Theater
Dinner for One
Miss Sophie und ihr Butler James, der in die Rollen der längst verstorbenen Gäste Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom schlüpft und zunehmend betrunkener über den Kopf des Tigerfells stolpert – seit der NDR den Sketch von Lauri Wylie 1961 auf Englisch und in Schwarzweiß verfilmt hat, gehört „Dinner for One“ für viele Deutsche zum Silvester-Programm. In Berlin gibt es eine ganz eigene Tradition: Zu Silvester läuft der wohl berühmteste und meistgesehene Fernsehsketch in einer ganz eigenen und anderen Theaterfassung in der Brotfabrik am Caligariplatz – und das seit mehr als 25 Jahren. Und – wie in jedem Jahr – ist alles wieder ganz anders: „Neue Pläne, geplatzte Träume, Überraschungen und Veränderungen und – natürlich – das unvermeidliche Dinner voller Schwung, Alkohol und dem musikalischsten Tiger, den das Dinner je erlebt hat“, kündigt das Brotfabrik-Team an. Auf der Bühne stehen Martin Heesch, CD Geier und Stefan Kreißig. Gespielt wird am 29., 30. und 31. Dezember teilweise mehrmals am Tag.
Karten und Informationen im Internet: www.brotfabrik-berlin.de
Rekord in Bibliothek
Die Stadtbibliothek Pankow empfing Anfang Dezember die millionste Besucherin in der Bibliothek am Wasserturm. Das wertet Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch als „Meilenstein“. „Die Stadtbibliothek Pankow ist weit mehr als nur ein Ort der Bücher – sie ist ein echter ‚dritter Ort‘, an dem sich Menschen aus allen Lebensbereichen begegnen, austauschen und ihre Kreativität entfalten können. Mit diesem Besucherrekord zeigt sich, wie wertvoll und lebendig unsere Bibliothek für die Menschen in Pankow ist. Sie ist die besucherstärkste kulturelle Einrichtung im Bezirk und ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens unserer Stadt“, sagt sie. Neben der Weiterentwicklung der Bibliotheksangebote wurde in den vergangenen Jahren auch das Serviceangebot ausgebaut. Insbesondere wurden die Öffnungszeiten vor allem am Wochenende deutlich erweitert.
„Der Erfolg der vergangenen Jahre wäre ohne das Engagement unserer Beschäftigten nicht möglich gewesen“, sagt Danilo Vetter von der Stadtbibliothek Pankow.
Kulturverführung vom 12. Dezember 2025
Poetry Slam: Ronald Kellner von „With Choc and Charme“, der in Anspielung auf den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ auch „Willy Wonka vom Prenzlauer Berg“ genannt wird, trifft am 21. Dezember auf Poetry-Slam-Künstler: Eine Schokoladen-Verkostung vermischt sich beim Wedding-Slam mit passender Poesie. Für diese Poesie sorgt das Team der Kiezpoeten, eine Berliner Künstlergruppe. Ballhaus Wedding, Wriezener Straße 6, 13359 Berlin, Karten und Informationen: www.kiezpoeten.com
Ausstellung: 14 monumentale Statuen der Brandenburger Kurfürsten aus dem 17. Jahrhundert sind Teil der Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes im Berliner Stadtschloss, das als Humboldt Forum neu aufgebaut wurde. Dargestellt wurde damals allerdings nur eine Hälfte der Familie – Frauen kamen in dieser Form der dynastischen Selbstdarstellung nicht vor. Eine neue Intervention stellt den Skulpturen in der Treppenhalle im dritten Obergeschoss daher nun erstmals vier Fürstinnen aus vier Jahrhunderten zur Seite, um deren Wirkungsmöglichkeiten sichtbar zu machen. Dazu gehört zum Beispiel Anna von Brandenburg (1487 bis 1514), die als Herzogin von Schleswig-Holstein ihr Andenken durch die Stiftung bedeutender Kunstwerke planvoll absicherte. Die Ausstellung „Systemrelevant: Frauen in Herrscherfamilien“ entstand im Rahmen des Projekts „Wirksam“, das in zehn verschiedenen Museen Deutschlands beispielhaft Hohenzollern-Frauen in den Fokus rückt. Das Sonderheft „Damals“ zum Projekt „Fürstinnen der Hohenzollern. Adlige Netzwerke im Spätmittelalter“ gibt es im Museumsshop. Humboldt Forum, Schlossplatz, 10178 Berlin, Informationen: www.humboldtforum.org
Konzert: An Weihnachten noch nichts vor? Dann ist vielleicht „Servus Peter – Oh là là Mireille“ mit Ursli und Toni Pfister und dem Jo-Roloff-Trio das Richtige. In dieser Show dreht sich alles um Peter Alexander und Mireille Mathieu. Ursli und Toni Pfister sind lässig und frech. Sie stehen für aufputschenden Schlager, aufheulenden Schmalz und augenzwinkernden Charme. Das Herren-Doppel der Geschwister Pfister widmet dem Tausendsassa aus Wien und der Nachtigall von Avignon einen ganzen Abend. Schließlich gehörten die jahrzehntelang fast zur Familie – ein Fernsehsamstagabend ohne sie war schlicht nicht denkbar! Hits wie „Die kleine Kneipe“ oder „Akropolis Adieu“ schenkten einer ganzen Generation Momente reinsten Glücks und schönster Zufriedenheit. „Dies gilt es nun, zurückzugeben“, finden die beiden. Und so schenken Ursli und Toni Pfister ihrem Weihnachts-Publikum einen Blick hinter die Kulissen, nehmen es mit nach Wien und Paris und werden sicher auch den einen oder anderen Überraschungsgast begrüßen dürfen, wie sie ankündigen. Bar jeder Vernunft, Schaperstraße 24, 10719 Berlin, Informationen und Karten: www.bar-jeder-vernunft.de Martin Rolshausen