Übelkeit, Erbrechen oder starke Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Warnsignalen bei Hitze. Nicht immer steckt nur eine harmlose Kreislaufreaktion dahinter. Welche Symptome ernst genommen werden sollten und wann schnelles Handeln erforderlich ist.
Es beginnt oft unscheinbar: Kopfschmerzen nach mehreren Stunden in der Sonne, Schwindel bei der Gartenarbeit oder plötzliches Unwohlsein während des Sports. Gerade an heißen Sommertagen unterschätzen viele Menschen, wie schnell hohe Temperaturen und intensive UV-Strahlung den Organismus belasten können. Dabei reagiert der Körper bereits früh auf Hitze. Die Blutgefäße erweitern sich, die Schweißproduktion steigt und der Organismus versucht permanent, die Körpertemperatur stabil bei etwa 37 Grad Celsius zu halten. Gelingt diese Regulation nicht mehr ausreichend, drohen gesundheitliche Folgen, die von Sonnenbrand und Flüssigkeitsmangel bis hin zu lebensbedrohlichen Notfällen reichen können. Besonders kritisch gelten die Mittagsstunden zwischen 11 und 16 Uhr. In dieser Zeit erreicht die UV-Strahlung im Sommer in Mitteleuropa ihre höchsten Werte.
Zu den bekanntesten Folgen intensiver UV-Strahlung zählt der Sonnenbrand. Medizinisch handelt es sich dabei um eine akute Entzündungsreaktion der Haut infolge übermäßiger UV-B-Strahlung. Die ultraviolette Strahlung verursacht Schäden an Hautzellen und deren DNA. Nach Angaben von gesund.bund.de gilt UV-Strahlung als wichtigster Risikofaktor für Hautkrebs. Bereits kurze Aufenthalte in intensiver Mittagssonne können ausreichen, um erste Zellschäden auszulösen. Bei hellen Hauttypen genügen im Hochsommer teilweise schon 15 bis 30 Minuten ungeschützte Sonneneinstrahlung.
Die Beschwerden entwickeln sich meist zeitverzögert und erreichen ihren Höhepunkt oft erst nach zwölf bis 24 Stunden. Typisch sind gerötete, überwärmte und schmerzende Hautstellen, begleitet von Spannungsgefühl oder Juckreiz. In ausgeprägteren Fällen entstehen Blasen oder Schwellungen. Hinzu kommen mitunter Fieber, Übelkeit oder Kreislaufprobleme. Empfohlen werden eine sofortige Sonnenpause, feuchte Umschläge und kühlende Lotionen. Wichtig bleibt außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da entzündete Haut zusätzlich Wasser verliert. Von direkter Eisbehandlung raten Fachleute ab, da extreme Kälte die gereizte Haut zusätzlich schädigen kann. Ärztliche Hilfe sollte insbesondere dann gesucht werden, wenn größere Hautflächen betroffen sind oder Allgemeinsymptome auftreten.
Ebenfalls typisch für heiße Sommertage ist der Sonnenstich. Anders als häufig angenommen entsteht dieser nicht durch die allgemeine Erwärmung des Körpers, sondern vor allem durch intensive Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Die Hitze führt dabei zu einer Reizung der Hirnhäute. Charakteristisch ist, dass die Beschwerden häufig erst einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne einsetzen. Viele Betroffene klagen über starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Nackensteifigkeit. Teilweise treten Lichtempfindlichkeit, Ohrgeräusche oder allgemeine Schwäche hinzu. Die Körpertemperatur bleibt dabei oft normal oder ist nur leicht erhöht.
Empfohlen werden rund 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag
Empfohlen werden sofortige Ruhe, Aufenthalt im Schatten und vorsichtige Kühlung von Kopf und Nacken. Gerade bei Kindern sollte aufmerksam beobachtet werden, ob sich der Zustand verschlechtert. Kommt es zu Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder Verwirrtheit, sollte umgehend ärztliche Hilfe erfolgen.
Deutlich gefährlicher verläuft ein Hitzschlag. In diesem Fall versagt die körpereigene Temperaturregulation vollständig. Die Körpertemperatur steigt häufig auf über 40 Grad Celsius an. Typisch sind heiße, trockene Haut, beschleunigter Puls, niedriger Blutdruck sowie neurologische Auffälligkeiten wie Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit oder Bewusstlosigkeit. Anders als bei weniger schweren Hitzereaktionen schwitzen Betroffene oft kaum noch, weil die Temperaturregulation bereits zusammengebrochen ist.
Unbehandelt kann ein Hitzschlag innerhalb kurzer Zeit zu schweren Schäden an Gehirn, Herz, Nieren oder Leber führen. Deshalb gilt er als akuter medizinischer Notfall. Der Rettungsdienst sollte sofort alarmiert werden. Bis zum Eintreffen der Hilfe stehen schnelle Kühlung, lockere Kleidung und die Lagerung an einem schattigen Ort im Vordergrund.
Eine weitere unterschätzte Belastung stellt die Dehydratation dar. Hohe Temperaturen führen über das Schwitzen zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten. An heißen Tagen kann der Körper mehrere Liter Wasser verlieren. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, gerät der Flüssigkeitshaushalt zunehmend aus dem Gleichgewicht. Erste Warnzeichen sind starker Durst, trockene Lippen, trockene Schleimhäute und Müdigkeit. Auch Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerzen treten häufig auf. Ein wichtiges Signal ist zudem dunkler, stark konzentrierter Urin. Mit zunehmendem Flüssigkeitsmangel können Blutdruckabfall, Herzrasen, Muskelkrämpfe oder Verwirrtheit auftreten.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene rund 1,5 Liter Getränke pro Tag als Richtwert. Bei Hitze, körperlicher Arbeit oder Sport steigt der Bedarf jedoch deutlich an. Wasser und ungesüßte Getränke gelten dabei als erste Wahl. Alkoholische Getränke oder stark gezuckerte Softdrinks können den Kreislauf zusätzlich belasten und den Flüssigkeitsverlust verstärken.
Nicht selten entwickelt sich aus Flüssigkeits- und Elektrolytverlust zudem eine sogenannte Hitzeerschöpfung. Anders als beim Hitzschlag funktioniert die Temperaturregulation zunächst noch, der Organismus gerät jedoch zunehmend unter Belastung. Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, Muskelkrämpfe und ausgeprägte Schwäche stehen dabei im Vordergrund. Viele Betroffene wirken blass, stark erschöpft oder benommen, die Haut ist meist kühl und feucht.
Wichtig sind Ruhe, Kühlung sowie die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten wie Natrium oder Magnesium. Verschlechtert sich der Zustand oder treten neurologische Symptome auf, muss medizinisch abgeklärt werden, ob bereits ein Hitzschlag vorliegt.
Neben den klassischen Hitzeerkrankungen reagieren manche Menschen auch mit Hautproblemen auf intensive Sonneneinstrahlung. Besonders verbreitet ist die sogenannte polymorphe Lichtdermatose, umgangssprachlich oft als Sonnenallergie bezeichnet. Ausgelöst wird sie meist durch UV-A-Strahlung, insbesondere nach den ersten intensiveren Sonnenkontakten im Frühjahr oder Frühsommer. Sichtbar werden juckende Hautveränderungen, kleine Bläschen oder Rötungen an sonnenexponierten Hautstellen wie Armen, Schultern oder Dekolleté. Die Beschwerden treten häufig zeitverzögert auf und können mehrere Tage anhalten.