Die Saison der Frauen des 1. FC Saarbrücken ist schon jetzt eine für die Vereinsgeschichte. Meisterinnen der Regionalliga Südwest, Saarlandpokal-Siegerinnen – nun fehlen nur noch zwei Spiele zum größten Ziel: dem Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga.
Am kommenden Samstag (13 Uhr) wird es ernst. Im Ludwigsparkstadion empfangen die Frauen des 1. FC Saarbrücken im Hinspiel der Aufstiegsrunde die Frauen von Hertha BSC. Zwei Mannschaften, die ihre jeweiligen Ligen in dieser Saison dominiert haben. Für die Saarbrückerinnen könnte es der krönende Abschluss einer nahezu perfekten Spielzeit werden.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Regionalliga Südwest blieb der FCS über die gesamte Saison ungeschlagen. Lediglich im Hinspiel gegen die SV Elversberg mussten sich die Blau-Schwarzen mit einem Unentschieden begnügen. 64 Punkte aus 22 Spielen, 104 erzielte Tore zu gerade einmal fünf Gegentreffern. Eine Bilanz, die eindrucksvoll unterstreicht, warum die Mannschaft von Trainer Taifour Diane am Ende mit Recht an der Tabellenspitze steht.
64 Punkte aus 22 Ligaspielen
Als wäre die Meisterschaft nicht schon Erfolg genug gewesen, legte das Team an Fronleichnam noch einmal nach: Im Saarlandpokal-Finale setzte sich der FCS gegen die Elversbergerinnen durch und sicherte sich damit nicht nur den Titel, sondern auch das Ticket für den DFB-Pokal. Der nächste Meilenstein einer Saison, die bislang kaum besser hätte verlaufen können. „Bis jetzt sind wir sehr zufrieden“, sagt auch Trainer Taifour Diane. „Unsere ersten beiden Saisonziele waren die Meisterschaft und der Pokalsieg.“
Die Mannschaft habe in den vergangenen Monaten ein sehr eindrucksvolles Bild abgegeben. „Die Mädels haben das sehr gut gemacht. Wir haben fast alle Spiele gewonnen. Deswegen sind wir erst einmal zufrieden mit der Leistung, mit dem Einsatz, mit der Leidenschaft, die die Spielerinnen gezeigt haben, mit dem Zusammenhalt und dem Teamgeist“, sagt Diane. „Die Statistik spricht für sich selbst.“
Viel Zeit zum Feiern blieb den Saarbrücker Mädels allerdings nicht. Nach dem Pokalfinale richtet sich der Blick längst auf die beiden wichtigsten Spiele der Saison: die Aufstiegsspiele gegen Regionalliga-Nordost-Meister Hertha BSC. Diese entscheiden schlussendlich darüber, ob der FCS in der kommenden Saison zweitklassig spielen wird oder nicht.
Dass zwischen Pokalfinale und Relegation nur wenig Zeit liegt, sieht Diane dabei keineswegs als Nachteil. Im Gegenteil. „Es ist besser, dass es schnell geht, anstatt drei Wochen zu warten“, erklärt er. „Sonst geht die Spannung vielleicht runter und die Konzentration auch. So können wir versuchen, im Rhythmus zu bleiben.“
Genau dieser Rhythmus war in den vergangenen Monaten eine der größten Stärken der Blau-Schwarzen. Woche für Woche lieferte die Mannschaft ab, zeigte konstant starke Leistungen und entwickelte eine beeindruckende Siegermentalität. Nun soll diese Konstanz auch in den beiden entscheidenden Begegnungen gegen die Berlinerinnen den Unterschied machen. Leicht wird die Aufgabe allerdings nicht. Auch Hertha BSC hat eine starke Saison gespielt und sich verdient für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Entsprechend groß ist der Respekt vor dem Gegner. „Hertha ist eine sehr gute Mannschaft“, betont Diane. „Ich denke, das wird ein Spiel auf Augenhöhe.“
Umso wichtiger könnte das Hinspiel im Ludwigspark werden. Vor heimischer Kulisse wollen die Saarbrückerinnen die Grundlage für den Aufstieg legen. „Unser erster Fokus ist das Heimspiel“, sagt Diane. „Wir wollen versuchen, zu Hause die ersten Steine zu legen und das Spiel zu gewinnen. Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen und uns unterstützen. Die Unterstützung unserer Fans kann sehr wichtig werden.“ Die aktive Fanszene hat bereits dazu aufgerufen, die für die Heimfans vorgesehenen Blöcke T7, T8 und T9 entsprechend zu füllen.
