Führungen
Kultureller Thementag
Eine lebendige Kulturlandschaft wäre ohne sie nicht denkbar: Gästeführerinnen und Gästeführer vermitteln historische, kulturelle und landeskundliche Informationen und bringen Interessierten die Geschichten und Besonderheiten von Städten, Museen, Schlössern oder Landschaften in ihren Führungen näher – meist als Freiberufler. Jedes Jahr im Februar findet der Weltgästeführertag statt, um ihre Arbeit zu würdigen. Weltweit und in Deutschland bieten Gästeführerinnen und Gästeführer an diesem Aktionstag kostenlose Führungen zu speziellen Themen an, um auf ihre Bedeutung für Tourismus und Stadtkultur aufmerksam zu machen. Auch im Saarland werden ab dem 20. Februar wieder an mehreren Orten kostenlose Führungen angeboten.
Außerdem findet am 20. Februar um 14 Uhr im Festsaal des Saarbrücker Rathauses die bundesweite Auftaktveranstaltung zum Weltgästeführertag statt. Erstmals ist das Saarland Gastgeber dieser Veranstaltung.
Der Weltgästeführertag 2026 steht unter dem Motto „Mit offenen Augen durch…“. Im saarlandweiten Angebot finden sich daher in diesem Jahr Führungen wie „Mit offenen Augen durch Saarbrückens historische Schätze“, „Mit offenen Augen durch Mettlach“, „Mit uffne Aue gehn mia mo zusamme durch Saarlouis (Führung im Dialekt)“ oder „Mit offenen Augen durch das nachtdunkle St. Wendel“.
Alle Führungen und Informationen: www.saarland-gaestefuehrer.de/weltgaestefuehrertag
Inklusive Ausstellung
Die Kreisstadt Merzig präsentiert im Neuen Rathaus noch bis zum 25. Februar die inklusive Wanderausstellung der Künstlergruppe Schinkelkirche aus Bischmisheim zusammen mit der Lebenshilfe Saarbrücken.
Die Ausstellung trägt den Titel „Sport und Inklusion“, gezeigt werden in Merzig rund 40 individuelle Gemälde, Bilder und Fotografien, die sowohl die Künstler der Künstlergruppe Schinkelkirche Bischmisheim als auch Mitglieder der Lebenshilfe Saarbrücken geschaffen haben.
Die Special Olympics Deutschland finden im Juni 2026 im Saarland statt. Auch Merzig wird ein Austragungsort sein. Im Hinblick auf das inklusive Sportevent hat die Wanderausstellung bereits im Vorfeld das Ziel, den Gedanken der Sportveranstaltung auf möglichst viele Bereiche des Lebens zu übertragen und das Zusammenspiel von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung vielfältig zu fördern.
Interessierte können die Ausstellung noch bis zum 25. Februar zu den Öffnungszeiten des Rathauses kostenlos besichtigen.
Kulturverführung vom 13. Februar 2026
Musik: Wissen Sie, wo der Cora-Eppstein-Platz liegt? Wenn Sie wissen, wo er in der Saarbrücker Innenstadt zu finden ist, dann kennen Sie entweder das Café Moccachilli oder den Dritte-Welt-Laden oder die Alte Evangelische Kirche St. Johann. Wissen Sie auch, wer Cora Eppstein war? Ich dachte, sie sei eine Berliner Sängerin gewesen. Ich habe nachgelesen, um mein lückenhaftes Wissen aufzufüllen: Cora Eppstein war Jüdin und politisch aktiv. Sie ist im Saargebiet aufgewachsen, eine Zeit lang, um 1930, lebte sie in Berlin. Cora Eppstein absolvierte in Saarbrücken eine Ausbildung zur Sängerin und war am Saarländischen Staatstheater engagiert, das sich unweit des nach ihr benannten Platzes befindet. In der Alten Evangelischen Kirche St. Johann treten regelmäßig Studierende der Hochschule für Musik Saar auf. So schön fügt sich Vergangenes mit Gegenwärtigem – gedanklich aufwecken darf man es schon selbst! Vor dem Semesterende geben die Studierenden Konzerte: „Podiumskonzert der Studierendenschaft“ (Musik unterschiedlichster Epochen und in verschiedensten Besetzungen), Sonntag, 15. Februar, 12 Uhr; „Violinklasse Prof. David Grimal“, Samstag, 21. Februar, 16 Uhr; „Flötenklasse Grigory Mordashov“, Mittwoch, 25. Februar; „Querflötenklasse Prof. Gaby Pas-Van Riet“, Samstag, 28. Februar, jeweils 17 Uhr; alle freier Eintritt, Alte Evangelische Kirche St. Johann, Cora-Eppstein-Platz, 66111 Saarbrücken www.hfmsaar.de
Kino: Kennen Sie das „Käte Hamburger Kolleg für kulturelle Praktiken der Reparation“? Und: Wer ist Käte Hamburger? Wikipedia weiß es – ich nicht. Käte Hamburger war eine Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und Philosophin, die 1896 geboren wurde und einer jüdischen Hamburger Bankiersfamilie entstammte. Das nach ihr benannte Kolleg existiert seit 2024 an der Universität des Saarlandes und firmiert als Kooperationspartner bei einer Filmvorführung – mit anschließender Diskussion mit dem französischen Schriftsteller Camille de Toledo – die nach Neuseeland führt. Ich schätze es, nach der Filmvorführung mit Interessierten über das Gesehene sprechen zu können. Neuseeland und die Region Whanganui durfte ich besuchen und einiges über die Kultur der Maori lernen. Vor allem, dass dort der Natur eine andere Bedeutung zuerkannt wird als die, die Menschen westlicher Kultur ihr zumessen. Der 320 Kilometer lange Whanganui River ist der erste Fluss weltweit, der als juristische Person anerkannt wurde. Der Film reflektiert „über indigene Weisheit und die Verbundenheit allen Lebens“. „I Am the River, the River Is Me”, FSK 12, 88 Minuten, Dienstag, 17. Februar, 19 Uhr, Kino achteinhalb, Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken, www.kinoachteinhalb.de Michaela Auinger