Die „Schmuggelbud“ in Überherrn bietet vor allem gutbürgerliche Küche mit regionalem Schwerpunkt. Typisch sind saarländische und französische Spezialitäten, deftige Fleischgerichte sowie saisonale Angebote.
Ehrlich gesagt motivierte mich zuerst der Name, hier mal vorbeizuschauen. Als mir Freunde dann bestätigten, ich könne dort gut essen, tat ich es. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich auf ein baldiges Wiedersehen freue.
Besitzerin ist Nicoletta Nelson, Köchin Sabrina Zobejack, und umsorgt haben uns Nathalie Deckmann und Peggy Dechoux. Mit unendlicher Kompetenz, Freundlichkeit und sehr charmant. Ein besonderes Restaurant, von Frauen geführt.
Das Restaurant „Schmuggelbud“ ist ein besonderes Lokal in der Grenzregion zwischen Deutschland und Frankreich. Schon der Name spielt augenzwinkernd auf die frühere Schmugglertradition in dieser Gegend an, als Waren, legale oder illegale, heimlich über die nahe Grenze transportiert wurden. Nathalie Deckmann erklärt: „Nach dem Zweiten Weltkrieg war Creutzwald deutsch, nicht französisch. Dann wurde die ,Schmuggelbud‘ erfunden, damit die Leute einkaufen konnten, was nicht aufzutreiben war. Die Amerikaner boten auch viel an.“ Auf der Website der „Schmuggelbud“ ist Folgendes zu lesen:
Früher wurde hier geschmuggelt
„In Frankreich, und doch in Deutschland ... Unser Motto ist Programm: ,Sind wir nun in Frankreich oder in Deutschland?‘, lautet häufig die Frage unserer Gäste. Unser Lokal liegt am Rande eines Waldgebietes, welches zu der Gemeinde Überherrn im Landkreis Saarlouis gehört. Tatsächlich befinden wir uns somit geographisch in Deutschland, wenn auch nur wenige Meter von der Grenze zu Frankreich entfernt. Auch sind wir nur über französische Straßen zu erreichen. Diese an der deutsch-französischen Grenze einzigartige Lage brachte bereits in der Vergangenheit Vorteile mit sich. Früher wurden in unserem Haus Zigaretten & Schnaps illegal verkauft (Schmuggelware), weshalb das Gebäude auf den Namen ,Schmuggelbud‘ getauft wurde.
Nach Eröffnung der Grenzen in Europa verlor die Lage an Attraktivität. Jeder konnte nun frei im jeweiligen Nachbarland einkaufen, schmuggeln musste man nicht mehr. Somit stand das Haus für eine lange Zeit leer. Im Jahre 2003 kaufte schließlich ein deutscher Investor das mittlerweile zerfallene Haus. Durch die einzigartige Lage bot es sich an, die Ruine komplett zu sanieren und zu erweitern. Schließlich entstand im Jahre 2008 ein Tabakladen in dem Gebäude, nur ein Jahr später eröffnete das heutige Café-Restaurant ,Schmuggelbud‘.
Seit Juni 2023 wird die Gaststätte nach einem Besitzerwechsel von Nicoletta Nelson weitergeführt. Über die Jahre hat sich unser Restaurant zum Begegnungsort deutscher und französischer Kultur entwickelt. Wir gehören zu Deutschland, unser Strom jedoch kommt aus Frankreich. Zu unserem Briefkasten kommt sowohl die deutsche als auch die französische Post. Bei der Fahrt auf unseren Parkplatz überqueren Sie die deutsch-französische Grenze. Bei uns sprechen die Franzosen Deutsch und die Deutschen Französisch.“
Die „Schmuggelbud“ bietet vor allem eine gutbürgerliche Küche mit regionalem Schwerpunkt. Typisch sind saarländische Spezialitäten, französische Spezialitäten, deftige Fleischgerichte sowie saisonale Angebote – oft mit einem französischen Einfluss, der durch die Nähe zu Lothringen spürbar ist. Das Restaurant legt Wert auf frische Zutaten und eine bodenständige, aber qualitativ hochwertige Zubereitung. Der Gast weiß hier wirklich nicht, ob er in Frankreich oder in Deutschland ist. Ich sprach nur mit Französinnen.
