Tasmania gewinnt Topspiel
Nach frühem Rückstand sah es lange so aus, als würde Spitzenreiter SV Tasmania am 14. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord beim viertplatzierten Neuling SV Siedenbollentin stolpern. Dann aber platzte der Knoten und die Neuköllner kamen durch vier Tore (Cruz Magalhaes, Ajala-Alexis, Sentürk, Söyler) ab der 66. Minute noch zu einem 4:2-Sieg. Das Spiel von Lichtenberg 47, bis dato punktgleich mit Tasmania, war dazu ausgefallen. Eintracht Mahlsdorf setzte sich dank eines Doppelschlags von Stettin mit 2:1 gegen Anker Wismar durch und schob sich auf Rang drei vor. Der Tabellenvorletzte SD Croatia versetzte Tennis Borussia dazu einen Rückschlag (2:1 – Tore: Uzuner, Durmus; Iraki) und verkürzte den Abstand zum Berliner AK (1:2 in Klosterfelde – Tor: Beyazit) auf drei Punkte. Trotz Pausenführung durch Schüßler verlor Schlusslicht Viktoria Berlin somit in Rathenow nicht nur 1:2, sondern auch weiter an Boden im Abstiegskampf. Der SV Sparta erhielt dazu beim 1:6 (Tor: Hänsch) in Neustrelitz eine herbe Abfuhr, der TuS Makkabi war spielfrei.
Union-Frauen mit 1:1
Im Duell der Neulinge in der Frauen-Bundesliga hatte der 1. FC Union am elften Spieltag Pech: Zwar waren die Köpenickerinnen gegen den Hamburger SV nach einer Stunde durch Weidauer mit 1:0 in Führung gegangen, fünf Minuten vor Schluss aber gelang den Hanseatinnen durch einen von Campbell verursachten Handelfmeter der Treffer zum 1:1-Endstand. Immerhin konnte das Team damit den Vier-Punkte-Vorsprung auf den Drittletzten wahren und nach drei Niederlagen zumindest wieder einen Zähler holen. Weiter geht es für den 1. FC Union dann am 7. Dezember mit dem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim (7. Platz). Abgesagt wurde die Zweitligapartie Viktoria Berlin – Borussia Mönchengladbach: Der Bodenfrost sowie die Belastung durch das Heimspiel des FC Hertha 03 am Vortag hatten dem Platz im Stadion Lichterfelde zu sehr zugesetzt. In der Regionalliga Nordost übernahmen dazu die Frauen von Hertha BSC mit einem 3:0-Sieg (Tore: Seifert 2, Wellhausen) über Türkiyemspor die Spitze.
Schultz bleibt BFV-Präsident
Am vergangenen Sonnabend wurden auf dem Verbandstag des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) die Wahlen zum Präsidium abgehalten. Die Delegierten bestätigten Präsident Bernd Schultz, der dem Verband seit September 2004 vorsteht, und sein Team in ihren Ämtern. „Ich bedanke mich herzlich im Namen aller Präsidiumsmitglieder für die Wahl und freue mich auf die Aufgaben, die in der neuen Legislaturperiode vor uns liegen“, wurde Schultz in einer Mitteilung zitiert. Besonders hob der 68-Jährige dabei die Strategie „Team Berlin 2026 bis 2029“ hervor, die „den Verband und vor allem die Vereine nachhaltig stärken und binden wird“. Das Projekt schließt an den Reformprozess „Future BFV“ an, dessen Abschlussbericht bei der Veranstaltung vorgestellt wurde. Dazu standen zahlreiche Anträge zur Abstimmung – vor dem Verbandstag war zudem die vom BFV in Auftrag gegebene Studie „Eine Stütze des Systems? Der Berliner Fußball im Nationalsozialismus“ (Arete Verlag) vorgestellt worden.
Regionalliga Nordost
Hertha 03 verpasst Sieg
Aufgrund der kalten Witterung in der Region fielen am 16. Spieltag der Regionalliga Nordost gleich drei Partien aus, von denen insgesamt vier der Berliner Vertreter betroffen waren. Erst am Sonntag wurde dabei die Begegnung des BFC Dynamo gegen den FSV Luckenwalde im Sportforum Hohenschönhausen abgesagt – das Duell zwischen dem ZFC Meuselwitz und dem BFC Preussen am Samstag konnte ebenfalls aufgrund der frostigen Bedingungen nicht stattfinden, die Unbespielbarkeit des Platzes wurde dabei aber immerhin bereits 24 Stunden vorher festgestellt. Auch in der Fürstenwalder Spree-Arena, diese Saison die Heimat der VSG Altglienicke, waren keine adäquaten Spielverhältnisse gegeben, sodass die Partie gegen Hertha BSC II zunächst auf Mittwoch (26. November – bei Redaktionsschluss nicht beendet) verlegt werden musste. Die Partie FC Hertha 03 gegen Rot-Weiß Erfurt im Stadion Lichterfelde konnte hingegen stattfinden: Das Schlusslicht führte dabei bis zur vorletzten Minute durch ein Tor von Iba May, musste dann aber letztlich doch noch den 1:1-Ausgleich hinnehmen.
