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WAS MACHT EIGENTLICH...

Branchenfreunde 1998: Produzent Marc Dorcel mit den Darstellern Laure Sinclair, Jenna Jameson und Brad Armstrong
Foto: picture-alliance / dpa

Jenna Jameson?

Anfang der 2000er wurde sie als Darstellerin zur „Königin“ der US-Porno-Branche. Nach Drogenproblemen zog sie sich zurück und verkaufte auch ihr Porno-Unter­nehmen. Die 51-Jährige konvertierte 2015 zum Judentum und will Menschen helfen, „Jesus zu finden“. 

In ihrer 2004 veröffentlichten Autobiografie „How to make love like a porn star“ (deutscher Titel: „Pornostar“) verrät die bisexuelle Jenna Jameson, dass sie in ihrem Leben mit 100 Frauen und 30 Männern geschlafen hat, diverse Pornofilm-Liebhaberinnen nicht mitgezählt. Obwohl unter ihren Bettgesellen so prominente Typen waren wie Tommy Lee und Marilyn Manson, nennt Jameson die Porno-Kollegin Nikki Tyler, mit der sie zu Beginn ihrer Karriere zusammenlebte, als ihre insgesamt beste Beziehung. Jamesons schonungslose Memoiren wurden zum US-Bestseller und gaben Einblicke in ihre steile Karriere in der Sexfilm-Branche, aber auch in ihr oft schwieriges Privatleben mit Vergewaltigungen, Drogensucht, Brust-OPs und unglücklichen Beziehungen.

Erfolgreiche Verkaufsbilanz

Die frühere Porno-Darstellerin Jenna Jameson 2004 bei einem Auftritt in Las Vegas
Die frühere Porno-Darstellerin Jenna Jameson 2004 bei einem Auftritt in Las Vegas - Foto: picture alliance / zz / RW/INF / STAR MAX / IPx

Jamesons Porno-Unternehmen Club  Jenna, 2000 zusammen mit Filmpartner und Ehemann Jay Grdina gegründet, wurde mit der gleichnamigen Website schnell einer der erfolgreichsten und vielschichtigsten Porno-Anbieter im Internet. Bis 2004 übernahm Jameson noch selbst die Hauptrollen in den ClubJenna-Filmen, in denen sie mit anderen Frauen oder meist ihrem Mann Jay vor der Kamera lag. Der Erstling „Briana loves Jenna“ spielte im ersten Jahr über eine Million Dollar ein und war 2003 der meistverkaufte und meistverliehene Porno der USA. Von Jennas Filmen wurden im Schnitt 100.000 Exemplare verkauft und der Jahresumsatz von Club Jenna belief sich in Spitzenzeiten auf jährlich rund 30 Millionen Dollar, von denen die Hälfte als Gewinn verblieb! Neben Filmen und einem TV-Kabelsender hat sich das Porno-Unternehmen vor allem auf das Merchandising von Sex-Produkten spezialisiert, die stark auf Jenna zugeschnitten waren: von Sexspielzeugen über Actionfiguren und Porno-Computerspiele bis hin zu Jennas lustvollem Stöhnen als Klingelton. Unter der Marke „Jameson“ fanden sogar Trinkgefäße, Parfüms, Handtaschen und Schuhe den Weg in New Yorker Edel-Boutiquen. Auch über 150 Webseiten von anderen Pornodarstellern wurden von Club Jenna betreut. 2006 verkaufte Jameson ihr Unternehmen an Playboy Enterprises (inzwischen: PLBY Group Inc.), das nach Brancheninformation immer noch im Besitz der Inhalte und Markenrechte von Club Jenna ist.

Jameson, die Pornos näher an den Mainstream bringen wollte, strebte aber auch den Erfolg außerhalb der Porno­branche an. „Ich habe meine Wurzeln in der Hardcore-Pornografie nie verleugnet, aber es war mir wichtig, ein allgemein bekannter Begriff zu werden!“ Deshalb machte sie 2007 ihre Brustvergrößerung rückgängig und spielte vorwiegend in „normalen“ Filmen mit. So war sie beispielsweise in zwei Folgen der NBC-Show „Sterling“ und zuletzt 2014 in einer Folge der Serie „Sons of Anarchy“ zu sehen. Außerdem war sie kurzzeitig als TV-Moderatorin und Synchronsprecherin in Trickfilmen im Einsatz, agierte als Spielfigur in mehreren Computerspielen (etwa „Grand Theft Auto: Vice City“) und produziert Werbespots für seriöse Marken. 2015 war sie Teilnehmerin der US-amerikanischen Soap „Celebrity Big Brother“. 

Spenden gegen Ausbeutung

Jameson erhielt als Darstellerin viele Branchenpreise und war 2006 als erste Pornodarstellerin in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett ausgestellt. Eine Zeit lang hatte sie Alkoholprobleme, die sie aber erfolgreich bekämpfen konnte. 2019 verkündete sie stolz, dass sie jetzt schon vier Jahre lang trocken sei. Im Zuge der Trennung von ihrer letzten Ehefrau Jessie Lawless, mit der sie ab Mai 2024 knapp ein Jahr verheiratet war, tauchten Gerüchte auf, dass sie wieder rückfällig geworden sei. Auf der Social-Media-Plattform „X“ hat Jameson das im Vorjahr zurückgewiesen. Ebenso hat sie sich gegen dort veröffentlichte Angriffe auf sie als Jüdin gewehrt. Denn 2015 war sie zum Judentum konvertiert und löste einige politische Kontroversen aus, weil sie sich mehrfach öffentlich antiislamisch äußerte. Auch einige ihrer Verschwörungstheorien und ihre Ablehnung von Minderheiten stießen auf heftige Kritik. Zuletzt hat sich Jameson aber verstärkt religiösen Dingen zugewandt: „Nachdem ich Jahrzehnte für meinen Körper und Sünden bekannt war, will ich jetzt anderen helfen, zu Jesus zu finden!“, betonte sie kürzlich in der Zeitung „Toronto Sun“.

In den vergangenen Jahren startete Jameson eine Aktion gegen die weltweit größte Pornoseite „Porn Hub“, weil diese „von der Vergewaltigung und Folter von Frauen und Kindern“ profitiere. Deshalb hat sie eine Petition für das Abschalten des Porno-Riesen gestartet, die schnell über eine Million Unterstützer fand und über 100.000 Dollar Spenden einsammeln konnte.

2022 litt Jameson an der seltenen Krankheit Guillain-Barré-Syndrom, das ihr Immunsystem und die Nerven angegriffen hat. Weil am Anfang eine Fehldiagnose gestellt wurde, kam es bei ihr zur Muskelatrophie, sodass die Mobilität der Schauspielerin eingeschränkt war. 

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