Die SV Elversberg hat Eintracht Braunschweig mit 3:1 geschlagen und damit erstmals im Jahr 2026 ein Heimspiel gewonnen. Dabei überzeugte die Mannschaft von Vincent Wagner mit einer dominanten Vorstellung. Lukas Petkov traf doppelt und bereitete das dritte Tor vor.
SVE-Trainer Vincent Wagner veränderte seine Startelf gegenüber dem 2:1-Erfolg in Dresden auf zwei Positionen. Für den angeschlagenen Bambasé Conté feierte Immanuel Pherai sein Startelf-Debüt, Jan Gyamerah ersetzte Felix Keidel auf der Außenverteidiger-Position. Auf der Doppelsechs erhielt erneut Amara Condé an der Seite von Lukasz Poreba den Vorzug vor Frederik Schmahl. Braunschweigs Trainer Heiner Backhaus musste nach dem 2:2 gegen Darmstadt 98 auf den gelbgesperrten Mehmet Aydin verzichten, Florian Flick rückte für ihn in die Mannschaft. Zudem ersetzte Fabio Di Michele Sanchez im Mittelfeld Leon Bell Bell.
Das Spiel begann lebendig – und zunächst mit einer großen Möglichkeit für die Gäste. Ein langer Ball von Ron-Thorben Hoffmann segelte über die Elversberger Abwehr hinweg zu Johan Gómez, der aus halbrechter Position frei auf Nicolas Kristof zulief. Der SVE-Keeper reagierte stark und wehrte den flachen Abschluss mit dem Fuß ab. Diese Szene leitete eine Phase ein, in der die Gastgeber die Kontrolle übernahmen.
Elversberg beißt sich oben fest
Im direkten Gegenzug fiel die Führung. Amara Condé gewann im Mittelfeld den Ball, trieb ihn nach vorn und setzte Lukas Petkov auf rechts in Szene. Der Bulgare nahm den Ball kurz mit und schloss präzise ins linke Eck ab. Ein Angriff nach Ballgewinn, mit Tempo und Zielstrebigkeit vorgetragen. „Wir hätten uns sicher mit dem einen oder anderen Tor noch mehr belohnen können. Aber es macht mir Freude, den Jungs beim Fußballspielen zuzuschauen“, sagte Vincent Wagner später.
Elversberg dominierte nun Ball und Raum, ließ Gegner und Spielgerät laufen. Das zweite Tor folgte nach einem ähnlichen Muster. Gyamerah bediente Petkov auf der rechten Seite. Der Winkel war enger als beim 1:0, Petkov entschied sich für einen scharfen Ball in die Mitte. Fabio Di Michele Sanchez grätschte dazwischen und fälschte unhaltbar ins eigene Tor ab. Der Treffer wurde Petkov gutgeschrieben, es war bereits sein siebtes Saisontor.
Die SVE fand Gefallen an diesem Angriffsmuster. Wieder wurde Petkov rechts eingesetzt, wieder suchte er den Weg in den Strafraum. Eine scharfe Hereingabe verpasste David Mokwa nur knapp, wenig später kam der Mittelstürmer im Sechzehner an den Ball, verzögerte aber zu lange, bis die Braunschweiger klären konnten. Petkov forderte zwischenzeitlich einen Strafstoß, als Mokwa in Tornähe zu Fall kam – der Protest blieb ohne Erfolg.
Trotz klarer Überlegenheit fiel der Anschlusstreffer aus dem Nichts. Erneut war es ein langer Ball von Hoffmann, den Gómez weiterleitete. Aaron Opoku, Winterneuzugang der Eintracht, setzte sich im Laufduell durch und überwand Kristof durch die Beine zum 1:2. Es war Opokus erstes Tor im dritten Spiel für Braunschweig. Kurz vor der Pause hätte Elversberg den alten Abstand wiederherstellen können, doch Mokwa verpasste eine Petkov-Flanke hauchzart per Kopf. So ging es mit einer knappen, aber verdienten Führung in die Kabine. Unzufrieden war Wagner mit der ersten Halbzeit nicht, das Gegentor wäre vermeidbar gewesen. „Aber auch die Braunschweiger haben ihre Waffen“, so der Fußball-Lehrer.
