Der Mensch braucht die Natur. Sie schenkt ihm Erholung und Energie, macht den Kopf frei und glücklich. In Deutschland gibt es über 100 Naturparks, in denen man eine fast unendliche Vielfalt an Wäldern, Wiesen und Seen findet.
Wer im Wald unterwegs ist und sich für die Umgebung öffnet, spürt es oft sehr schnell. Die erholsame Stille, das satte Grün, der weiche Boden unter den Füßen, die frische Luft – das alles lässt Körper und Seele aufatmen. Schon ein kurzer Spaziergang im Wald hat eine erstaunlich positive Wirkung auf die Gesundheit. Der Blutdruck und die Herzfrequenz gehen schon nach 15 Minuten runter. Forscher haben herausgefunden, dass darüber hinaus das Immunsystem gestärkt wird und mehr körpereigene Killerzellen gebildet werden. Wissenschaftler um den japanischen Professor Qing Li vermuten, dass Botenstoffe der Bäume, sogenannte Terpene, dafür verantwortlich sind. Eine Studie aus Großbritannien mit mehr als 19.800 Probanden kam zu dem Schluss, dass bereits zwei Stunden pro Woche in der Natur genügen, um die Gesundheit zu fördern. Es reicht sogar schon, wenn Menschen Bäume nur von Weitem anschauen. Das fand eine Studie heraus, die 1984 im Wissenschaftsmagazin „Science“ erschienen war. Patienten, die nach einer Operation aus dem Krankenhausfenster ins Grüne schauten, wurden schneller gesund und brauchten weniger Schmerzmittel als die, die nur eine Hauswand sahen.
„Mit der Welt verbunden“
Auch die Psychotherapie hat schon länger die heilende Wirkung der Natur entdeckt. In der sogenannten Naturtherapie arbeiten darin ausgebildete Psychotherapeuten mit ihren Klienten draußen im Wald und auf Wiesen. Positiv wirkt hier zum Beispiel „das unmittelbare Empfinden, mit der Welt verbunden zu sein und vom Leben getragen zu werden“, wie Therapeutin Sandra Knümann, die darüber ein Buch geschrieben hat, es in einem Interview mit „Psychologie heute“ ausdrückt. Wohlbefinden im Überfluss finden Erholungssuchende zum Beispiel in den 104 Naturparks in Deutschland. In unserem Titelthema streifen wir exemplarisch durch drei ausgewählte Landschaften, weil es natürlich unmöglich ist, alle vorzustellen. Neben dem Tourismus geht es in den Naturparks auch darum, das einzigartige Kulturgut zu pflegen und zu schützen. Respektvoller Umgang mit der Natur und allem, was darin lebt, dient nicht nur der Umwelt. Denn eines ist klar: Die Natur braucht keine Menschen. Menschen brauchen die Natur. Henry Ford soll das gesagt haben. Und da kann man dem einstigen US-amerikanischen Automobilhersteller nur beipflichten.