Festival
Inklusion im Theater
Vom 30. Oktober bis 1. November findet am Deutschen Theater das „inkl. Festival“ für Theater, Tanz und Performance statt. Es präsentiert unter anderem Gastspiele aus Bremen, Dortmund, Hamburg, Leipzig und München. Immer mehr Theater öffnen sich für inklusive Arbeit. Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung prägen Inszenierungen, Ensembles und Strukturen – und stoßen damit einen Wandel an, der weit über die Bühne hinausreicht. Inklusion wird zur gemeinsamen Aufgabe: Dramaturgie, Technik, Kommunikation und Disposition entwickeln neue Perspektiven dafür, wie sie zusammenwirken und künstlerische Produktionen entwickeln können. Doch was bedeutet dieser Wandel konkret für die Theaterlandschaft? Welche ästhetischen Impulse entstehen, wenn Autorinnen und Autoren ein Theaterstück im Dialog mit gehörlosen Künstlerinnen und Künstlern entwickeln? Welche Herausforderungen ergeben sich, wenn beispielsweise ein Chor mit blinden Sängerinnen und Sängern tragendes Element einer Inszenierung ist? Wie können Förderstrukturen und Kulturpolitik dazu beitragen, dass Inklusion nicht Ausnahme, sondern gelebte Praxis wird? Solche Fragen will das Festival beantworten.
Info und Karten: www.kulturstiftung-des-bundes.de/inkl_festival
Gedenktafel für Tergit
Die Kultur-Senatsverwaltung erinnert mit einer neuen Gedenktafel in Siegmunds Hof 21 in Tiergarten an Gabriele Tergit (1894–1982). „Am 4. März gegen fünf Uhr trommelte der Sturm 33 an unsere Wohnungstür. Sie klingelten wie verrückt. Heinz schrie dem Mädchen zu: ‚Nicht aufmachen.‘ Diesen zwei Worten habe ich es zu verdanken, dass ich noch da bin.“ So knapp beschrieb die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Tergit den Versuch der Nationalsozialisten, sie 1933 in ihrer Wohnung wegen antinazistischer Gerichtsreportagen festzunehmen. Nach dem Überfall flüchtete die Journalistin aus Deutschland. Bekannt wurde sie in den 20er Jahren mit Feuilletons über Kultur, über den zeitgenössischen Frauentyp und den Generationswechsel innerhalb der Frauenbewegung. Seit 1924 berichtete sie für das „Berliner Tageblatt“ über Prozesse am Moabiter Gericht und deren Hintergründe. Ihr Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ karikierte den Kulturbetrieb und brachte ihr den literarischen Durchbruch.
Kulturverführung vom 24.10.2025
Ausstellung: Millionen Deutsche sind Anfang 1945 bei eisiger Kälte auf der Flucht. Am 21. Januar fliehen etwa 350 Menschen aus dem niederschlesischen Lübchen vor der nahenden Roten Armee: vor allem Frauen, Kinder und alte Leute. Mit dabei: die Fotografen Hanns Tschira und Martha Maria Schmackeit, die den Flüchtlingstreck dokumentieren. Innerhalb eines Monats machen die beiden Profis etwa 140 Aufnahmen. Dieser einzigartige Bildbestand wird im Berliner Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung bis zum 18. Januar erstmals vollständig ausgestellt. Die Ausstellung hat mehrere Ebenen. Im Zentrum steht die Geschichte des Trecks aus Lübchen und der beschwerliche Weg der Menschen nach Westen. Doch zugleich wird entschlüsselt, wie diese besonderen Bilder bis heute unsere Vorstellung von Flucht und Vertreibung prägen. Und es geht darum, wie es weiterging: mit den Deutschen, die einst aus ihrer Heimat fliehen mussten, und mit dem Dorf Lübchen, das seit drei Generationen Lubów heißt. Dafür stehen neue Fotografien von Thomas Meyer, der sich entlang der historischen Treckroute auf Spurensuche begeben hat. Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Stresemannstraße 90, 10963 Berlin, Informationen: www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/news/der-treck
Kunst: Wer schon an Weihnachten denkt oder sich selbst ein Werk von Berliner Künstlerinnen oder Künstlern gönnen will, der wird auf dem Wedding-Markt fündig. Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker, Designerinnen und Designer und andere Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Arbeiten an einigen Wochenenden bis Ende des Jahres. „Keramik, Siebdrucke, Glaskunst, Illustrationen, Malerei, handgemachter Schmuck, Fotografien, selbstgemachte Mode und ausgefallene Kunstobjekte. Alles ,made in Berlin‘“, versprechen die Organisatoren. Leopoldplatz, 13353 Berlin, Informationen www.wedding-markt.de
Theater: Die Welt des Berliner Malers, Grafikers und Fotografen Heinrich Zille (1858–1929) breitet die Showbühne in ihrem aktuellen Programm vor einem Publikum aus, das gerne lacht. „Dit is Berlin – History with Currywurst and Champagne“ heißt die Show, in der Albrecht Hoffmann Heinrich Zille verkörpert. „Mit Berliner Schnauze, jeder Menge Anekdoten und bissigem Witz führt er durch die Hinterhöfe und Geschichten der Zille-Zeit. Doch diesmal ist alles noch ein bisschen bunter, frecher und glanzvoller: Tänzerinnen, Gesang und humorvolle Show-Elemente lassen die Berliner Geschichte lebendig werden – frisch, überraschend und garantiert mit Lachtränen“, kündigt das Theater an. Im Programm sind außerdem eine Burlesque-, eine Dragqueen- und eine Weihnachtsshow. Showbühne am Potsdamer Platz, Köthener Straße 44, 10963 Berlin, Informationen und Karten: www.showbuehne.berlin
Martin Rolshausen