21.08.2025
Wegen 600 Euro erschossen
Nur wenige Hundert Meter liegen die Polizeiinspektion, die Tankstelle und der Ort der tödlichen Schüsse im saarländischen Völklingen auseinander. Nur wenige Hundert Meter liegen zwischen einem Raubüberfall und einem Gerangel, das eskaliert und bei dem ein Polizist getötet wird. Der 18-jährige Verdächtige flüchtet zunächst, wird kurz darauf von Polizisten angeschossen und verletzt. Um etwa 18 Uhr wird die Polizei über einen Raubüberfall auf eine Tankstelle informiert. Ein 18-Jähriger soll mit einem Messer gedroht haben und dann mit knapp 600 Euro Beute geflüchtet sein. Drei Polizeibeamte verfolgen ihn, darunter ein Kommissaranwärter. Bei einem Gerangel soll es dem Tatverdächtigen gelungen sein, diesem die Dienstwaffe zu entreißen und mehrfach damit zu schießen, heißt es. Zunächst fünfmal soll der Täter auf den später verstorbenen Polizisten geschossen haben, der getroffen zu Boden geht, und anschließend auch auf den Kommissaranwärter. Dann soll der Verdächtige weitere Schüsse auf den bereits am Boden liegenden Polizisten abgegeben haben. Letztlich konnte der Täter durch weitere Polizeibeamte überwältigt werden. Der 34-jährige Polizist und Familienvater starb wenig später in einer Klinik. Der Tatverdächtige war im Verlauf des Einsatzes zweimal getroffen worden. Im November erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes, versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubs gegen den Deutsch-Türken. Da der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt wie erwähnt erst 18 Jahre alt war und deshalb auch Jugendstrafrecht infrage kommt, wird die Anklage bei der Jugendkammer des Landgerichts erhoben. Bei einer Jugendstrafe drohen dem 18-Jährigen bis zu 15 Jahren Haft, bei Erwachsenenstrafrecht ist auch eine lebenslange Freiheitsstrafe möglich.
22.08.2025
Brisanter Vorschlag
Der Ökonom Marcel Fratzscher fordert Ende August ein verpflichtendes soziales Jahr für alle Rentnerinnen und Rentner. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt dem „Spiegel“: „Gesundheitlich werden das manche nicht können, aber dafür gibt es auch bei jungen Leuten Regelungen. Die ältere Generation muss sich stärker einbringen, beispielsweise im Sozialbereich, aber auch bei der Verteidigung.“
Benötigt würden technische Fähigkeiten. „Warum sollten wir die nicht nutzen, gerade von Leuten, die früher bei der Bundeswehr ausgebildet wurden? (…) Wir brauchen mehr Solidarität der Alten mit den Jungen.“ Der Ökonom wirbt zudem für einen neuen Generationenvertrag. Auch wenn viele dem letzten Punkt durchaus zustimmen, hagelt es dennoch umgehend Kritik von allen Seiten, etwa vom Sozialverband Deutschland oder auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund, der davor warnt, Generationen gegeneinander auszuspielen. AfD und BSW warfen Fratzscher Zynismus vor.
23.08.2025
Abgang mit großem Knall
Der ehemalige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck hat augenscheinlich keine Lust auf das politische Leben in zweiter Reihe. „Ich habe (…) dem Bundestagspräsidium mitgeteilt, dass ich zum 1. September mein Bundestagsmandat zurückgeben werde“, und er müsse „Abstand zu dem zu engen Korsett des Berliner Politikbetriebs gewinnen“, sagte der 55-Jährige in einem Interview mit der „taz“, das auch aus anderem Grund für einige Wellen sorgte. Denn darin teilte Habeck auch kräftig gegen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und den CSU-Vorsitzenden Markus Söder aus. Auf die Frage der „taz“, ob es mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner noch ein Abschlussgespräch gebe, antwortete Habeck: „Ich hoffe nicht.“ Der CDU-Politikerin gab er zum Abschied harsche Worte der Kritik mit und bezeichnete sie als Fehlbesetzung: „Sie war noch nie in der Lage, Dinge zusammenzuführen. Sie hat immer nur polarisiert, polemisiert und gespalten.“ Überhaupt sei die Option Schwarz-Grün von der Union „verächtlich gemacht und zerstört“ worden, konstatierte Habeck und sagte über den CSU-Chef: „Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik.“ Dass Habeck und Söder keine Freunde mehr werden, war schon zuvor klar. Entsprechend reagierte Söder: „Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.“
29.08.2025
Drei Millionen Arbeitslose
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt Ende August 2025 erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder auf mehr als drei Millionen Menschen. Die Zahl der Arbeitslosen erhöht sich dabei im August im Vergleich zum Vormonat um 46.000 auf 3,025 Millionen Menschen. Das seien 153.000 mehr als im August 2024, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent.
