Camera Zwo
Filmton aufs Hörgerät
Das Saarbrücker Kino Camera Zwo ist nach eigenen Angaben das erste Kino in Deutschland, in dem die Auracast-Hörunterstützung in allen DCI-Sälen installiert ist. Auracast ist ein neuer Bluetooth-Standard, mit dem der Ton von einer Quelle, etwa im Kino, am Fernseher oder im Museum, direkt an beliebig viele kompatible Hörgeräte oder Kopfhörer übertragen werden kann.
Mit der neuen Technik will das Kino das Filmerlebnis verbessern und zugleich die Barrierefreiheit erhöhen. Der Filmton kann künftig direkt über Auracast-fähige Hörgeräte oder kompatible Bluetooth-Kopfhörer empfangen werden. Davon profitieren Menschen mit Hörbeeinträchtigung ebenso wie Gäste ohne Hörverlust, die den Kinoton individuell per Kopfhörer erleben möchten.
Im vergangenen Jahr testete das Kino das Prinzip über mehrere Wochen in einem der fünf Säle, die Rückmeldungen fielen positiv aus. Inzwischen sind auch die übrigen Räume ausgestattet.
Auch Besucherinnen und Besucher, die kein Hörgerät benötigen und keinen kompatiblen Kopfhörer besitzen, können die Technik ausprobieren: Ab dem 21. Juni stellt das Kino Leihkopfhörer zur Verfügung.
Infoveranstaltung: Sonntag, 21. Juni, 11 bis 15 Uhr, Camera Zwo, Futterstraße 5-7, Saarbrücken
Musikalische Dialoge
Die Hochschule für Musik Saar lädt zur 15. HfM-Woche der Kammermusik unter dem Motto „Klangwelten im Dialog“ zu einer Reise durch musikalische Sphären des 19. bis 21. Jahrhunderts ein. Es erklingen Kompositionen der Geschwister Fanny Hensel und Felix Mendelssohn-Bartholdy, Nadia und Lili Boulanger sowie des berühmten Paares Clara und Robert Schumann. Neben den biografischen Verbindungen beleuchtet das Programm auch nationale Besonderheiten und internationale Bezüge: Benjamin Britten und Rebecca Clarke aus England, die oben genannten Boulanger-Schwestern und Gabriel Fauré aus Frankreich sind ebenso vertreten wie die amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein, Samuel Barber und Amy Beach, ebenso Werke von Edvard Grieg und russischen Komponisten. Einer der Höhepunkte ist die Aufführung von Brett Deans Quartett „Seven Signals“ in Anwesenheit des Komponisten.
Kostenlose Online-Tickets für die fünf Konzerte können Interessierte buchen unter www.hfmsaar.de/konzerte.
Kulturverführung vom 12. Juni 2026
Musik: Die Veranstaltungsreihe „Sonntags ans Schloss 2026“ lädt von 21. Juni bis 30. August an zehn Sonntagen zu 41 Veranstaltungen ein – kostenfrei! Musik am Vormittag und am Abend für Erwachsene, Theater, Märchen, Zauberei, Clownerie, Walkacts sowie Führungen mit dem Schlossgespenst für Kinder. Für das Rendezvous mit dem Geist ist eine E-Mail-Anmeldung erforderlich an:
info@rvsbr.de. Die Reihe beginnt am 21. Juni wahrhaft hochkarätig. Vormittags werden Gäste aus der Schweiz erwartet, das heißt, nicht ganz, denn Marko Schiefer ist Pfälzer. Als Mark Slate tourte der Blues- und Soulsänger jahrelang mit der Joe-Cocker-Tribute-Show. Zum Saarbrücker Schloss wird er von der Schweizer Blues-Band Rotosphere begleitet, gemeinsam gewannen sie 2024 die Swiss Blues Challenge und vertraten ein Jahr später die Schweiz in Memphis bei der International Blues Challenge als auch beim Finale der European Blues Challenge. Abends steht eine energiegeladene Straßburgerin auf der Bühne: Die Blues-Rock-Sängerin Véronique Gayot präsentiert mit ihrer Band Eigenkompositionen und Coversongs. „Sonntags ans Schloss 2026“, Sonntag, 21. Juni, 11 Uhr: „Mark Slate & Rotosphere“; 18 Uhr: Marion & Sobo Band; Führung mit dem Schlossgespenst um 11 Uhr; 15 Uhr: „Willi“, Improvisationstheater mit Willi Fries für Kinder ab drei Jahren; Saarbrücker Schloss, Schlossplatz 12, 66119 Saarbrücken. www.regionalverband.de
Vortrag: An den europäischen Höfen wurde nicht nur geglänzt, sondern auch getäuscht und betrogen. Sie glauben es nicht? Dann sollten Sie sich anhören, was die Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan berichtet. Am verschuldeten Hof von Pfalz-Zweibrücken tauchte im 18. Jahrhundert ein Arzt und Alchemist namens Stahl auf und versprach Herzog Christian IV., aus Stoffen Gold herstellen zu können. Lug und Trug sind im 21. Jahrhundert freilich ausgestorben. Welch ein Glück, dass unser Deutschland über stetig steigende Steuereinnahmen verfügt und sich Politiker leistet, die das Geld andernorts fleißig verteilen und Schulden sogar als Sonderausgaben tarnen können. Finanzminister Lars Klingbeil baut auf fleißige treue loyale Steuerzahler und benötigt keinen Goldmacher. Außerdem erfahren Sie von Finanzminister Kreutzer, unter Herzog Karl II. August dessen Vertrauter und Günstling, wie er seine Stellung geschickt für eigene Zwecke nutzte. Seine Machenschaften blieben nicht dauerhaft verborgen. Er fiel in Ungnade und verließ das Land überstürzt. Finanzminister Lindner wollte keine Schulden machen, darf aber dennoch im Land bleiben. „K&K. Kunstgeschichte trifft Kammerzofe – Lug und Trug“, Dr. Jutta Schwan und Monika Link als Kammerzofe Henrietta, Donnerstag, 18. Juni, 19 Uhr, Eintritt frei, Römermuseum Schwarzenacker, www.roemermuseum-schwarzenacker.de Michaela Auinger