Dabei sein wird auch FCS-Präsidentin Barbara Haupenthal. Ehemals selbst für die FCS-Frauen auf dem Rasen betonte sie bereits zum Antritt ihrer Amtszeit, wie wichtig ihr der Support der Frauenabteilung sei. „Ich bin unglaublich stolz auf unsere Frauen“, betont sie. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Mannschaft in dieser Saison entwickelt hat und wie sie gemeinsam über sich hinausgewachsen ist.“ Bisher war die Sportjuristin bei allen Heimspielen der Frauen anwesend und wird auch zum Rückspiel am 21. Juni in Berlin (14 Uhr, Stadion auf dem Wurfplatz) zugegen sein. „Ich werde alles mir Mögliche unternehmen, um unsere Mannschaft zu unterstützen“, sagt Haupenthal. „Wir alle wollen diesen Traum verwirklichen und den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen.“
„Mit einem guten Gefühl in die Spiele“
Die Voraussetzungen dafür könnten kaum besser sein. Die Mannschaft strotzt nach Meisterschaft und Pokalsieg vor Selbstvertrauen, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Genau diesen Eindruck vermittelt auch Trainer Diane: „Ich gehe mit einem guten Gefühl in die Spiele“, sagt der einstige Profispieler. „Die Mädels haben uns diese Saison sehr viel gezeigt. Wir wissen, was wir leisten können. Wir haben qualitativ gute Spielerinnen und waren über die gesamte Saison sehr konstant.“
Doch trotz aller Euphorie bleibt der Fokus klar. Die bisherigen Erfolge sind schön, aber sie zählen nur noch bedingt. Entscheidend sind nun die kommenden 180 Minuten gegen Hertha BSC. „Es geht um zwei Spiele, um zwei gute Tage“, sagt Diane. „Ich hoffe, dass wir gegen Hertha zwei gute Tage erwischen und dann unser Ziel erreichen werden.“ Wie groß dieses Ziel für den Verein wäre, steht außer Frage. Der Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga würde die erfolgreiche Entwicklung des Frauenfußballs beim 1. FC Saarbrücken eindrucksvoll untermalen. Gleichzeitig würde sich der Verein auf einer deutlich größeren Bühne präsentieren können. Über mögliche Herausforderungen, die die körperlich doch deutlich intensivere Liga mit sich bringen würde, möchte sich Diane noch gar nicht äußern: „Darüber machen wir uns im Moment keine Gedanken“, sagt er. „Erst einmal müssen wir den Aufstieg schaffen. Wenn wir das geschafft haben, werden wir uns gut organisieren und überlegen, wie wir die nächste Saison angehen. Aber aktuell denken wir nur an diese beiden Spiele.“
Genau diese Konzentration auf das Wesentliche hat die Saarbrückerinnen in dieser Saison ausgezeichnet. Keine unnötigen Nebengeräusche, keine großen Sprüche – stattdessen harte Arbeit, Teamgeist und sportliche Qualität. Nun fehlt nur noch der letzte Schritt. Nach einer nahezu makellosen Saison haben sie die Chance, sich für ihre Leistungen zu belohnen und Vereinsgeschichte zu schreiben. Die Ausgangslage stimmt. Die Form stimmt. Das Selbstvertrauen stimmt. Und mit der Unterstützung der Fans im Rücken könnte der Traum von Liga zwei vielleicht schon bald Wirklichkeit werden.