Diese Fortsetzung erzählt die Geschichte der Bestseller-Verfilmung weiter: „Der Medicus 2“ läuft ab sofort im Kino und entführt wieder in vergangene Zeiten, diesmal nach London.
Es geht um Macht, Intrigen und die Kunst, Menschen zu heilen: Der Medicus ist zurück. Nach zwölf Jahren spielt Tom Payne zum zweiten Mal die Rolle des Rob Cole, der im 11. Jahrhundert als junger Mann von England in das persische Isfahan reist, um dort die Geheimnisse der Medizin zu erlernen. Und der zurück in seine Heimat flieht, nachdem die Stadt von Islamisten erobert wird.
„Der Medicus 2“ ist wie der erste Film aus dem Jahr 2013 unter der Regie von Philipp Stölzl entstanden. Während dem Original der gleichnamige Bestseller des im Jahr 2021 gestorbenen amerikanischen Autors Noah Gordon zugrunde liegt, basiert die Fortsetzung der Geschichte nicht auf einem seiner Bücher. Gleich fünf Autoren haben an dem Drehbuch gearbeitet. Neben Regisseur Stölzl werden Stewart Harcourt, Caroline Bruckner, Jan Berger und Marc O. Seng genannt.
Nach langer Reise sehen Rob und seine Gefährten die britische Steilküste. Doch noch sind die Gefahren nicht vorbei: Während Robs Ehefrau Rebecca (Emma Rigby), die hochschwanger ist, kurz vor der Geburt ihres Kinds steht, zieht ein Unwetter auf, und das Schiff der Gruppe wird auf die Felsen getrieben. Viele Begleiter Robs kommen ums Leben, unter ihnen auch Rebecca. Immerhin überlebt das gerade geborene Kind der beiden, und auch das Buch, in dem Robs Lehrmeister in Isfahan, Ibn Sina, all sein Wissen gesammelt hat, kann Rob retten.
Braucht ein erfolgreicher Film eine Fortsetzung? Manchmal ja, manchmal nein, das hängt vom Film ab. Beim „Medicus“ ist es so ein Mittelding: Eine Fortsetzung wäre angesichts des ziemlich runden Endes des ersten Teils nicht wirklich notwendig gewesen. Das, was dabei herausgekommen ist, fügt sich aber gut an die Handlung des ersten Teils an. Den Tod von Rebecca gleich zu Beginn des Films hätten sich der Regisseur und die Drehbuchautoren allerdings sparen können – er ist für die Handlung nicht wirklich notwendig und steht zudem irgendwie auch im Widerspruch zum Ende des ersten Films.
Während im ersten Film die Ereignisse im Orient im Mittelpunkt standen, hat der zweite Teil einen anderen Schwerpunkt: den Widerstand in der englischen Gesellschaft, das Neue, das Wissenschaftliche zu akzeptieren. Und die Angst der etablierten Spieler, ihre Macht zu verlieren.
Stimmige Kulissen und Kostüme
Mit einem Kamel als Lasttier machen sich die Überlebenden der Gruppe um Rob Cole auf den Weg nach London, um beim König vorstellig zu werden. Doch dort werden sie nicht gerade freudig begrüßt. Zunächst nimmt man sie im Umfeld des Königs nicht ernst. Da sie in der Stadt nicht geduldet werden, beginnen die Medici, in den Elendsvierteln außerhalb der Stadtmauer die Menschen zu versorgen. Dass sie dabei sehr erfolgreich sind, spricht sich schnell herum. Doch die Leibärzte des Königs halten die Neuankömmlinge fern von ihm, fürchten sie doch um ihre Position.
„Der Medicus 2“ ist sauber inszeniert, Kulissen und Kostüme wirken stimmig. An der einen oder anderen Stelle gäbe es allerdings optisch durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. So wirkt beispielsweise die Ansicht der Stadt London bei der Ankunft der Gruppe sehr statisch. Da kann die heutige Digitaltechnik eigentlich mehr.
Den König umgibt ein düsteres Geheimnis. Nicht nur, dass er sich wegen einer angeblichen Krankheit schon lange dem Volk nicht mehr gezeigt hat – er hat auch keinen Thronfolger. Gleichzeitig haben sich in seinem Umfeld eine Reihe von Menschen eingenistet, die vorwiegend eigene Interessen verfolgen. Seine zweite Ehefrau ist wieder einmal hochschwanger, der König hofft auf einen Sohn. Doch bislang sind alle ihre Kinder bei der Geburt gestorben.
Dabei gäbe es eine junge Frau, die zumindest theoretisch den Thron übernehmen könnte: eine Tochter des Königs aus erster Ehe. Doch sie ist angeblich seit ihrer Kindheit dem Wahnsinn verfallen und wird unter unmenschlichen Bedingungen in einem Kloster gefangen gehalten. Eine Herausforderung für Rob Cole, der es schließlich doch schafft, das Vertrauen des Königs zu gewinnen. Um die potenzielle spätere Königin zu heilen, muss er sich mit einem für ihn neuen Thema beschäftigen: der psychischen Gesundheit.