Dessertkarte lässt keine Wünsche offen
Als ich mir ein Wasser bestellen wollte, dachte ich, die haben französisches Wasser. Ich wollte Badoit. In Frankreich ist es so, dass das Wasser einer Firma unterteilt wird in blau, rot und grün. Blau ist ohne Kohlensäure, rot mit viel Kohlensäure und grün mit etwas Kohlensäure. Ich bestellte Badoit grün, doch die Antwort von Nathalie Deckmann war: „Wir sind ein deutsches Café-Restaurant, bei uns gibt es Gerolsteiner.“
Ich bekam gleich mit: Mittags sind mehr französische Gäste da, die Deutschen kommen abends oder am Wochenende. Ich bestellte Zwiebelsuppe und Froschschenkel. Knusprig frittiert in Sauce Parisienne (Öl, Knoblauch, Butter und Petersilie). Hat mir sehr gut geschmeckt, da an den Froschschenkeln viel Knoblauch war. Der Fotograf nahm „Kleiner Vogesensalat“. Ein bunter Blattsalat mit Tomaten, Speck und gekochten Eiern.
Außerdem bestellte er noch Cordon Bleu „Münster“, das Lieblingsschnitzel der Kunden: das Cordon Bleu, gefüllt mit herzhaftem Münsterkäse und geräuchertem Schinken, dazu ein hausgemachter Senfdip. Der Fotograf war glücklich.
Auch die Dessertkarte lässt keine Wünsche offen und wir haben uns „Café Gourmand“ bestellt – einen Espresso mit vier kleinen süßen Nachspeisen. Solch einen Besuch mag ich. Man kann nämlich auch auf der Karte von Deutschland nach Frankreich springen. So tranken Gäste an den anderen Tischen zum Mittagessen einen „Rouge“ oder eben auch ein Pils.
Auch das Ambiente ist ein wichtiger Teil des Erlebnisses: Die Einrichtung ist gemütlich und rustikal gehalten, was gut zur ländlichen Umgebung passt. Viele Gäste schätzen die entspannte Atmosphäre, sei es für ein Familienessen, ein Treffen mit Freunden oder einen Ausflug am Wochenende.
Durch seine Lage in Überherrn ist die „Schmuggelbud“ außerdem ein beliebtes Ziel für Wanderer und Ausflügler, die nach einer Tour einkehren möchten. Insgesamt gilt das Restaurant als feste Größe in der Region und wird oft für seine herzliche Gastfreundschaft und solide Küche gelobt.
Schöne Wege zum Wandern
Die Gegend rund um das Café-Restaurant „Schmuggelbud“ ist tatsächlich ziemlich ideal, wenn jemand auf ruhige Natur, grenzüberschreitende Wege und abwechslungsreiche Strecken steht. Direkt vor der Tür liegt der Warndt. Die „Schmuggelbud“ liegt praktisch mitten im Warndt, einem großen zusammenhängenden Waldgebiet zwischen Deutschland und Frankreich. Man ist sofort auf breiten Waldwegen, aber auch auf kleineren Trampelpfaden unterwegs. Der Wald ist eher ruhig und wenig touristisch überlaufen. Teilweise leicht hügelig, aber insgesamt gut gehbar. Immer wieder Mischbereiche mit Wiesen, Waldrändern und kleinen Lichtungen. Viele Wege führen direkt am Lokal vorbei oder kreuzen sich dort – ideal als Start- oder Pausenpunkt. Hervorzuheben ist die beliebte Wanderstrecke „Circuit de l’ancien tramway“. Dieser Weg führt von Überherrn über Felder in den Wald nach Frankreich nach Creutzwald und zurück. Er verläuft direkt an der „Schmuggelbud“ vorbei. Highlight: Grenzüberquerung zu Fuß durch einen Tunnel unter der Straße. Man wechselt mehrfach zwischen Deutschland und Frankreich, ohne es zu merken. Auch fürs Radfahren ist die Ecke ziemlich gut erschlossen: „Auf den Spuren der Linie 9“ ist eine landschaftlich reizvolle Radtour, die großteils dem Verlauf der historischen Kleinbahn „Linie 9“ folgt und circa 13 Kilometer lang ist. Die Nied- und Bisttal-Runde, etwa 60 Kilometer, ist eher sportlich. Die Teufelsburg-Runde, etwa 22 Kilometer, bietet Aussichtspunkte. Man hat auch Anschluss an große Routen wie den Saarland-Radweg. Die Wege sind meist gut ausgebaut, oft eine Mischung aus Asphalt und festen Waldwegen. Wieder einmal eine hervorragende Entdeckung. Kommt auch auf meinen Zettel. Ich bin gespannt, wer aus meinem Freundeskreis eine Gourmettour zur „Schmuggelbud“ vorschlägt!