Hertha 03 mit Mühe
Oberligist FC Hertha 03 tat sich in der ersten Runde des Berlin-Pokals erstaunlich schwer: Beim Bezirksligisten SFC Friedrichshain führten die Zehlendorfer zur Pause zwar 2:0, nach dem Anschlusstor der Gastgeber aber musste die knappe Führung am Ende ins Ziel gebracht werden. Auch Tennis Borussia (2:0 bei der SG Rotation / Bezirksliga) riss keine Bäume aus, während andere Ligakonkurrenten es hingegen ordentlich krachen ließen. Eintracht Mahlsdorf (13:0 in Gatow) und Lichtenberg 47 (10:0 bei Concordia Wilhelmsruh) gewannen sogar zweistellig, die Füchse (6:1 bei BFC Alemannia 90), TuS Makkabi (6:1 bei BW Spandau), der SV Sparta (5:1 beim FC Liria) sowie der Berliner AK (4:0 bei Wacker 21) ließen dazu ebenfalls keine Zweifel aufkommen. Den höchsten Erfolg des Wochenendes fuhr jedoch Delay Sports ein: Der Influencer-Club, dessen Durchmarsch inzwischen bis in die Landesliga geführt hat, erreichte mit einem 14:1 bei RW Hellersdorf (Bezirksliga) die nächste Runde – ebenfalls 15 Tore gab es bei 1. Traber FC – BSV Hürtürkel (2:13) zu bestaunen.
Union-Frauen unterliegen
Zum Start der Saison in der Frauenbundesliga hatte der 1. FC Union mit dem FC Bayern München den schwerstmöglichen Gegner – und musste sich im Stadion an der Alten Försterei mit 1:4 geschlagen geben. Die Köpenickerinnen zeigten eine gute Startphase, gerieten dann aber durch einen Freistoß in Rückstand – danach zog der amtierende Doublegewinner sein Spiel auf und erhöhte zwischenzeitlich auf 0:3, ehe Bauereisen (79.) der Anschlusstreffer gelang. In der Folge bäumten sich die Schützlinge von Trainerin Marie-Louise Eta noch einmal auf, das letzte Tor des Tages gelang aber in der Schlussminute den Münchnerinnen. Am Samstag geht es für die Union-Frauen mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter. Viktoria Berlin konnte dazu am dritten Spieltag der 2. Liga mit einem 2:1-Sieg (Tore: Yavuz 2) gegen die SG Andernach den Anschluss zur Spitzengruppe halten – Hertha BSC (2:1 bei Turbine Potsdam) stockte als Neuling sein Konto ebenfalls auf sechs Punkte auf.
Berlins Beste gewählt
Bei den Wahlen zu Berlins besten Aktiven 2025/26 dominierte der 1. FC Union. Mehr als 7.000 Personen hatten bei der im Juli durchgeführten Online-Abstimmung teilgenommen, die der Berliner Fußball-Verband mit Lotto Berlin und der Fußball-Woche veranstaltet. So setzte sich im Bereich Profifußball bei den Frauen Lisa Heiseler (40,6 Prozent) vor ihrer Teamkollegin Anna Weiß (12,8) und Nina Ehegötz (Viktoria – 10,9) durch – bei den Männern wurden Unions Christopher Trimmel (22,1) sowie Frederic Rönnow (19,8) auf die Spitzenplätze gewählt, Fabian Reese (14,6 – Hertha BSC, inzwischen Wolfsburg) landete hier auf Rang 3. Auch die Kategorien „Beste Amateurfußballerin“ (Carla Okoro von Unions U23 – 46,1) beziehungsweise „Berliner Amateurtrainer*in“ (Anja Matthes, Union U23 – 42,2) gingen an die Eisernen. Sidney Friede (22,1 – Delay Sports) entschied das Votum im Bereich Amateurfußballer für sich. Der Ex-Hertha-Profi landete vor Dennis Bohnsack (17,1 – Köpenicker FC) und Jonas Nietfeld (14,6 – VSG Altglienicke).
Berlin-Pokal
Favoriten mit Kantersiegen
Bereits am Mittwoch vergangener Woche startete die erste Runde des Berlin-Pokals mit der Partie des Regionalligisten VSG Altglienicke bei Borussia Pankow (Kreisliga A), da der Titelverteidiger am Montag im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg gefordert war (bei Redaktionsschluss nicht beendet) – die VSG setzte sich dabei sicher mit 9:0 (Tore: Meller 4, Zografakis 3, Roßbach, Ersungur) durch. Noch deutlicher machte es der BFC Dynamo, der nach Heimrechttausch mit dem SV Nord Wedding (Bezirksliga) im Sportforum einen 12:0-Sieg (Tore: Rogero 3, Ho, Balde je 2, Ceesay, Günay, Seven, Fritzsche, Kolacki) feiern konnte, obwohl der Vorjahresfinalist nach einer Roten Karte eine Halbzeit in Unterzahl bestritt. Der BFC Preussen zog außerdem dank eines 6:1-Erfolgs (Tore: Butkovic 3, Berkemer, Sommerfeld, Wosz – Körner) beim SSC Teutonia (Landesliga) ebenso ungefährdet in die zweite Runde ein wie der SV Tasmania, der beim Bezirksligisten 1. FC Lübars mit 7:0 (Tore: Eder, Cakmak, Sambale, Wostrikow, Beyazit, Yajima, Agbaba) die Oberhand behielt.
