Ausgedehnte Waldpassagen fernab jeglichen Verkehrslärms führen Wanderer nah an die Natur. Der Weg geht mitten durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Von den Höhen am Ringkopf und der Kirschweiler Festung gibt es überwältigende Ausblicke.
Kirschweiler liegt an der Deutschen Edelsteinstraße etwa einen Kilometer nordwestlich von Idar-Oberstein am Fuß des Wildenburger Königswaldes.
Der Wasserreichtum des Idarbachs war die Grundlage für die Entwicklung zum „Dorf der Edelsteinschleifer“. Noch heute wird das gewerbliche Leben in Kirschweiler von Betrieben des Edelsteinschleifer- und Goldschmiedehandwerkes geprägt.
Vom Waldparkplatz ist das hölzerne Eingangsportal gut erkennbar. Über einen Holzsteg folgen wir der Beschilderung in den Wald. Es erwartet uns eine Wanderung durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Der Wald ist das dominierende Element der Wanderung. Nach kurzer Wanderzeit gelangen wir zu einem eingezäunten Waldstück, das zum Forschungsprojekt „Wald des Nationalparks“ gehört. Entlang des Zauns folgen wir dem Weg nach rechts, halten uns später an einer Wegkreuzung abermals rechts. Auf dem Weg zum Dreiherrenstein passieren wir ein kleines Waldbiotop. Der Waldboden ist teilweise von dicken Moosteppichen bedeckt. Bis zum Dreiherrenstein, den wir an einer Wegspinne erreichen, steigt der Weg leicht bergan.
Seit dem späten Mittelalter stand der historische Grenzstein zwischen drei mittelalterlichen Herrschaftsgebieten: dem der Hinteren Grafschaft Sponheim, der Rheingrafen von Kyrburg sowie der Herrschaft Oberstein. Seit 1840 befindet sich der Grenzstein an der heutigen Stelle und kennzeichnete die Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Oldenburg.
Eine keltische Fliehburg
Vom Dreiherrenstein steigt der Weg weiter nach oben. Zwischen Baumriesen und Totholz mit verschiedenfarbigen Baumschwämmen liegt auf einer Anhöhe am Ringkopf eine keltische Fliehburg, deren Ausmaße noch gut erkennbar sind. Die zehn Meter breite und zwei Meter hohe keltische Wallanlage entstand wahrscheinlich um 500 v. Chr. und diente vermutlich als Fluchtburg für die in der Nähe lebenden Kelten. Von der Hangkante erleben wir einen malerischen Hunsrückblick zum Idarkopf und den Hunsrückdörfern Schoren, Bruchweiler, Sensweiler, Wirschweiler und Allenbach.
Vom Ringkopf steigen wir zunächst bergab, wandern später unterhalb der Fliehburg und erkennen linker Hand im Wald eine moorähnliche Bodenbeschaffenheit. Den breiten Forstweg verlassen wir nach links ins feuchte Waldgebiet. Mit vielen Richtungsänderungen schlängelt sich der Weg durch den Nationalpark. Nach erfolgreichem Anstieg treffen wir auf eine Waldschneise. Die Wegführung ist so gewählt, dass wir von einer Bank den Höhenrücken des Erbeskopfes gut sehen können.
Nach kurzer Wegstrecke sind wir am Wasserbehälter auf Silberich angekommen, nehmen dort den Pfad bergab und treffen bald auf die Wegtrasse des Fernwanderweges Saar-Hunsrück-Steig, der wie die Traumschleife zur Kirschweiler Festung auf 623 Meter führt.
Eindrucksvolles Felsentor
Der Berg hoch über dem Idarbach – auch Hunschrack oder Silberich genannt – ist vermutlich eine frühgeschichtliche keltische Kultstätte, deren Bedeutung nicht erforscht ist. Die Einwohner von Kirschweiler nennen die Kultstätte Festung, obwohl hier keine von Menschenhand errichteten Bauten nachzuweisen sind. Allerdings hat die Natur hier ein eindrucksvolles Felsentor geformt. Während der Römerzeit verlief wohl zwischen dem Ringkopf und der Kirschweiler Festung eine Straße. Von der Festung bieten sich außergewöhnliche Blicke über den Hunsrück.
Wenn wir die Festung verlassen, liegen Traumschleife und Fernwanderweg einige Meter zusammen auf der weiteren Wegtrasse. Dann trennen sich die beiden Wege.
An den Steilhängen rund um die Festung liegen Millionen von Quarzitblöcken in den verschiedensten Größen. Ein spektakuläres, märchenhaftes Gefunkel und Geglitzer entsteht, wenn die Sonnenstrahlen auf die nicht bemoosten Quarzitfelsen treffen.
Im Hang unterhalb der Festung unterwegs treffen wir nochmals für eine Weile auf die Wegtrasse des Saar-Hunsrück-Steigs. Unser Weg zieht sich sacht nach oben. Dort angekommen wandern wir die letzten Minuten unserer Tour durch den Wald bis zum Parkplatz.