Titelrennen bleibt heiß
Spitzenreiter SV Tasmania musste sich am 25. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord strecken, um am Freitagabend gegen Anker Wismar vorzulegen. Nach Rückstand ging man zwar mit 4:1 in Führung und war dazu in Überzahl, doch die Hansestädter verkürzten auf 4:3. Letztlich brachte „Tas“ den wichtigen Dreier aber mit einem 5:3-Erfolg nach Hause. Am Sonntag gab es dann auch bei Lichtenberg 47 „Drama pur“: In vorletzter Minute kassierte der Tabellenzweite erst den Ausgleich gegen die TSG Neustrelitz, vergab dann einen Elfmeter, um in der 94. Minute doch noch das Siegtor zum 2:1 zu erzielen. Im Abstiegskampf konnte Tennis Borussia zumindest einen wichtigen Zähler beim 1:1 in Mahlsdorf holen, während der Berliner AK in Rostock mit 0:2 unterlag. SD Croatia (0:4 gegen Klosterfelde) ist als Vorletzter kaum noch zu retten, Viktoria (3:7 beim SV Sparta) längst abgestiegen. Außerdem spielte TuS Makkabi 1:1 in Siedenbollentin.
Union-Frauen stark gegen FCB
Wegen des Champions-League-Heimspiels der Frauen des FC Bayern München am vergangenen Samstag wurde die Bundesligapartie des amtierenden nationalen Doublegewinners beim 1. FC Union auf den 22. April vorgezogen. Vor rund 13.000 Zahlenden im Stadion An der Alten Försterei boten die Eisernen den Münchnerinnen dabei einen starken Kampf. Sophie Weidauer sowie Lia Kamber gelang dabei nach Rückstand jeweils der Ausgleichstreffer, ehe Giulia Gwinn zum 3:2 für die Bayern traf und ihnen damit die nächste Meisterschaft sicherte. Der 1. FC Union hat als Neuling auf Platz neun den Klassenerhalt sicher und wird zur neuen Saison die aktuelle Interimstrainerin der Bundesliga-Männer, Marie-Louise Eta, als Nachfolgerin der scheidenden Ailien Poese begrüßen. In der 2. Liga haben die Frauen von Viktoria Berlin am 23. Spieltag ihren starken 5. Platz gefestigt: Gegen Eintracht Frankfurt II gelang dem Neuling ein 1:0-Erfolg (Tor: Ugochukwu).
VSG stellt sich auf
Die VSG Altglienicke baut ihre Strukturen auf operativer Ebene weiter aus: Der Regionalligist teilte mit, dass Quirin Graf Adelmann mit sofortiger Wirkung für die neu geschaffene Position „Geschäftsleitung Finanzen & Recht“ verantwortlich ist. Der Berliner Multiunternehmer soll dazu ab 1. Juli an die Seite von Daniel Böhm in die Geschäftsführung der VSG Altglienicke Berlin Fußball GmbH rücken. „Wir bauen hier etwas Neues auf“, wird Johannes Manske (Geschäftsleitung) dazu zitiert. „Quirin (…) bringt unternehmerische Erfahrung, ein Netzwerk und die Tiefe im Organisationsaufbau mit, wie sie in unserer Liga schwer zu finden sind.“ Der 50-jährige Unternehmer initiierte und führte unter anderem zahlreiche Start-ups (FinTech, Biotech, Mobility, Immobilien, Bildung & Kultur) und engagiert sich für verschiedene gemeinnützige und wohltätige Organisationen. Dazu gab die VSG bekannt, auch kommende Saison ihre Regionalliga-Heimspiele in Fürstenwalde auszutragen.
Regionalliga Nordost
Keine Punkte für Berlin
Am 31. Spieltag der Regionalliga Nordost gingen alle fünf Hauptstadtvertreter leer aus. So büßte die VSG Altglienicke nach sechs Ligapartien ohne Niederlage den Nimbus der Unbezwingbarkeit unter Interimstrainer Dan Twardzik ein – beim noch um den Klassenerhalt kämpfenden Greifswalder FC gab es ein 0:1. Der noch nicht aller Abstiegssorgen ledige BFC Dynamo lieferte dazu Spitzenreiter Lok Leipzig einen offenen Schlagabtausch, zog am Ende aber ebenfalls mit 0:1 den Kürzeren. Torreicher ging es beim BFC Preussen zu, der zuhause mit 3:6 gegen Babelsberg 03 das Nachsehen hatte. Den frühen Rückstand nach Häusls Eigentor drehte der Aufsteiger dabei noch vor der Pause durch Kühn und Butkovic in eine Führung. Nach dem Wechsel aber verlor man defensiv die Kontrolle – Stein gelang vom Punkt nur noch das zwischenzeitliche 3:4. Auch für Hertha BSC II gab es beim 0:2 in Halle nichts zu holen, Schlusslicht FC Hertha 03 konnte bei Chemie Leipzig zwar ausgleichen (Tore: Jones, Günay) – verlor am Ende jedoch 2:4.