Neuer Sportchef
Beim SSV Jahn Regensburg ist nach sieben Wochen Vakanz die wichtigste sportliche Position neu besetzt: Alexander Schmalhofer übernimmt die Rolle des Sportdirektors. Seine Verpflichtung ist das Ergebnis eines Auswahlprozesses, der ungewöhnlich breit angelegt war – rund 300 Kandidaten standen auf der Liste.
Schmalhofer, zuvor „Head of Sports Analytics and Development“ im RB-Netzwerk, erfüllt nach Ansicht des Clubs ein „passgenaues Kompetenzprofil“. Für den Jahn war entscheidend, dass er jene Lücke schließen kann, die nach dem Abgang von Christian Keller entstanden war. Der 38-Jährige begründet seinen Wechsel mit Regionalität, familiärer Bindung – und mit der „konzeptionellen Herangehensweise“, für die der Jahn stehen will. Entscheidend wird, wie der neue Sportdirektor die sportliche Identität des Clubs schärft. „Es wird sehr stark darum gehen zu definieren, für welchen Fußball der Jahn stehen soll. Wir wollen eine Vision erarbeiten.“
Ärger in Neunkirchen
Saarlandligist Borussia Neunkirchen sorgt wieder einmal für negative Schlagzeilen. In der vergangenen Woche wurden die Geschäftsräume des finanziell traditionell angeschlagenen Vereins durchsucht. Dabei richteten sich die Maßnahmen primär gegen Personen, die im Zusammenhang mit einem Skandal um die Vergabe von Glasfaser-Aufträgen stehen. Bei einem davon soll es sich um den bisherigen Trainer der Borussia, Daniel Rodenbusch handeln. Dieser wurde Ende der vergangenen Woche „vorläufig freigestellt“, wie der Verein mitteilte. Die Borussia sei nicht unmittelbar Bestandteil der Ermittlungen, erklärte der Verein weiter. Allerdings sollen nach Informationen der „Saarbrücker Zeitung“ Mitglieder den Verdacht geschöpft haben, dass es insbesondere beim Sponsoring für den Verein Unregelmäßigkeiten gegeben haben könnte.
3. Liga
Hansa Rostock bestätigt Aufsichtsrat
Die Mitgliederversammlung des F.C. Hansa Rostock war mit Spannung erwartet worden. Am vergangenen Sonntag gab es nun Klarheit – und eine Zahl, die viele überraschte: Hansa hat die Saison 2024/25 trotz großer Investitionen mit einem kleinen Plus abgeschlossen.
Die Wahl des Kontrollgremiums entpuppte sich weniger als Richtungsbruch denn als Vertrauensbeweis. 14 Kandidaten standen zur Wahl, am Ende entschieden sich die Mitglieder jedoch mehrheitlich dafür, den bestehenden Aufsichtsrat zu bestätigen. Sebastian Eggert, Prof. Dr. Mario Hensel, Anne Schäfer, Martin Ohde, Sven Moschner, Axel Giere und Jean Diews bleiben im Amt, Eggert weiterhin als Vorsitzender. Ex-Profi Heiko März schaffte den Sprung ins Gremium nicht – ein Detail, das die Stimmung der Mitglieder widerspiegelt: In der aktuell stabileren Phase wird Kontinuität bevorzugt. Finanziell lag der Fokus auf einer Zahl: 13.000 Euro. So gering fiel das Plus aus – aber es war eines. Angesichts der hohen Kosten, unter anderem für die neuen Flutlichtmasten, war ursprünglich mit einem siebenstelligen Minus kalkuliert worden. Doch Hansa übertraf die eigenen Prognosen deutlich: 38,7 Millionen Euro Umsatz, mehr als sechs Millionen über dem Budget. Auffällig sind die starken Vertriebssäulen: über neun Millionen Euro durch Ticketing, sieben Millionen über Merchandising inklusive eines Trikotverkaufsrekords von 40.000 Stück.
Trotz des Rückzugs des Sponsors „28Black“ lag der Sponsoringwert bei über zehn Millionen Euro. Der Klub wächst auch strukturell: 30.000 Mitglieder, 2.500 neue innerhalb eines Jahres – ein Wert, der Hansa in die Top 20 Deutschlands hebt. Die Mitgliederversammlung bestätigte damit das Bild eines Vereins, der sportlich noch auf der Suche ist, wirtschaftlich aber stabiler dasteht, als es die jüngeren Jahre vermuten ließen. Für Rostock ist das ein seltener Moment: Ruhe – zumindest auf dem Papier.