Vernissage
Bewegung und Ausdruck
Zum Thema „Zusammenhang“ werden ab dem 2. Mai Werke des Künstlers Hermann Weis und der Künstlerin Dorothee Wendel in der Galerie im Mannlichhaus in Zweibrücken gezeigt.
Die freischaffende Künstlerin Dorothee Wendel lebt und arbeitet in Saarbrücken. Ihren Stil entwickelte sie im Laufe der Zeit hin zum abstrakten Expressionismus, dessen berühmtester Vertreter Jackson Pollock ist, erweitert ihn aber formal und inhaltlich. Für ihre Werke wirft sie Farbe auf die Leinwand. Sie bezieht gezielt die entstehenden reliefartigen Spuren ein und positioniert sich dabei zwischen freier Bewegung und kontrollierter Struktur. Ihre Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.
Hermann Weis hat sein Atelier in Schweyen, im Bitscher Land, wo er auch lebt. Er gehört der Künstlergruppe Spectrum Art an. Seine meist großformatigen Bilder wurden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Durch ihre intensiven Farben wirken sie ausdrucksstark. Ein Pinsel kommt dabei so gut wie nie zum Einsatz, meistens werden die Farben im Schüttverfahren aufgetragen und unter Zuhilfenahme von Spachtel oder Rakel in ihre endgültige Form und Struktur gebracht.
Vernissage mit Laudatio von Franz Walter: 2. Mai, 15 Uhr, Mannlichhaus, Herzogstraße 8, in Zweibrücken. Mehr unter: kunst-im-mannlichhaus-zweibruecken.jimdosite.com
Literarisches Erbe digital
Das Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt die Ludwig-Harig-Gesellschaft e. V. bei der Umsetzung des Projekts „Harig lesen – Geschichten neu entdecken“ mit insgesamt 4.000 Euro. Ziel ist es, das Werk des saarländischen Schriftstellers Ludwig Harig zeitgemäß zu vermitteln und insbesondere einem jüngeren Publikum digital zugänglich zu machen.
Die 2025 in Sulzbach gegründete Ludwig-Harig-Gesellschaft widmet sich der Bewahrung und Förderung des literarischen Erbes des saarländischen Autors und macht sein Werk öffentlich verfügbar. Im Rahmen des Projekts wird eine digitale Plattform eingerichtet, auf der Interessierte auch eigene Beiträge einreichen können. Diese werden kuratiert, veröffentlicht und über Social-Media-Kanäle präsentiert. Neben einem offenen Beteiligungsaufruf richtet sich das Projekt gezielt an Schulen, Hochschulen sowie Literaturinitiativen und Vereine.
Zur Plattform: www.ludwig-harig.de/harig-lesen/harig-lesen-geschichten-neu-entdecken
Kulturverführung vom 24. April 2026
Architekturführung: Bei der VHS Saarbrücken kann man viel lernen und erleben. Der Eintritt zu Vorträgen ist mit acht beziehungsweise fünf Euro wahrlich moderat, manches ist kostenfrei. Beispielsweise lässt sich, von Stefan Schneider sachkundig geführt, Metz erkunden. Der Bahnhof von Metz steht unter Denkmalschutz und gilt als schönster Bahnhof Frankreichs. Der kaiserliche Baurat Jürgen Kröger entwarf den Bahnhof, der 1908 in Betrieb ging. Der Baurat welchen Kaisers? Kaiser Wilhelm II., nach dem auch die wilhelminische Epoche (1890–1918) benannt ist. Die Bauten jener Zeit, einige der Highlights, die burgähnliche Post, der ehemalige Kristallpalast, der Triumphbogen Porte Serpenoise, der märchenhafte Gouverneurspalast, werden besucht. Ich sage gerne: Wer mehr weiß, sieht mehr! Stefan Schneider schenkt uns sozusagen zur Einstimmung, aber auch all jenen, die zuhause bleiben, ein Sechsminuten-Video, das deshalb spannend und sehenswert ist, weil historische Fotos eingespielt werden: www.youtube.com/watch?v=BTpCeORbi8k. Wer Gedrucktes bestellen mag, klickt im Internet auf die Seite: metzimpérial.com „Metz Impérial – Architektur des deutschen Kaiserreichs“, Samstag, 2. Mai, Treffpunkt: 10 Uhr, Hauptbahnhof Metz, Uhrenturm; eigene Anreise, Weglänge ungefähr fünf Kilometer, Dauer der Architekturführung ungefähr drei Stunden, gebührenfrei, Kurs 1003, Anmeldung erforderlich: vhs-saarbruecken.de
Vorlesungen: Die Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen werden von Privatdozent Dr. Hermann Gätje und Professor Dr. Sikander Singh von der Universität des Saarlandes erdacht und veranstaltet. In diesem Sommersemester werden Freundschaft und Freundesbeziehungen, die in allen Epochen und Kulturen literarisch reflektiert worden sind, mit zahlreichen Vorträgen und in vielerlei Facetten beleuchtet. Welche große Freundschaft, die ein Schriftsteller uns erzählt hat, fällt Ihnen spontan ein? Mir: Winnetou und Old Shatterhand von Karl May.
„Figurenkonstellationen dienen als Spiegel gesellschaftlicher Werte und individueller Sehnsüchte“, lässt uns die Pressemitteilung wissen, und ich finde, das passt auf die beiden. Dr. Claudia Schmitt, Universität des Saarlandes, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, präsentiert ein spannendes Thema: „Brieffreundschaften im Film“. Fällt mir dazu etwas ein? Cyrano de Bergerac von Edmond Rostand! Aber nein, das ist ein Beispiel für Ghostwriting. Der Vortragenden fällt dazu etwas ein, und die Filme, auf die sie sich bezieht, werden nachfolgend im Programm des Filmhauses gezeigt werden. „Ungewöhnliche Brieffreundschaften im Film“, 27. April, 19 Uhr, Festsaal des Rathauses Sankt Johann der Landeshauptstadt Saarbrücken, https://www.uni-saarland.de/forschen/literaturarchiv Michaela Auinger