Musical
Der innere Zwiespalt
„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, die berühmte Novelle von Robert Louis Stevenson, ist bereits 1886 erschienen. Die Geschichte über das Streben nach Macht und Kontrolle ist nach wie vor aktuell: Der angesehene Arzt Dr. Henry Jekyll spaltet durch ein Experiment seine dunkle Seite in der Gestalt von Mr. Hyde ab. Während Dr. Jekyll für Vernunft und gesellschaftliche Ordnung steht, verkörpert Hyde Gewalt, Rücksichtslosigkeit und moralischen Verfall und lässt seinen Impulsen freien Lauf. Auch in musikalischer Bearbeitung bietet der Stoff Potenzial: Das Musical „Jekyll & Hyde“ stammt von Frank Wildhorn (Musik) und Leslie Bricusse (Buch und Texte), hatte seine Uraufführung im Jahr 1990 und läuft seitdem erfolgreich weltweit. Am 17. April kommt eine Inszenierung unter der Regie von Michael Ewig in St. Wendel auf die Bühne.
Nach „Jesus Christ Superstar“ und „Der kleine Horrorladen“ präsentiert der Freisener Regisseur und Produzent das Musical mit einem überwiegend regionalen Ensemble. Ergänzt wird der Cast durch den renommierten Musicaldarsteller Chris Murray in der doppelten Titelrolle als Dr. Henry Jekyll und Edward Hyde.
Aufführungen sind am 17., 18. und 19. April, Saalbau St. Wendel. Tickets und weitere Informationen: stage-tickets.de/events/jekyll-und-hyde
Geschichte erleben
Seit 1. April hat die Burg Montclair, die auf dem Berg in der Saarschleife liegt, ihre Tore wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Die erste öffentliche Führung der Saison findet am 11. April statt.
Im Mittelalter war die Burganlage ein wichtiger befestigter Ort zur Kontrolle der Saar. Sie zählt damit heute kulturgeschichtlich zu den bedeutenden Anlagen der Region. Besonders reizvoll ist die Lage: Die Burg ist von Wald und den steilen Hängen der Saarschleife umgeben. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für Wandernde und Geschichtsinteressierte. Neben den kostenlosen Führungen von April bis Oktober an jedem zweiten Samstag im Monat bietet die Kulturstiftung Merzig-Wadern von April bis Oktober an jedem vierten Samstag im Monat auch je zwei offene Mitmach-Aktionen an: Beim Bogenschießen oder Lederbeutelbasteln können Interessierte hautnah mit der Geschichte in Kontakt kommen. Gruppen können Führungen und Mitmach-Aktionen buchen.
Weitere Infos: www.burg-montclair.de
Kulturverführung vom 2. April 2026
Konzert: Kommen Künstler aus Österreich ins Saarland, bin ich als Österreicherin aufmerksam. Es kommt der 1943 in Wien geborene Heinz Karl Gruber, kurz HK Gruber. Er war Wiener Sängerknabe, ist als Komponist, Dirigent und Chansonnier bekannt und hat den Großen Österreichischen Staatspreis erhalten. Was macht er in Saarbrücken? Er dirigiert die Deutsche Radio Philharmonie. Welches Werk? Seins! „Frankenstein!!“, ein Pandämonium für Chansonnier und Ensemble nach Kinderreimen von H. C. Artmann. Das macht neugierig, obwohl es schaurig anmutet. Der Dichter H. C. Artmann ist längst tot, ich habe ihn in Linz kennengelernt und empfehle das schöne Inselbändchen Nr. 1493 „Übrig blieb ein moosgrüner Apfel“. Ich erfühle eine dichterische Nähe bei manchem H. C.-Text zu Gedichten von Johannes Kühn. HK dirigiert zudem das Violakonzert des australischen Komponisten und Bratschisten Brett Dean, der als Solist auftritt, sowie Friedrich Cerhas „Wiener Kaleidoskop“. „Walzer, Polkas und Operettenmelodien werden in dem Orchesterstück verfremdet und neu zusammengesetzt.“ Das macht neugierig, weil es außerordentlich gewagt erscheint. „Brett Dean und HK Gruber“, Sonntag, 19. April, 11 Uhr, Congresshalle Saarbrücken, Online-Karten: https://kurz.sr.de/20260419, telefonische Bestellung: 0761-88849999. www.drp-orchester.de
Workshop: Etwas Neues aus Altem entstehen lassen – das macht Freude. Man nennt das Upcycling, zu Deutsch Wiederverwertung, und bezieht sich damit zumeist auf Kleidung. In der Kunst kann man mit vielem etwas kreieren. Mir fällt Picasso ein, der ein Spielzeugauto seines Sohnes in eine Skulptur eingefügt hat. Wollen Sie Picasso und Ihrer eigenen Intention nachgehen und nachgeben, dann bekommen Sie bald dazu Gelegenheit. Albert Herbig ruft Experimentierfreudige ins Kunstpalais, um Collagen zu erstellen. Collagieren heißt auf Deutsch kleben. Bringen Sie demnach Kleber, Schere, Bild-, Mal- und Zeichenmaterial mit. Klauen Sie Ihrem Kind das Spielzeugauto, denn das führt unmittelbar zur erfolgreichen Künstlerkarriere. Nein, das führt zu Epigonentum und einem weinenden Kind. „Der amerikanische Maler Robert Motherwell gilt als Mitbegründer des Abstrakten Expressionismus und soll behauptet haben: Die Collage ist die größte künstlerische Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts.“ Das erscheint übertrieben, aber vielleicht führt der Workshop zu wahrer Erkenntnis. „Künstlerische Collage – Workshop für Experimentierfreudige“, Teilnahme: 52 Euro / ermäßigt 39 Euro, Samstag, 18. April, und Sonntag, 19. April, jeweils 10 bis 14 Uhr, Kurs 2435, Kunstpalais, Vorstadtstraße 29-31, 66119 Saarbrücken, www.vhs-saarbruecken.de Michaela Auinger