WM-Teilnehmer Velupillay verstärkt Ingolstadt
Der FC Ingolstadt hat den australischen Nationalspieler Nishan Velupillay verpflichtet. Der 25 Jahre alte Offensivspieler kommt von Melbourne Victory und verlässt damit erstmals seine Heimat. Bei der Weltmeisterschaft bestritt Velupillay gegen die Türkei und die USA insgesamt 74 Minuten. Australien erreichte das Sechzehntelfinale, in dem die Mannschaft an Ägypten scheiterte. Für die Socceroos stehen für ihn bislang neun Länderspiele und drei Tore zu Buche. Sein Debüt gegen China im Oktober 2024 krönte er direkt mit einem Treffer. Für Melbourne absolvierte Velupillay mehr als 100 Pflichtspiele, erzielte 25 Tore und bereitete vier weitere vor. 2021 gewann er mit dem Club den australischen Pokal. „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung in Deutschland und beim FC Ingolstadt 04“, sagt der neunte externe FCI-Neuzugang dieses Sommers. Kaderplaner Rigo Hof erwartet durch ihn zusätzliche Flexibilität in der Offensive.
Großaspach leiht Bleicher aus
Die SG Sonnenhof Großaspach hat Franz Xaver Bleicher bis zum Saisonende vom FC Augsburg ausgeliehen. Der 19 Jahre alte Deutsch-Amerikaner wurde bei den Fuggerstädtern ausgebildet und gehört seit 2025 zum U23-Kader. In der Regionalliga Bayern absolvierte der Mittelfeldspieler bislang 40 Begegnungen, erzielte vier Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. In der laufenden Saison war er bei zwei Einsätzen bereits an zwei Toren beteiligt. Sportdirektor Julian Schieber bezeichnet Bleicher als „sehr gut ausgebildeten Spieler“ und sieht in der Leihe eine gute Lösung für alle Beteiligten. Der frühere Junioren-Nationalspieler, der 19 Auswahlpartien bestritt, erhält in Großaspach die Rückennummer vier. „Für mich ist der Wechsel nach Aspach ganz bewusst der nächste Schritt“, sagt Bleicher. Er wolle seine Komfortzone verlassen, sich im Herrenfußball auf bestmöglichem Niveau beweisen.
3. Liga
Köln verpflichtet Heister
Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln hat auf den langfristigen Ausfall von Jasper Löffelsend reagiert und Florian Heister verpflichtet. Löffelsend hatte sich unmittelbar vor dem Saisonauftakt einen Kreuzbandriss zugezogen. Der 29 Jahre alte Heister löste zuletzt seinen Vertrag bei Alemannia Aachen auf und kann auf beiden Außenverteidigerpositionen eingesetzt werden. „Mit Flo haben wir nach der Verletzung von Jasper den passenden Baustein gefunden“, sagt Fortuna-Trainer Matthias Mink. Heister bringt Erfahrung aus 19 Zweitligapartien für Jahn Regensburg und 78 Spielen in der 3. Liga für Aachen und Viktoria Köln mit. Zudem gewann er fünfmal einen Landespokal und wurde mit Viktoria und Aachen Regionalligameister. In Köln trifft der gebürtige Neusser unter anderem auf seinen früheren Aachener Mitspieler Robin Afamefuna. Heister will bei der Fortuna „alles geben“, um mit der Mannschaft das gemeinsame Ziel Klassenerhalt zu erreichen.
Homburg nutzt Überzahl
Der FC 08 Homburg hat beim SV Sandhausen mit 3:1 gewonnen und damit den ersten Auswärtssieg der Regionalliga-Saison gefeiert. Trainer Roland Seitz brachte nach dem 0:3 in Freiberg Hilal El-Helwe und Michael Guthörl für den verletzten Julian Günther-Schmidt sowie den gesperrten Birkan Celik. Die entscheidende Wendung folgte nach 22 Minuten, als Sandhausens Marco Kehl-Gómez wegen einer Notbremse die Rote Karte sah. Homburg nutzte die Überzahl und ging in der 35. Minute durch El-Helwe in Führung. Nach der Pause verpasste der FCH zunächst weitere Tore, ehe Frederik Schumann nach Vorarbeit von Armend Qenaj auf 2:0 erhöhte. Sandhausen kam durch Schulz noch einmal heran, nachdem Vukoja zuvor Aluminium getroffen hatte. In der 89. Minute beseitigte Emir Kuhinja nach einem Konter die letzten Zweifel und stellte den 3:1-Endstand her. Am Samstag empfängt Homburg um 14 Uhr die Stuttgarter Kickers im Waldstadion. „Wir haben nach der Niederlage in Freiberg die richtige Reaktion gezeigt“, sagte Seitz.