Deftige Worte
Hansa Rostock ging in der 3. Liga mit 2:5 gegen Jahn Regensburg unter und muss im Aufstiegsrennen einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Im MagentaTV-Interview tobte Hansa-Trainer Daniel Brinkmann. Brinkmann wörtlich: „Das ist eine absolute Katastrophe. Wir haben ein Heimspiel mit vielen entscheidenden Fehlern abgeliefert. Ich werde hier auf niemand einzeln eingehen, wir haben aber in der Box wieder keine Zuteilung und machen leichte Fehler im Aufbau. Das ist einfach nur schlecht. Es wurde hundertfach angesprochen, dass wir in der Box dabei sind. Dann kannst du so eine Scheiße nicht abliefern! Du brauchst dich dann nicht wundern, dass du fünf Gegentore in einem Heimspiel kriegst. Das ist peinlich, nicht Hansa-like und nicht würdig.“ Drei Spiele vor Saisonende ist Rostock mit 60 Punkten zwar Tabellenfünfter, der Rückstand auf Platz drei (Cottbus) und zwei (Essen) beträgt nur drei beziehungsweise vier Zähler. Aber sowohl Cottbus als auch Essen haben ein Spiel in der Hinterhand.
Meisterschaft quasi fix
Es ist (fast) fix: Die Frauen-Mannschaft des 1. FC Saarbrücken ist Meister der Regionalliga Südwest. Punktetechnisch − aktuell haben die Blau-Schwarzen 52 Punkte auf ihrem Konto − könnten sie nur noch vom 1. FSV Mainz 05 II (ein Spiel weniger mit 37 Punkten) eingeholt werden, wenn diese jedes ihrer Spiele gewinnen und die FCS-Frauen jedes verlieren würden. Doch selbst dann trennen die beiden Vereine ein Puffer von aktuell 55 Toren in der Tordifferenz, was wohl kaum mehr einzuholen ist. Den Deckel drauf machten die FCS-Frauen am vergangenen Sonntag beim Spitzenspiel gegen die aktuell Zweitplatzierte SV Elversberg. Im heimischen Ludwigsparkstadion erzielten sie ein absolut verdientes 3:0. In der 22. Spielminute sorgte Leonie Stöhr für die Führung, bevor Kimberly Ruhstorfer gerade einmal acht Minuten später per Kopf zum 2:0 nachlegte. In der 80. Spielminute setzte Lara Martin dann das finale Ausrufezeichen. Die Partie verfolgten 1.303 Fans live im Stadion.
Regionalliga
Remis im Waldstadion
Die Regionalliga-Partie zwischen dem FC Homburg und der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz am Samstagmittag im Waldstadion endete 1:1. Nach einer torlosen ersten Hälfte hatte Sean Busch den FCH in der 58. Minute zunächst per Foulelfmeter in Führung gebracht. Die Antwort ließ aber nur wenige Minuten auf sich warten. In der 64. Minute nutzte Fulda-Lehnerz einen Fehler im Aufbauspiel der Homburger gnadenlos aus, Nicola Arcanja-Köhler glich zum 1:1 aus. Die komplette zweite Spielhälfte war Homburg in Unterzahl, nachdem Oliver Kovacic kurz vor dem Pausenpfiff wegen eines ungestümen Einsatzes die rote Karte gesehen hatte. Das Ergebnis bleibt für die Homburger in der Regionalliga wenige Spieltage vor Saisonende weitgehend ohne Konsequenzen. Die Homburger liegen in der vorderen Tabellenhälfte, Spitzenreiter Großaspach ist aber uneinholbar enteilt. Das Augenmerk der Homburger dürfte auf dem Saarlandpokal liegen.
Aue steigt ab
Lange hatte es sich abgezeichnet, jetzt ist es amtlich: Erzgebirge Aue ist nach einem Remis am 35. Spieltag aus der 3. Liga abgestiegen. Der FCE spielte am Samstagnachmittag nur 2:2 (1:1) gegen den SV Wehen Wiesbaden und kann damit nicht mehr auf Rang 16 klettern, der den Verbleib in der Liga sichern würde. Erstmals in ihrer 80-jährigen Vereinsgeschichte müssen die Veilchen damit den Gang in die Viertklassigkeit und in der kommenden Saison in der Regionalliga Nordost antreten. „Es tut unfassbar weh“, befand FCE-Ikone Martin Männel nach dem nun auch rechnerisch feststehenden Abstieg. Viele Spiele in dieser Saison habe der Club zu leicht hergeschenkt: „Wir haben es nicht geschafft, mit all den Mitteln, die uns zur Verfügung standen, die Wende herbeizuführen und sportliche Ergebnisse zu liefern.“ Interimstrainer Khvicha Shubitidze wirkte angesichts der sich lange abzeichnenden Situation gefasst und gab sich kämpferisch: „Wir kommen wieder.“