Pflege besteht längst nicht nur aus Wasser und Seife. In einem dreiteiligen Selbsttest nimmt Michael G. Schmidt Produkte für Männer unter die Lupe. Heute geht es um die Gesichtscremes und ihre Wirkung.
Beginnen möchte ich mit der Gesichtscreme von Annemarie Börlind. Eine Marke, die ich bisher nicht kannte. Das hat sich im Nachhinein als Verlust herausgestellt, denn die Gesichtscreme ist nicht nur Naturkosmetik mit einem Gütesiegel der Tierschutzorganisation Peta, sondern auch eine Wohltat. Nachdem ich mein Gesicht das erste Mal mit dieser Creme benetzt habe, kam mir der Gedanke: Das fühlt sich an, als wenn Deine Gesichtshaut sich zurückfallen lässt und einfach nur entspannt. Zusätzlich mattiert die Creme die Haut, sodass der Glanz von überschüssigem Talg verschwindet. Hervorzuheben ist auch die deutlich beruhigende Wirkung für die Haut. Als ich einmal das Gefühl gereizter Gesichtshaut hatte und die Creme von Annemarie Börlind aufgetragen habe, wirkte diese fast wie ein Lokalanästhetikum – sämtliche Reizungen waren umgehend abgeklungen.
Aber auch die 24h Cream von i+m aus der Serie Wild Life for Men ist vegan und der Hersteller spendet 25 Prozent des Gewinns. Die 24h Cream ist rund um die Uhr eine Wohltat für die Haut. Sie entspannt sie und glättet sie spürbar. Hanföl beruhigt die Haut zusätzlich. Mit antioxidativem Q10 soll die Creme dafür sorgen, dass die Alterung der Hautzellen verringert wird.
Vitamin C und Koffein
Q10 setzt die Creme von Speick Men ein, die es auch in einer Variante mit Aloe Vera gibt. Beide Cremes lassen sich angenehm auf die Haut auftragen und sorgen umgehend für ein samtiges Erscheinungsbild. Diese Speick-Creme enthält neben Bio-Aloe-Vera und Bio-Sheabutter auch einen Extrakt aus der hochalpinen Speick-Pflanze. Diese wird durch kontrolliert biologische Wildsammlungen gewonnen. Sie verleiht der Creme einen einzigartigen mild-würzigen Geruch. Wer einen etwas anderen Duft mag, könnte die Gesichtscreme in der blauen Tube bevorzugen, die Rosmarinextrakt enthält. Beide Cremes ziehen schnell ein und wirken beruhigend auf die Haut.
Kiehl’s Facial Fuel befeuert die Haut mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Kastanienextrakt, Vitamin C und Koffein sorgen für die Pflege der Haut und lassen sie entspannt und samtig weich erscheinen. Die 125-Milliliter-Tube besteht zu 20 Prozent aus recyceltem Material, denn der Hersteller legt Wert auf nachhaltige Inhaltsstoffe und erneuerbare Quellen.
Die Organic Face Cream von Mühle ist ebenfalls vegan und enthält Bio-Arganöl, Sojaöl aus kontrolliertem biologischem Anbau und Sheabutter. Diese Mischung sorgt für eine angenehme Viskosität beim Auftragen und anschließend für glatte, samtweiche Haut. Die Creme zieht schnell ein und beruhigt die Haut, sofern sie gereizt sein sollte. Der Hersteller verzichtet auf synthetische Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe.
Hyaluron polstert auf
Wer besonders viel Wert auf gestraffte Gesichtshaut legt, ist bei Nivea mit seiner Anti-Age-Hyaluron-Feuchtigkeitscreme gut aufgehoben. Das Hyaluron dringt in die Zellen ein und polstert sie von innen auf. Das reduziert Falten sicht- und spürbar. Eine nette Idee ist der Verschluss der Dose. Im Auslieferungszustand kann man die Oberfläche der Dose nicht herabdrücken, erst wenn man den umgebenden Ring dreht, erscheint die Öffnung, und man kann die Creme wohldosiert auf die Hand drücken und anschließend im Gesicht verteilen.
An dieser Stelle ist es Zeit für ein Fazit. Vor Beginn dieses Selbsttests habe ich mein Gesicht nur mit Wasser gewaschen und mit einer Gesichtscreme gepflegt. Da ich auf Pflege viel Wert lege, habe ich jahrelang auch Gesichtscremes benutzt, die dreistellige Beträge gekostet haben. Jetzt weiß ich, dass sehr viel günstigere Pflegeprodukte, wie aus diesem Test, sogar bessere Ergebnisse erbringen können. Das hängt natürlich vom Hauttyp und den persönlichen Vorlieben ab, aber es ist durchaus möglich, mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand sein Gesicht zu pflegen und der eigenen Haut Gutes zu tun. Mein persönlicher Pflegeplan sieht inzwischen ein Gesichtswaschgel mit einem leichten mechanischen Peeling vor, etwa einmal in der Woche. Danach pflege ich mein Gesicht mit einem Serum, das Aloe Vera enthält, und runde alles wechselweise mit einem Gesichtsgel und unterschiedlichen Gesichtscremes ab. Hier variiere ich, weil ich je nach Stimmung unterschiedliche Bedarfe habe. Abgesehen davon bin auch ich ein wenig eitel und versuche, meine „Charakterlinien“, wie es mal eine Parfumeriemitarbeiterin nannte, zu reduzieren. Selbstverständlich stehe ich zu meinem Charakter, aber ein wenig jünger auszusehen ist doch ganz nett, wenn es denn so einfach geht.