Über der Grenze von drei Millionen lag die Zahl der Arbeitslosen zuletzt im Februar 2015. Die Arbeitslosenzahlen steigen in der Regel über den Sommer, weil Unternehmen vor den Ferien weniger einstellen und Ausbildungsverhältnisse enden. Die Zahlen vom August waren allerdings zuletzt vor 15 Jahren so hoch. „Drei Millionen Arbeitslose sind ein Armutszeugnis für die Reformverweigerung der vergangenen Jahre“, sagte entsprechend Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Es brauche nun endlich einen echten Herbst der Reformen.
Im bundesweiten Vergleich lag die Arbeitslosenquote in den Stadtstaaten Bremen (11,8 Prozent) und Berlin (10,5 Prozent) weiterhin am höchsten, in den südlichen Bundesländern Bayern (4,2 Prozent) und Baden-Württemberg (4,7 Prozent) am niedrigsten.
18.08.2025
Prinzessinnen-Sohn angeklagt
Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit kommt vor Gericht. Rund ein Jahr nach dem Aufkommen erster Gewaltvorwürfe gegen Marius Borg Høiby erhob der zuständige Staatsanwalt Sturla Henriksbø Mitte August in Oslo Anklage gegen den 28-Jährigen. Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf der Vergewaltigung sowie schwerer Sexualdelikte nach dem norwegischen Vergewaltigungsparagrafen. Insgesamt ist Høiby in 32 Punkten angeklagt. Der Gerichtsprozess gegen ihn wird nach Angaben des Staatsanwalts wahrscheinlich Mitte Januar 2026 beginnen. Demnach droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Høiby ist das älteste der drei Kinder von Mette-Marit (51) und der Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52). Zusammen mit Thronfolger Haakon hat Mette-Marit zwei weitere Kinder. Høiby gehört zwar zur Königsfamilie, trägt aber keinen Prinzentitel und ist auch kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses. Trotzdem drehen sich die royalen Schlagzeilen in Norwegen seit rund einem Jahr immer wieder um Høiby. Nach ersten Vorwürfen zu Körperverletzung und Sachbeschädigung hatte er im August 2024 eingeräumt, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. In einer schriftlichen Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen.
26.08.2025
Israel greift Krankenhaus an
Der israelische Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen Ende August hatte die Zerstörung einer von der Hamas installierten Überwachungskamera zum Ziel. Die Kamera sei auf dem Gelände der Klinik platziert worden, um israelische Truppen während ihrer Einsätze zu beobachten und letztlich terroristische Aktivitäten gegen sie zu verüben, teilte das Militär mit. Nachdem die Truppen die Kamera entdeckt hatten, seien sie vorgegangen, um die „Bedrohung“ zu beseitigen, und hätten die Kamera zerstört, hieß es weiter. Bei dem Angriff auf das Krankenhaus in Chan Junis im südlichen Gazastreifen waren nach palästinensischen Angaben 20 Menschen getötet worden. Unter den Toten waren auch fünf Journalisten, von denen einige für internationale Medien arbeiteten. Den Angaben zufolge kamen bei dem Angriff auf die Klinik auch Sanitäter zu Tode. Die Empörung über den Vorfall war international groß. Das israelische Militär kündigte nach dem Vorfall eine gründliche Untersuchung an. Augenzeugen berichteten, es habe zunächst einen Angriff auf den vierten Stock im Empfangsgebäude des Krankenhauses gegeben, in dem sich die Journalisten aufhielten. Als Sanitäter und Mitarbeiter des Zivilschutzes zur Rettung eilten, habe es einen weiteren Angriff auf das Gelände gegeben.
