld) noch ohne neuen Verein sind. In der kommenden Saison will Altglienicke um den Titel mitspielen, da der Meister der Nordost-Staffel direkt aufsteigen kann.
Weitere Wechsel
Beim Regionalligisten BFC Dynamo wird der Kader nach dem Umbruch der Vorsaison weiter justiert: mit Amadou, Gantzke, Karatas, Knezevic, Kuffour, Lebersorger, Ortegel, Pestic, Putaro, Shcherbakovski und Wrebiakowski verlassen elf Spieler den Verein. Dazu wurden die Zugänge von Viktor Miftaraj (25, Abwehr – SV Rödinghausen), Salman Rebronja (21, Abwehr – Wuppertaler SV) sowie Willi Noack (21, Mittelfeld – Eintracht Mahlsdorf) vermeldet. Hertha BSC II bediente sich gleich doppelt bei der U19 des SV Wehen Wiesbaden: Theophilus Akoto (19, Angriff) und Jermaine Ngwa (18, Mittelfeld). Mit Decker (FC Ingolstadt), Rölke (VfB Stuttgart II, beide 3. Liga) und Krumhaar (Hertha 03/Oberliga) sowie Bruns und Weiland (beide vereinslos) verlassen aber auch fünf Spieler die „Bubis“. Der SV Tasmania, Neuling in der Regionalliga Nordost 2026/27, erweiterte dazu den Konkurrenzkampf im Tor mit der Verpflichtung von Elias Höftmann (22, TSG Neustrelitz/Oberliga).
Relegation
„Kleeblatt“ als Sieger
Im ersten Duell der Aufstiegsrelegation zur Berlin-Liga hatte sich SF Johannisthal am Mittwoch vergangener Woche mit einem 4:0-Sieg auf eigenem Platz über den Köpenicker FC bereits eine hervorragende Ausgangsposition verschafft. Vor knapp 600 Zuschauern am Segelfliegerdamm sorgten die Treffer von Olff (2), Ferl und Warncke (Foulelfmeter) für einen deutlichen Vorteil des „Kleeblatts“ im Treptow-Köpenicker Bezirksduell. Im Rückspiel konnte dann Bohnsack zwar vor der Pause für den KFC zweimal treffen, ließ aber auch einen Elfmeter ungenutzt – dazu hatte Johannisthal durch Ferl zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen. Im zweiten Durchgang gelangen dem Köpenicker Torjäger dann sogar seine Treffer Nummer drei und vier, doch das Team von Trainer Bethke war seinerseits durch Olff erfolgreich, sodass die Partie 4:2 endete. Nach den Ausscheidungsspielen der Zweitplatzierten beider Landesliga-Staffeln steht somit SF Johannisthal als dritter Neuling der Berlin-Liga 2026/27 neben dem BFC Meteor 06 und FC Internationale fest.
Rostock holt Michaelis
Der F.C. Hansa Rostock hat seinen vierten Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet. Offensivspieler Yannick Michaelis wechselt von Borussia Mönchengladbach II an die Ostsee. Der 19-Jährige kam in der vergangenen Saison in der Regionalliga West auf 33 Einsätze, vier Tore und acht Vorlagen. Michaelis wurde beim Halleschen FC, beim 1. FC Magdeburg und bei Hannover 96 ausgebildet, ehe er 2023 nach Mönchengladbach wechselte. Bei Borussia gelang ihm der Sprung aus der U19 in die U23, zudem sammelte er im Premier League International Cup Erfahrung. Hansa-Sportchef Amir Shapourzadeh spricht von einem Spieler mit „einer hohen Talentanlage und einem enorm spannenden athletischen Profil“.
Michaelis bringe Tempo, Spielintelligenz und technische Qualität mit. Der Spieler selbst sagt, die Gespräche hätten ihm schnell gezeigt, „dass Hansa der richtige Schritt für mich ist“. In Rostock ist er der vierte neue Spieler und soll der Offensive mehr Tiefe geben.
