Nationalgalerie
Der Tod als Herrscher
Ein spektakuläres Gemälde sorgte 1887 in Berlin für eine Sensation: „Mors Imperator“ (übersetzt: „Der Tod ist der Herrscher“), gemalt von der Künstlerin Hermione von Preuschen (1854 bis 1918). Das Werk galt als Majestätsbeleidigung. Kaiser Wilhelm I. war zum Zeitpunkt seiner Entstehung bereits 90 Jahre alt, im Jahr darauf starb er. Obwohl der Kaiser mitteilen ließ, er habe nichts gegen das Bild einzuwenden, wurde es von der Jury der Königlichen Akademie der Künste für eine Ausstellung abgelehnt. Daraufhin stellte die Malerin das monumentale Gemälde in eigener Regie in Berlin aus. Die Schau wurde ein enormer Publikumserfolg – der Reiz des Verbotenen trug dazu bei. Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel zeigt dieses lange verschollen geglaubte Gemälde nun erstmals wieder öffentlich und stellt die damals wirkmächtige Künstlerin dem heutigen Publikum in einer Kabinettausstellung vor. Die Ausstellung „Skandal! Hermione von Preuschen und der Mors Imperator“ ist bis zum 15. November zu sehen. Am ersten Wochenende der Ausstellung bildete sich eine Warteschlange vor dem Raum, in dem das Gemälde hängt.
Kein böses Glück
„Böses Glück/Cult of the daughter“ hat kein Glück. Wie die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mitteilt, hat deren Leitung „im Einvernehmen mit dem Produktionsteam entschieden, keine weiteren Aufführungstermine der Produktion zu realisieren“. Grund ist die längerfristige Erkrankung von Regisseur und Volksbühnen-Ensemblemitglied Benny Claessens, teilt die Theater-Pressestelle mit. Ohne Benny Claessens sei es nicht möglich, „mit allen Beteiligten Optionen für die Fortführung der Produktion zu erarbeiten“. Für die Abende, an denen das Stück auf dem Spielplan stand, bietet die Volksbühne daher Ersatzvorstellungen an: Am Dienstag, 7. April, wird um 19:30 Uhr „Warten auf Bardot“ von Meo Wulf gespielt, am Sonntag, 12. April, 18 Uhr, „ja nichts ist ok“ von Pollesch/Hinrichs und am Samstag, 18. April, 18 Uhr, „Irgendetwas ist passiert“ von Fabian und Anne Hinrichs. Ob „Böses Glück/Cult of the daughter“ wieder gespielt wird, ist unklar.
Weitere Informationen unter: www.volksbuehne-berlin.de
Kulturverführung vom 2. April 2026
Theater: Wer wusste bisher, dass das alte Zirkuspferd Horst-Pferdinand schon mal in einer Weltraumserie mitgespielt hat? Ist bekannt, dass Wiwaldi & Kakerlak fast mal „Wetten, dass…“ moderiert hätten? Und dass Charming Traudl sämtliche Fernsehmelodien nachnuscheln kann? Eine Zeitreise durch die Geschichte des Fernsehens, in der auch diese Fragen geklärt werden, bringen Martin Reinl und Carsten Haffke von 15. bis 18. April auf die Bühne des Tipis am Kanzleramt. Die Stars aus der „Wiwaldi Show“, „Zimmer frei“ und den „RTL Puppenstars“ feiern die größten TV-Momente aus 100 Jahren und verraten Geheimnisse der plüschigen Serienstars. Über 40 Puppen schwelgen in nostalgischen Erinnerungen und werfen gleichzeitig auch einen Blick in die Zukunft. Flauschige Hamster, räudige Katzen oder verzottelte Monster entwickeln brandneue TV-Formate und improvisieren, was der Stoff aushält. „Puppen gucken“ heißt das Programm. Tipi am Kanzleramt, Große Querallee, 10557 Berlin, Informationen und Karten: www.tipi-am-kanzleramt.de
Kabarett: Wilfried Schmickler wolle „seriös unterhalten, gut gelaunt rumnörgeln, abendfüllend aufheitern, mit Text-Kaskaden, Schmäh-Tiraden und Spott-Gesängen“, kündigen die Wühlmäuse an. Dort tritt Schmickler am 11. und 12. April auf. Mit seinem Aufruf zu mehr Toleranz und Mitgefühl werde er an beiden Abenden weiter einen Beitrag zur „Verfreundlichung der Welt“’ leisten. In seinem aktuellen Programm heißt es: „Herr Schmickler bitte!“ – und diesem Aufruf folgt er gerne. Mit seiner Mischung aus gesprochenem Wort, lyrischen Gedichten und Gesang echauffiert er sich, wie es seine Fans gewohnt sind, über gesellschaftliche Missstände und Ungerechtigkeiten in dieser Welt. „Die Wühlmäuse“, Pommernallee 2-4, 14052 Berlin, Tickets und Informationen: www.wuehlmaeuse.de
Konzert: „Jan Plewka singt Rio Reiser“ – das war vor über zehn Jahren einer der großen Erfolge am Hamburger Schauspielhaus unter dem damaligen Intendanten Tom Stromberg. Die Vorstellungen waren immer ausverkauft, über 300 Mal wurde die Produktion inzwischen in ganz Deutschland gespielt. Nun gibt es einen lang erwarteten zweiten Teil des Kult-Abends. „Wann, wenn nicht jetzt?“ ist er überschrieben und versammelt in Berlin am Freitag, 16. April, wieder Lieder aus der Zeit von Rio Reisers Solokarriere, setzt den Schwerpunkt aber bei den Songs aus den „Ton Steine Scherben“-Jahren. Jan Plewka und „Die Schwarz-Rote Heilsarmee“ holen die Musik der Scherben in die Gegenwart. Die Songs sind dunkler und härter geworden. Kein „König von Deutschland“ mehr, kein „Junimond“. Gespielt werden „Jenseits von Eden“, „Warum geht es mir so dreckig?“ und „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“. Kesselhaus in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin, Karten und Informationen: www.kesselhaus.net Martin Rolshausen