28.08.2025
Zwei-Prozent-Ziel erreicht
Alle 32 Mitglieder der Nato erreichen in diesem Jahr zum ersten Mal voraussichtlich das Ziel, zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu investieren. Das geht aus Daten der Nato hervor, die Ende August veröffentlicht wurden. 2023 hätten dem Nato-Bericht zufolge nur zehn Mitglieder das Zwei-Prozent-Ziel erreicht. Auf ihrem Gipfel im Juni einigten sich die Nato-Mitglieder allerdings darauf, die Verteidigungsausgaben von zwei auf 3,5 Prozent zu erhöhen. Weitere 1,5 Prozent des BIP sollen demnach für andere Maßnahmen bereitgestellt werden. Dazu gehören die Modernisierung von Straßen, Brücken, Häfen und Flugplätzen, damit die Streitkräfte besser eingesetzt werden können. Außerdem kann das Geld für Maßnahmen zur Abwehr von Cyber- und Hybridangriffen und zur Vorbereitung der Gesellschaften auf künftige Konflikte genutzt werden. Dem Bericht zufolge werden nur drei Nato-Mitglieder dieses Jahr das neue Ziel von 3,5 Prozent schaffen. Die europäischen Nato-Staaten und Kanada erhöhen ihre Verteidigungsausgaben also – 2025 allerdings weniger stark als noch im vergangenen Jahr. Konkret wird nach den Schätzungen mit einem Anstieg um 15,9 Prozent auf 559 Milliarden US-Dollar (479 Milliarden Euro) gerechnet.
27.08.2025
Hochzeit des Jahrhunderts?
In einer knappen Stunde zehn Millionen Likes? Da muss etwas Weltbewegendes passiert sein! Es ist eine Love-Story der Superlative, die sich Ende August wie ein Lauffeuer verbreitet: Pop-Superstar Taylor Swift und NFL-Spieler Travis Kelce haben sich verlobt. „Eure Englischlehrerin und euer Sportlehrer heiraten“, teilten die beiden US-Amerikaner in einem gemeinsamen Instagram-Post ihren Fans in aller Welt mit. Dazu fünf romantische Fotos vor einer idyllischen Kulisse: rosa-weiße Blumengirlanden, der kräftige Sportler kniet vor der zierlichen Sängerin. Zärtliche Gesten und dazu ein Ring mit einem großen Diamanten. Das Netz explodiert – in kürzester Zeit klicken mehr als zehn Millionen Fans auf „Gefällt“. Swift und Kelce verbinden zwei der einflussreichsten Sphären der US-amerikanischen Gegenwartskultur – das Sportstadion und die Musikbühne. Beide sind Superstars, dabei aber „down to earth“, also bodenständig geblieben. Einen möglichen Termin für das Mega-Ereignis hält das Paar noch unter Verschluss. Doch in einer Zeit politischer Spannungen und gesellschaftlicher Spaltung kommt so eine Love-Story der Superlative, ohne Kanten und Ecken, gerade recht. Doch während viele Prominente in den USA politisch immer wieder klar Stellung beziehen, halten sich Swift und Kelce eher zurück – auch wenn die Sängerin im Wahlkampf Kamala Harris in einem Social-Media-Post unterstützte und dafür bekannt ist, für den rechtspopulistischen Präsidenten Donald Trump nicht allzu viel übrigzuhaben. Damit schafft das Paar eine Gratwanderung, die sie massentauglich und kommerziell erfolgreich macht. Umso erstaunlicher, dass sogar Trump, der in der Vergangenheit über Swift hergezogen und sie noch vor wenigen Monaten als „nicht mehr hot“ abgestempelt hatte, dem Paar gratulierte. Kelce sei ein „großartiger Spieler“ und ein „großartiger Kerl“, sagte Trump vor Reportern. „Und ich denke, sie ist eine wunderbare Person. Ich wünsche ihnen sehr viel Glück.“