Rot-Weiss Essen verlängert mit Swajkowski
Rot-Weiss Essen hat den Vertrag mit Gianluca Swajkowski vorzeitig verlängert. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler bleibt dem Drittligisten damit langfristig erhalten. Sein bisheriges Arbeitspapier hatte sich durch eine feste Anzahl an Einsätzen ohnehin um ein weiteres Jahr verlängert. Swajkowski kam vergangene Saison siebenmal in der 3. Liga zum Einsatz. Am 37. Spieltag erzielte er beim 1:0 gegen den SC Verl den Siegtreffer. Danach stand er auch in beiden Relegationsspielen auf dem Platz. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit ‚Jonny‘ nun auch langfristig planen können“, sagt RWE-Direktor Profifußball Marcus Steegmann. Swajkowski sei ein Eigengewächs, das sich in der Endphase der Saison stark entwickelt habe. Auch der Spieler selbst sieht seine Zukunft weiter an der Hafenstraße. „Ich bin sehr glücklich hier in Essen“, sagt Swajkowski, der seit seinem 15. Lebensjahr bei RWE spielt und alles für Verein und Fans geben will.
Verpasster Aufstieg
Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken haben den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Taifour Diane gewann zwar das Rückspiel der Relegation bei Hertha BSC, konnte die 1:4-Niederlage aus dem Hinspiel aber nicht mehr ausgleichen. Die Hoffnung auf eine Aufholjagd erhielt schon nach wenigen Sekunden den ersten Dämpfer. Saarbrücken verlor den Ball direkt nach dem Anstoß in der Vorwärtsbewegung, Hertha-Stürmerin Ellie Wellhausen wurde steil geschickt und hob den Ball nach nur neun Sekunden über FCS-Torhüterin Nora Clausen hinweg zum 1:0 ins Netz. Damit musste der FCS mindestens vier Tore erzielen, um noch eine Verlängerung zu erreichen. Die Berlinerinnen zogen sich angesichts ihres Vorsprungs etwas zurück, Saarbrücken kam besser in die Partie. Nach einer Ecke fiel in der zehnten Minute der Ausgleich durch Yara Volpert. In der Folge war der Regionalliga-Südwest-Meister die aktivere Mannschaft, ließ aber weitere Möglichkeiten aus. Lilli Berwind vergab per Kopf, kurz vor der Pause kam auch Chelsea Agyei in aussichtsreicher Position nicht zum Erfolg. Nach dem Seitenwechsel wurde es für Saarbrücken bei hohen Temperaturen immer schwerer, noch einmal Druck aufzubauen. Hertha verwaltete den Vorsprung aus beiden Spielen, der FCS blieb bemüht, kam aber nicht mehr in die Nähe des benötigten Ergebnisses. Mit ihrem zweiten Treffer zum 2:1 in der 82. Minute wollte Wellhausen den Saarbrückerinnen endgültig die letzte Hoffnung nehmen, diese blühten aber regelrecht auf und drehten in der Nachspielzeit durch die Tore von Kristin Hauck und Lena Ripperger die Partie zum 2:3-Endstand. An der Gesamtwertung änderte das aber nichts mehr. Hertha steigt in die 2. Bundesliga auf, Saarbrücken bleibt der große Schritt verwehrt.
3. Liga
Ingolstadt holt Seo
Der FC Ingolstadt hat seinen ersten Neuzugang vorgestellt. Jongmin Seo wechselt ablösefrei vom österreichischen Zweitligisten First Vienna FC zu den Schanzern. Der 24-jährige Südkoreaner kann im offensiven Mittelfeld und auf beiden Außenbahnen spielen. In der vergangenen Saison erzielte Seo für First Vienna in 33 Pflichtspielen neun Tore. Rigo Hof, Koordinator Kaderplanung und Scouting beim FCI, beschreibt ihn als „technisch gut ausgebildeten Spieler, der darüber hinaus ein hohes Tempo mitbringt und seine Stärken unter anderem im Eins-gegen-Eins hat“. Der Verein schätzt zudem seine mannschaftsdienliche Art und seine Fähigkeit, Mitspieler in gute Positionen zu bringen. Seo wurde in den Nachwuchsleistungszentren von Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 ausgebildet. Für Dynamo Dresden kam er in der Saison 2021/22 viermal in der 2. Bundesliga zum Einsatz. Weitere Stationen waren Wacker Innsbruck, Haugesund und Chemnitz.