Vor allem durch seine Rolle in der TV-Serie „Full House“ wurde er bekannt. Seit vier Jahrzehnten steht er öfter mit den Beach Boys als Schlagzeuger auf der Bühne. Demnächst ist der 62-Jährige im Comedy-Horror-Thriller „Drag“ zu sehen.
John Stamos ist vielen Fernsehzuschauern ein Begriff aus amerikanischen Serien, allen voran in seiner Rolle als „Onkel“ Jesse Katsopolis, der in der Sitcom „Full House“ seinem Stiefbruder dabei half, dessen drei Töchter großzuziehen. Über seine Rolle sagte er später: „Die ganze Zeit über wünschte ich, dass diese Show ganz anders, cleverer wäre. Letztlich marschiert diese Komödie schnurstracks am Hirn vorbei und zielt direkt ins Herz!“ Er sei bis heute stolz darauf, habe danach aber etwas anderes machen wollen und Theater gespielt.
Während viele Stamos als „Full House“-Star kennen, wissen sie weniger über seine Karriere als Musiker, durch die zeitweise seine Schauspielkarriere zurückstehen musste. Der große Elvis- und Beach-Boys-Fan hatte schon als Kind Schlagzeug, Klavier und Gitarre erlernt und trat als Teenager zeitweise mit seiner Band „Destiny“ auf. Öfter hat er auch die Musik für „Full House“ geschrieben. Ab 1985 trat er immer wieder als Drummer und Percussionist mit der legendären Surfer-Band Beach Boys auf und war 1988 dann auch in deren Video zum Song „Kokomo“ an den Congas zu sehen. 1992 übernahm er auf dem Beach-Boys-Album „Summer in Paradise“ den Gesangspart in einer neuen Version des 70er-Jahre-Hits „Forever“, der sogar zweimal in „Full House“-Episoden zu hören war. 2010 ging Stamos mit den Beach Boys auf Konzertreise und war 2012 auch auf deren „50 Jahre Reunion“-Tour dabei. Auch später ergänzte er die Gruppe immer wieder als Schlagzeuger: So trommelte er 2017 und 2018 bei Konzerten in Washington vorm Weißen Haus und 2022 bei einem Benefizkonzert in Houston. Er gehörte 2025 sowohl bei den Band-Auftritten beim bekannten „Riot-Festival“ in Chicago als auch bei Konzerten der „Sounds of Summer“-Tour zum Line-up.
Synchronisierte auch in Filmen
Stamos produzierte zudem einige Songs seiner langjährigen „Lieblingsband“ und zeichnete im Jahr 2000 als Produzent auch für die Emmy-ausgezeichnete Mini-Serie „The Beach Boys: An American Family“ verantwortlich. 2014 war er dann Regisseur des Musikvideos zu dem von ihm mitkomponierten Song „Let yourself be loved“ der Nashville-Band „Diamond Carter“.
Die Haupttätigkeit von Stamos war aber doch seine Schauspielerei. In der Folge von „Full House“ war er in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien zu sehen und lieh sein prominentes Gesicht auch etlichen Werbespots. Hauptrollen übernahm er in den Serien „Thieves“ (2001–05), „Jake in Progress“ (2005/06) oder im Fernsehfilm „Wedding Wars“ (2006). Darüber hinaus war er öfter in Sprechrollen animierter Serien im Einsatz. Gastrollen bekam er in den 2010er-Jahren in TV-Serien wie „Glee“, „Law & Order: Special Victims Unit“, „Two and a half Men“, „Emergency Room“ oder zuletzt 2018 in „You“.
Bevor er dann 2016 in der „Full House“-Fortsetzung „Fuller House“ wieder dabei war, spielte er die Hauptrolle in der Sitcom „Grandfathered“ und war im Film „My Big Fat Greek Wedding 2“ und in der Comedy-Serie „Screen Queen“ zu sehen. In den Produktionen „Spidey and the Amazing Friend“ (2022) und „Iron Man and His Awesome Friends“ (2025) übernahm Stamos Sprechrollen, bevor er 2025 in Apples „Palm Royale“ wieder fürs Fernsehen arbeitete. Noch in diesem Jahr soll sein neuer Film starten: In dem 2025 gedrehten Comedy-Horror-Thriller „Drag“ spielt er einen Hausbesitzer, der Einbrecher auf frischer Tat ertappt.
Viel Wohltätigkeitsarbeit
Auch der Theaterbühne blieb Stamos über die Jahre hinweg treu. Er spielte in den vergangenen zwei Jahrzehnten in den Musicals „Cabaret“, „Nine“, „Hairspray“, „Jesus Christ Superstar“ oder „The Best Man“. Zuletzt war er 2025 in „The Nightmare Before Christmas“ wieder am Broadway zu sehen, wo er 2023 das Musical „Gutenberg“ produziert hatte. Für seinen Broadway-Auftritt in „Bye Bye Birdie“ erhielt er 2010 den „Golden Icon Award“ als bester Schauspieler in einer Musical-Produktion. 2009 war er bereits mit einem Stern auf dem Hollywood-Boulevard ausgezeichnet worden.
Die Karriere von Stamos war Mitte der 2010er-Jahren durch Alkohol- und Medikamentenprobleme gefährdet, weil er durch den Tod seiner Eltern und die gescheiterte erste Ehe „einfach aus der Spur geraten“ war. Dank einer Entziehungskur und viel Disziplin gehe es ihm aber heute wieder gut. Seine Probleme thematisierte er 2024 auch in seiner Autobiografie „If You Would Have Told Me“.
Gemeinsam mit Ehefrau Caitlin gründete er 2018 die Schmuck-Kollektion „St. Amos“, deren Verkaufserlöse komplett an die Childhelp-Foundation gehen. Das Paar unterstützt mit seinen „Share the Love“-Armbändern seit Neuestem Opfer von Kindesmissbrauch. Ab 2005 war Stamos auch nationaler Sprecher des Kinder-Wohltätigkeitsprojektes „Cuddles“. Zudem engagiert er sich für die Vanguard-Krebs-Stiftung und ermöglicht als Mitglied der Starlight-Foundation kranken Kindern, ihre Lieblingsstars zu treffen.