Im Juni verwandelt sich das Saarland in das größte inklusive Sportereignis Deutschlands. Über 20 Wettbewerbsstätten in zehn Kommunen – und erstmals auch jenseits der Grenze.
Am 15. Juni wird das Ludwigsparkstadion in Saarbrücken vollbesetzt sein. Nicht für ein Fußballspiel des dort heimischen 1. FC Saarbrücken, sondern für etwas, das größer ist: die Eröffnungsfeier der Special Olympics Nationale Spiele 2026. Mehr als 4.300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung, ihre Unified-Partnerinnen sowie zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer werden den „Park“ an diesem Tag füllen. Es ist der Auftakt zu sechs Wettbewerbstagen in 27 Sportarten, die das Besondere an diesem Ereignis von Beginn an sichtbar machen: Nicht eine Stadt trägt die Spiele, sondern ein ganzes Bundesland – von der Landeshauptstadt bis in den ländlichsten Winkel, sprichwörtlich vor der Haustür jeder Saarländerin und jedes Saarländers.
Dass dieses dezentrale Konzept kein Zufallsprodukt, sondern eine bewusste Entscheidung ist, betont Ralf Kirch, Geschäftsleiter Nationale Spiele Saarland 2026: „Das dezentrale und grenzüberschreitende Sport- und Veranstaltungsstättenkonzept bietet nicht nur sportliche Highlights und ein vielfältiges Rahmenprogramm, sondern fördert Begegnungen im gesamten Saarland, stärkt Gemeinschaften, nutzt Ressourcen effizient und schafft damit eine Infrastruktur, die langfristig eine inklusive Sportentwicklung unterstützt.“ Für ihn sind die Spiele weit mehr als ein sportliches Ereignis: „Die Special Olympics Nationale Spiele 2026 stärken Inklusion, fördern das Miteinander und zeigen das Saarland als offene, engagierte Region mit großem Herz. Sie bringen gesellschaftlichen, touristischen und wirtschaftlichen Mehrwert – ein starkes Signal für Teilhabe.“ Die hohe Nachfrage und die Zahl der Akkreditierten zeige, „welche Bedeutung die Nationalen Spiele für Athletinnen und Athleten, Familien und die gesamte Organisation haben“, so Kirch.
Fackelläufe in allen Landkreisen
Symbolisch für das Konzept ist der Fackellauf – beziehungsweise die Fackelläufe in allen Landkreisen des Saarlandes. Knapp zwei Wochen lang brennt die Flamme der Hoffnung also im Kleinen und im Großen, durch Städte und Dörfer, über Landkreisgrenzen hinweg – bis sie am Eröffnungstag im Ludwigsparkstadion ankommt. Der Startschuss fällt am 2. Juni in Perl im Landkreis Merzig-Wadern, am 6. Juni geht es erstmals in den Regionalverband Saarbrücken, am 7. Juni nach Neunkirchen. Es folgen der Landkreis Saarlouis am 11. Juni, tags darauf der Landkreis St. Wendel, am 13. Juni ist der Saarpfalz-Kreis an der Reihe, bevor die Flamme am Eröffnungstag der Spiele (15. Juni) Saarbrücken erreicht.
Saarbrücken: Das Herz der Spiele
Auch an den folgenden Tagen schlägt das Herz der Spiele in der Landeshauptstadt: Neben dem Ludwigsparkstadion als Bühne für die Eröffnungsfeier und die Fußballspiele sind in Saarbrücken zahlreiche weitere Spielorte im Einsatz: der Sportcampus Saar an der Hermann-Neuberger-Straße, das für die Nationalen Spiele quasi runderneuerte Stadion am Kieselhumes, das FC-Sportfeld an der Camphauser Straße, die Joachim-Deckarm-Halle in der Halbergstraße sowie die Saarlandhalle, die Congresshalle und der Tbilisser Platz. Auch das Schwimm- und Wassersportzentrum Undine an der Bismarckstraße gehört dazu. Wer selbst sportlich aktiv werden möchte, findet auf dem Sportcampus Saar ein offenes Mitmach-Angebot – für Menschen mit und ohne geistige Behinderung.
Das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum der Spiele schlägt auf dem Tbilisser Platz auf: Dort wird täglich zwischen 14 und 22 Uhr ein buntes kulturelles Programm geboten. Außerdem finden hier das Special-Olympics-Festival, die Ausstellung InkluSaar und die Abschlussveranstaltung mit anschließender Athleten-Disko statt. Auch eine inklusive Laufveranstaltung an der Saar ist Teil des Programms. Die Congresshalle an der Hafenstraße erfüllt eine besondere gesundheitliche Funktion: Hier ist das Programm Healthy Athletes® untergebracht, das vom 14. bis 17. Juni kostenlos medizinische Untersuchungen für Menschen mit geistiger Behinderung anbietet – von der Fußgesundheit über den Hörtest bis zur Zahnvorsorge.
Völklingen, Saarlouis, Dillingen: Starke Standorte im Westen
Die Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen, direkt an der Stadionstraße, ist ein weiterer wichtiger Wettkampfort im Westen des Saarlandes. In Saarlouis stehen gleich zwei Hallen zur Verfügung: die Stadtgartenhalle und die Sporthalle in den Fliesen, beide an der St. Nazairer Allee gelegen. In Dillingen empfängt die Kreissporthalle an der Wallerfanger Straße die Athletinnen und Athleten.
Merzig: Tennis am Gottfried-von-Cramm-Weg
Im nördlichsten Landkreis schlägt der Tennisclub Schwarz-Weiß Merzig am Gottfried-von-Cramm-Weg auf. Täglich finden dort während der Spielwoche Tenniswettkämpfe statt. Merzig hat sich darüber hinaus ein dichtes Begleitprogramm ausgedacht: vom Besuch der Merziger Sommerkirmes am 16. Juni über eine Bootsfahrt an der SaaRiviera am 18. Juni bis hin zum inklusiven Nachmittag im Tier- und Arche-Park und einem Kultursommer in der Altstadt am 19. Juni.
St. Wendel: Reiten, Golf und mehr
Der Landkreis St. Wendel bietet gleich mehrere ungewöhnliche Wettkampfschauplätze. Im Gestüt Welvert an der Welvertstraße finden Reitwettbewerbe statt, im Wendelinus Golfpark werden die Golfbälle eingelocht.
Bostalsee: Segeln und Schwimmen im Freien
Am Bostalsee in Nohfelden verbinden sich Sport und Natur: Das Strandbad Bosen am Seehafen sowie die Bostalsee Segelbasis an der Bosener Mühle sind Austragungsorte für Wasser- und Ausdauersportarten.
Neunkirchen und Homburg: Hockey und Judo
Im Dr.-Otto-Jung-Hockeypark in Neunkirchen am Sportpark Kirkeler Straße finden die Hockeywettbewerbe statt. Im Sportzentrum Homburg-Erbach an der Steinbachstraße kämpfen die Judokas um Medaillen.
Forbach: Erstmals grenzüberschreitend
Das vielleicht symbolträchtigste Kapitel schreibt sich jenseits der Grenze: Erstmals in der Geschichte der Special Olympics Nationalen Spiele finden Wettkämpfe grenzüberschreitend statt. Die Schwimmwettbewerbe werden in der Piscine Olympique de Forbach ausgetragen. Ein starkes Signal für die gelebte deutsch-französische Freundschaft, die im Saarland seit Jahrzehnten Alltag ist.