Berliner Ensemble
An Ostern ins Theater
Sie gehört zu den beliebtesten Stücken, die auf Berliner Bühnen gespielt werden: „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht, Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill. Mit ihren legendären Songs und einer unverschämt und klug auf Sozialkritik umgearbeiteten, im Kern trivialen Geschichte um Liebe, Verrat, Geschäft und Moral wurde die 1928 am Berliner Ensemble uraufgeführte „Dreigroschenoper“ zu einem weltweiten Überraschungshit. „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, lauten die berühmten Zeilen –
doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co. vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn skrupellos durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern. Denn wer wäre nicht gern gut? Mit seiner Interpretation hat Barrie Kosky die vierte Neuproduktion inszeniert – am Ort ihrer Uraufführung vor knapp 100 Jahren.
Karten: www.berliner-ensemble.de
Neues im Barberini
Im vergangenen Jahr verzeichnete das Museum Barberini in Potsdam 349.937 Besucher. Damit ist das Besucherniveau stabil hoch, nachdem 2024 durch die besonders beliebten Ausstellungen „Munch. Lebenslandschaft“ sowie „Modigliani. Moderne Blicke“ rund 378.000 Besuche erzielt wurden.
Dieses Jahr steht wieder ganz im Zeichen des Impressionismus.
Ab dem 28. Februar zeigt die Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ über 100 Gemälde von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Lesser Ury, lädt aber auch zur Wiederentdeckung von Künstlerinnen und Künstlern wie Sabine Lepsius, Dora Hitz, Philipp Franck, Gotthardt Kuehl oder Maria Slavona ein.
Ab dem 4. Juli folgt „Symphonie der Farben. Signac und der Neo-Impressionismus“. Ab 7. November eröffnet das Museum mit der Jubiläumsausstellung „Netzwerke des Impressionismus. Künstler, Händler, Sammler“ die Feiern zu seinem zehnjährigen Bestehen im Januar 2027.
Kulturverführung vom 20. Februar 2026
Konzert: Riku Rajamaa, hierzulande vor allem bekannt als Gitarrist von „Sunrise Avenue“, war in seiner Heimat schon vorher als Solokünstler bekannt und erfolgreich. „Damals in die Band einzusteigen, war aus einer Idee heraus entstanden, weil die Freunde sowieso zusammen abhingen und Musik machten“, erzählt Melanie Fürste, die für den Musiker aus Finnland in Deutschland Öffentlichkeitsarbeit macht. Nach dem Aus von „Sunrise Avenue“ liege es nun nahe, „dass Riku den eigenen musikalischen Faden wieder aufnimmt, zumal in seiner Schublade längst mehr Material liegt, als ein ganzes Album tragen kann.“ Das Ergebnis ist sein Solo-Debüt „Riku“, das am 17. April mit 16 Songs bei Kontor Music erscheint. Am 28. Februar kommt Riku zum Warmlaufen nach Neukölln und stellt das Album live vor. Hole 44, Hermannstraße 146, 12051 Berlin, Informationen und Karten: www.hole-berlin.de
Lesung: Jeder Bach eine Geschichte, jeder Fluss ein Roman, jeder Strom ein Epos: Rund 20 von ihnen folgt der Berliner Autor Stefan Schomann in seinem jüngsten Buch – vom mächtigen Amazonas bis zur schmächtigen Spree. Gleich den tibetischen Mönchen stempelt er das Wasser, um in Trance zu fallen, er taucht in der Quelle der Sorgue, singt den Loisach-Blues, erkundet die Karsthöhlen, die die Reka gegraben hat, spürt einem unsichtbaren Detektiv auf dem Hudson nach und einer Wasserfrau am San Juan. Am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, liest Schomann auf Einladung des Vereins „Bürger für den Lietzensee“ aus seinem Buch „Vom Wesen der Flüsse“. Peter-Ustinov-Schule, Kuno-Fischer-Straße 26, 14057 Berlin, Informationen im Internet unter: www.lietzenseepark.de
Fotografie: Wer sich auch spätabends noch mit starken Bildern beschäftigen möchte, ist in der Ausstellung zum Gedenken an James Nachtwey richtig. Die Fotografiska zeigt sie täglich zwischen zehn Uhr am Morgen und elf Uhr in der Nacht. „Memoria“ zeigt die Arbeit eines der prägendsten Fotojournalisten unserer Zeit. Mehr als vier Jahrzehnte lang dokumentierte Nachtwey Konflikte, Ungerechtigkeiten und die Bemühungen um einen Rest Menschlichkeit. „Der Fokus liegt auf dem einzelnen Individuum und dessen Position innerhalb historischer Umwälzungen. Während seine Fotografien zweifellos dazu beitragen, Geschichte zu bewahren, liegt ihr wesentlicher Zweck jedoch darin, im gegenwärtigen Moment ein Bewusstsein für menschliches Leid und strukturelle Ungerechtigkeiten zu schaffen und so ein Element des gesellschaftlichen Wandels zu werden“, erklären die Kuratoren. Zugleich reflektiert die Ausstellung die grundlegende Rolle der Fotografie selbst: als Medium des Erinnerns, als Akt der Bewahrung, als Instrument gegen das Vergessen. Fotografiska, Oranienburger Str. 54, 10117 Berlin Informationen: berlin.fotografiska.com Martin Rolshausen