Backhaus reagierte zur Pause mit drei Wechseln. Bell Bell, Yardimci und Sané kamen für Heußer, Di Michele Sanchez und Mijatovic. Am Spielverlauf änderte das wenig. Die SVE blieb das bestimmende Team. Tom Zimmerschied hatte zweimal die Chance auf das 3:1. Zunächst wurde sein Schuss abgefälscht und strich knapp am linken Pfosten vorbei, wenig später verzog er nach starkem Dribbling nur knapp. Braunschweig brachte in der zweiten Hälfte lediglich eine nennenswerte Offensivaktion zustande. In der 70. Minute prüfte der eingewechselte Erencan Yardimci Kristof aus 16 Metern, doch der SVE-Keeper war im kurzen Eck zur Stelle. Mehr ließen die Hausherren nicht zu.
Fünf Minuten später fiel die Entscheidung – und sie war sehenswert herausgespielt. Über die eingewechselten Jarzinho Malanga und Lasse Günther gelangte der Ball in die Mitte zu Petkov. Der überragende Offensivspieler behielt die Übersicht und legte uneigennützig quer auf Mokwa, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Zwei Tore, eine Vorlage – Petkov prägte das Spiel. Dementsprechend musste er auch nach dem Spiel wieder Rede und Antwort stehen. Wie so oft ging es dabei um den möglichen Aufstieg: „Wir haben kein Ziel, wir postulieren gar nichts. Aber wir setzen uns auch keine Limits“, sagte er am Mikrofon der Sportschau.
Erster Heimsieg im Jahr 2026
In der Nachspielzeit bot sich noch die Möglichkeit, das Ergebnis weiter auszubauen. Nach einem leichten Kontakt von Ken Izekor an Tom Zimmerschied entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß. Der eingewechselte Carlo Sickinger nahm sich den Ball, scheiterte jedoch mit einem unplatzierten Versuch an Hoffmann, der in seiner linken Ecke parierte.
Der vergebene Elfmeter änderte nichts an der Gesamtbewertung dieses Nachmittags. Elversberg hatte die Partie über weite Strecken kontrolliert, das Spieltempo bestimmt und nur wenige Momente der Unordnung zugelassen.
Braunschweigs Trainer Heiner Backhaus fand nach dem Spiel deutliche Worte. „Es war aufgrund der ersten Halbzeit ein verdienter Sieg für Elversberg“, erklärte er, war aber zugleich überzeugt, dass „mit der Mentalität der zweiten Halbzeit“ mehr möglich gewesen wäre. Noch klarer wurde er grundsätzlich: „So wird es nicht reichen, in der Liga zu bleiben.“ Und mit Blick auf das Debüt des 18-jährigen Ken Izekor sagte er: „Wenn ich als 18-Jähriger zehn Minuten spielen darf, dann muss ich hier den Rasen anzünden. Dann muss ich um jeden Grashalm kämpfen.“ Damit war der Braunschweiger Trainer definitiv nicht zufrieden.
Für die SVE war also der erste Heimsieg in 2026. Nach der klaren Heimniederlage gegen Hertha BSC und dem Auswärtssieg in Dresden war es der zweite Sieg in Serie, nun auch endlich wieder an der Kaiserlinde. Mit 44 Punkten bleibt Elversberg im extrem spannenden Aufstiegsrennen auf Kurs, beendet diesen Spieltag auf dem dritten Tabellenplatz. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Applaus –
zufrieden mit einer Vorstellung, die über 90 Minuten Struktur, Durchschlagskraft und Klarheit zeigte.
An diesem Samstag, 28. Februar, reist die Mannschaft von Vincent Wagner in den hohen Norden zu Holstein Kiel. „In Kiel, das wird auch kein Zuckerschlecken“, sagte Wagner mit Blick auf die nächste Aufgabe.