Content Creatorin Mimoza Lekaj (30) aus Eschenbach (Schweiz) arbeitet mit Marken wie Guess, L’Oréal oder Dyson. Im Interview spricht sie über ihr Leben zwischen Familie und Werbeaufträgen sowie über ihre modischen Favoriten.
Liebe Mimoza, wie kamst Du zu Instagram?
Ich habe damals mit Snapchat angefangen und die Leute jeden Tag mitgenommen in meinen Alltag, habe Sachen gezeigt, die vielleicht nicht jeder zeigen würde – private Einblicke, emotionale Einblicke. Und dadurch haben sie sich, glaube ich, mit mir verbunden gefühlt und ich stand ihnen sehr nahe, und dann hat das so alles angefangen.
Wie wurdest Du erfolgreich? Wie konntest Du zum Beispiel deine Followeranzahl steigern, und wie wurden Marken auf Dich aufmerksam?
Ich habe ganz unspektakulär angefangen – mit ehrlichen Snapchat-Storys aus meinem Alltag. Nichts Perfektes, nichts Geplantes. Genau das hat die Leute aber abgeholt. Sie haben sich wiedergefunden, sind mir auf Instagram gefolgt und so ist alles organisch gewachsen. Marken sind letztendlich genau darauf aufmerksam geworden: auf diese Nähe und Authentizität.
Was hast Du gemacht, bevor Du als Influencerin erfolgreich wurdest?
Ich habe eine Ausbildung gemacht und ein ganz normales Leben geführt – ohne Social Media im Fokus. Vielleicht genau deshalb weiß ich heute umso mehr, was es heißt, hart zu arbeiten!
Du bist zweifache Mutter. Wie lassen sich Familie und Influencer-Leben vereinbaren?
Es ist auf jeden Fall möglich, wenn man sich gut organisiert und Hilfe annimmt. Ich bekomme Hilfe von meiner Mutter, meinem Mann und meiner Schwiegermutter. Die stehen mir immer bei, und dadurch kann ich mich voll auf das Muttersein, aber auch auf meine Karriere fokussieren.
Du hast auch schon Beiträge über Deine Schwangerschaften und das Familienleben gepostet und private Einblicke gegeben. Welche Reaktionen hast Du darauf erhalten? Tauschst Du Dich zum Beispiel auch viel mit anderen Müttern aus und findest Du das bereichernd?
Auf jeden Fall ist es für mich bereichernd, weil ich natürlich jeden Tag auch von anderen Müttern gerne Tipps annehme und auch gerne nach Tipps frage, da ich das erste Mal Mutter bin, so wie viele von uns auch. Und durch den Austausch und durch diese Möglichkeit auf dieser Plattform ist es viel einfacher geworden, weil man ganz offen über jegliche Dinge kommuniziert und dadurch Zuspruch bekommt oder sogar Kritik. Ich finde auch, mit dieser Kritik kann man wachsen und Dinge besser machen. Und deshalb ist es auf jeden Fall eine Bereicherung.
Wo ziehst Du die Grenze bei Einblicken in Euer Familienleben? Was wäre Dir zu privat?
Ich glaube, man hat als Mutter einfach ein Gespür für die Privatsphäre von seinen Kindern. Also man sollte das auf jeden Fall haben. Ich erzähle schon viel, wo ich einen Mehrwert mitgeben kann, aber ich erzähle auch sehr viel nicht, weil ich nicht möchte, dass meine Kinder eine Angriffsfläche haben könnten. Genauso ist es, wenn es meine Beziehung betrifft und allgemein meine Familie, da meine Familie ja auch ab und zu zu sehen ist, also meine Mutter und mein Vater. Da schaue ich auch, dass ich sie nicht zu oft zeige. Sie gehören zwar zu meinem Leben, aber sie gehören nicht in die Öffentlichkeit. Ich schaue, dass vielleicht so 20 Prozent von meinem Privatleben gezeigt werden, nur indem ich einen Mehrwert mitgeben kann.
Mit welchen bekannten Marken hast Du in der letzten Zeit zusammengearbeitet?
Ich arbeite mit L’Oréal Paris zusammen, mit Dyson, mit Guess. Ich habe sehr große Brands, die mich einladen, und es ist jedes Mal für mich eine Ehre, dabei zu sein und gesehen zu werden, denn es gibt so viele Influencerinnen/Konkurrentinnen. Aber ich sage immer: Der Kuchen ist groß, es ist für jeden was da, es gibt so viele Brands, und deshalb schätze ich mich sehr, sehr glücklich, dass ich Jahresverträge mit großen Brands habe.
Was waren die Highlights in Deiner Karriere?
Ich glaube, mein Höhepunkt war, als ich von Kilian Paris zum Filmfestival in Cannes eingeladen wurde.
Welche Deiner Instagram-Beiträge sind die beliebtesten?
Die beliebtesten Instagram-Beiträge von mir sind spontane Karussell-Posts, wo ich ganz viele Einblicke von meiner Woche zeige. Die Leute mögen das Authentische und diesen eher etwas privateren Einblick in Fotos.
Wer fotografiert Dich für Instagram?
