Filmhaus
Kultfilme von A bis Z
Das Filmhaus in Saarbrücken startet das neue Jahr mit einer neuen Reihe: In „Film auf Film. Kultkino von A bis Z“ steht ab sofort bis Dezember alle zwei Wochen mittwochs ein Klassiker der Filmgeschichte auf dem Programm – und das in alphabetischer Reihenfolge.
Den Auftakt machte Anfang Januar bereits „A Star is Born“ von 1954 mit Judy Garland. Weiter geht es am Mittwoch, 28. Januar, 20 Uhr, mit „Batman“ in der Version aus dem Jahr 1989 mit Michael Keaton, Jack Nicholson und Kim Basinger in den Hauptrollen.
Weitere Filmtitel in den nächsten Wochen sind etwa C wie „Citizen Kane“, D wie „Departed: Unter Feinden“, E wie „E-Mail für Dich“ oder F wie „Freitag der 13.“. Eine weitere Besonderheit hat die Reihe noch: Die Klassiker werden ausnahmslos analog von echten 35-mm-Filmkopien vorgeführt. Zu diesem Zweck hat das Filmhaus seinen analogen 16-mm- und 35-mm-Kombiprojektor wieder in Betrieb genommen.
Für die analogen Vorführungen wurden Mitarbeitende speziell ausgebildet. Der Gedanke dahinter: Regelmäßige analoge Filmvorführungen sind selten geworden. Seit der umfassenden Digitalisierung der Kinos in den 2010er Jahren stehen in den meisten Lichtspielhäusern ausschließlich digitale Projektoren zur Verfügung. Gleichzeitig fehlt es zunehmend an Personal mit entsprechenden Kenntnissen und der Zugang zu vorführbarem analogem Filmmaterial ist schwieriger geworden.
Weitere Informationen und eine vollständige Übersicht über das Programm: www.filmhaus.saarbruecken.de
Schaurige Überraschung
Eine Überraschung hatte kürzlich der Saarländische Rundfunk, sehr zur Freude der Fans, parat. Ein Totgesagter ist auferstanden: Graf Drakeli ist wieder da. Der saarländische Fürst der Finsternis ist wieder regelmäßig im SR 3-Programm von Montag bis Donnerstag zu hören. Zum Nachhören gibt es die Telefonate und Nachtgedanken des Hochwälder Vampirs außerdem in der ARD Audiothek.
Graf Drakeli ist ein ganz normaler Vampir aus dem Saarland. Er wohnt offiziell in einem Schloss und grantelt von dort im moselfränkischen Dialekt über die Widrigkeiten des Alltags und die Ignoranz seiner Mitmenschen. Breitestes Hochwälder Platt und schräger Humor sind seine Markenzeichen: „Eisch wääs jo, wodruff dat lo nommo rauslääft“ – wahrscheinlich auf jede Menge Spaß, wenn Graf Drakeli die Anrufer abkanzelt, Phrasen wie „Kennscht dau misch nischt?“, „Eisch saan dir wei mo eppes“ und Ausdrücke benutzt, die außerhalb des Hochwaldes nie ein Mensch zuvor gehört hat.
Kulturverführung vom 16. Januar 2026
Workshop: Stefanie Weber bezeichnet sich selbst als „Kleisterfee“ und ihre Schöpfungen nennt sie „Kinder“. Die Diplomdesignerin erschafft Figuren aus Pappmaché und hat mir in einem Interview – das Sie auf unserem Webangebot nachlesen können – glaubhaft versichert, dass ihr die Figuren während des Entstehungsprozesses intuitiv übermitteln, welche Farbe das Kleid oder welche Form das Hütchen haben soll. Die Figuren sehen aus, als kämen sie aus einer anderen Welt. Ich habe in der Weihnachtszeit über den Wichtel-Wahn gestaunt. Die Wichtel sind aus Skandinavien nach Deutschland eingewandert. Ich habe sie praktisch überall angetroffen. Die Wichtel sind langweilig, weil irgendwie alle gleich, aber offenbar kommerziell sehr erfolgreich. Da lobe ich die Kreativität von Stefanie Webers Figuren. Sie gibt ihre Kunst in ihrem Kunstwohnzimmer in Rehlingen bei einem zweitägigen und einem dreitägigen Pappmaché-Workshop im Kunstzentrum Bosener Mühle weiter. Machen Sie Schluss mit dem Gewichtel, erschaffen Sie einen Mitbewohner nach eigener Art! „Kleisterglück“, 31. Januar und 7. Februar, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr, Kosten: 150 Euro, Infos und Anmeldung: E-Mail stefanieweber27@t-online.de, telefonisch 0172-9249694 oder 06835-6025975; „Ohne Sinn und Verstand – Von Prinzessinnen, die aus dem Rahmen fallen“, 13. bis 15. Februar, Bosener Mühle, www.bosener-muehle.de
Jazz: Die Musiker Jochen Duchow (Gitarre), Pascal Ohlmann (Piano), Frank Althaus (Bass), Dominik Lauer (Schlagzeug) harmonieren hervorragend beim Musizieren, heißt es. Dieser vorauseilende Ruf hört sich gut an, denn bekanntlich überträgt sich die Emotion der Ausübenden von der Bühne auf die Zuhörer. Die Harmonie ist mir zuweilen suspekt, weil sie missbraucht werden kann, um Unausgesprochenes zuzukleistern. Das Gefühl der Harmonie ist selten, und ist es echt, soll man es genießen. „duchow-ohlmann new4tet“, Samstag, 24. Januar, 20 Uhr, Karten: 20 Euro, ermäßigt 10 Euro, Ehemalige Kettenfabrik Saarbrücken-St. Arnual, Eingang neben Kettenstraße 2, 66119 Saarbrücken, www.ketten-fabrik.de
Theater: In St. Ingbert sind Anfang März zwei Männer ganz nackt. Seltenheitswert. Von nackten Frauen hört man oft. Eine bürgerlich heile Fassade bekommt einen gewaltigen Riss. Wird sich bei der grotesk-temporeichen Jagd aus Lügen, Verstrickungen und Verwicklungen alles wieder zukleistern lassen? „Zwei Männer ganz nackt“, Komödie von Sébastien Thiéry, Freitag, 6. März, 19.30 Uhr, Karten unter 0761-88849999, www.reservix.de und Reservix-Vorverkaufsstellen und an der Infotheke im Rathaus St. Ingbert, Am Markt 12, Stadthalle St. Ingbert, www.st-ingbert.de Michaela Auinger