Ehrlich gesagt werde ich eigentlich von der Person fotografiert, die gerade dabei ist, und die muss dran glauben. Und ich muss ehrlich sagen, ich bin auch sehr unkompliziert, also ich habe sehr schnell meine Bilder, und deshalb meist meine Schwestern, mein Mann, meine Mutter oder meine Freunde.
Was fasziniert Dich an Mode und an der Fashion- und Beautywelt?
Es fasziniert mich, wie individuell jeder mit allem umgeht. Jeder hat einen ganz anderen Fashion-Geschmack. Man kann sich inspirieren lassen von Beauty und Fashion, kann so vieles Neues dazulernen. Es gibt so viele Beauty-Produkte, die uns weiterbringen, ob es jetzt mit unserer Haut ist oder etwas vorteilhafter zu schminken. Es gibt wirklich sehr viel Positives, und das beeindruckt mich sehr.
Durch die Sozialen Medien ist für viele ein stärkerer Zwang zur Selbstoptimierung entstanden. Wie stehst Du zu diesem Thema? Setzt Du Dich selbst auch manchmal unter Druck, was zum Beispiel Gewicht, Ernährung, Sport oder Beauty-Eingriffe anbelangt?
Mit meinem Gewicht oder meiner Persönlichkeit setze ich mich nicht unter Druck – ich bin zufrieden mit mir und liebe mich so, wie ich bin. Aber beruflich ist das anders. Gerade durch Social Media vergleicht man sich schnell, weil so viele kreative Menschen dasselbe machen. Alles ist schnelllebig, und man hat manchmal das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Deshalb ist es wichtig, sich daran zu erinnern, warum man mit Social Media begonnen hat und warum Menschen einem folgen – das hat einen Grund. Man sollte sich selbst treu bleiben, seinen eigenen Weg gehen und anderen ihren Erfolg gönnen statt sich ständig mit ihnen zu vergleichen.
Für welche Themen, abgesehen von Mode und Beauty, nutzt Du Deine Reichweite bei Instagram gerne?
Um ehrlich zu sein, nutze ich meine Reichweite unglaublich gerne, um anderen Menschen eine Freude zu machen. Ich liebe es, Gewinnspiele zu veranstalten und einfach etwas zurückzugeben. Gleichzeitig ist es mir wichtig, meine Plattform zu nutzen, um zu helfen – zum Beispiel, wenn es um Krankheiten oder andere schwierige Themen geht. Ich habe von Anfang an daran geglaubt, dass man mit dem, was man tut, einen Mehrwert schaffen sollte, egal in welcher Form. Und genau das ist bis heute mein Anspruch: nicht nur zu posten, sondern wirklich etwas Positives zu bewirken.
Kannst Du Beispiele dafür geben, wie und wo Du schon positive Dinge bewirkt hast?
Ich liebe es, meine Reichweite sinnvoll zu nutzen – nicht nur für schönen Content, sondern um wirklich etwas zurückzugeben. Sei es durch Spendenaktionen, kleine Überraschungen für meine Community oder indem ich Müttern Momente schenke, in denen sie einfach mal durchatmen können. Für mich ist das der schönste Teil an allem.
Wie würdest Du Deinen Kleidungsstil beschreiben, und worauf achtest Du bei Deinen Outfits?
Sexy, aber immer mit Eleganz. Ich liebe feminine Silhouetten und Looks, die Selbstbewusstsein ausstrahlen, ohne laut zu sein. Es geht für mich nicht darum, Trends blind zu folgen, sondern mich selbst darin wiederzufinden.
Wer oder was inspiriert Dich in Sachen Beauty und Fashion, gerade im Sommer?
Ich lasse mich viel von Instagram und Pinterest inspirieren, aber oft sind es auch kleine Details im Alltag, die mich auf Ideen bringen. Farben, Materialien, Stimmungen.
Du bist viel unterwegs in Sachen Fashion – welche Trends siehst Du diesen Sommer generell?
Ganz klar: Icy Blue, leichte Stoffe und generell Looks, die Haut zeigen, aber auf eine elegante, nicht übertriebene Art.
Wie sieht Dein perfekter Sommerlook aus?
Hell, clean, viel Schmuck – ich liebe Seide oder fließende Stoffe. Und manchmal darf es auch komplett farbig sein, solange es trotzdem edel wirkt.
Wie muss das perfekte Sommerkleid für Dich sein?
Leicht, luftig und so, dass man es anzieht und sich direkt wohlfühlt – ohne viel nachzudenken.
Welche Teile in Deinem Kleiderschrank sind Deine Lieblingsstücke?
Die, die eine Geschichte haben. Erinnerungsstücke, zum Beispiel aus meiner Lehrzeit – Dinge, die nicht nur schön sind, sondern die auch etwas bedeuten.
Wo shoppst Du am liebsten Kleidung und Accessoires?
Ich liebe Brands wie Zara oder COS, ich mixe gerne High Street mit zeitlosen Pieces.
Welche Pläne hast Du für die Zukunft?
Ein großes Thema bei mir ist aktuell mein Hausbau. Ich freue mich total darauf, meine Community da mitzunehmen und auch mehr in Richtung Interior zu gehen – das ist noch mal eine ganz neue kreative Welt für mich.