Bode-Museum
Fotografie erzählt Skulptur
Das Bode-Museum lockt zurzeit überdurchschnittlich viele Besucherinnen und Besucher an – das liegt daran, dass dort das Porträt von Angela Merkel zu sehen ist, das bald in die Galerie im Kanzleramt gehängt werden soll. Das Museum bietet bis zum 4. Oktober allerdings auch eine neue Sonderausstellung: „Fotografie erzählt Skulptur“. Sie bringt die Skulpturensammlung des Bode-Museums in einen Austausch mit dem bislang wenig bekannten Fotoarchiv des Hauses. „Die seltene Gegenüberstellung von Skulpturen und ihren fotografischen Reproduktionen eröffnet neue Perspektiven auf beide Medien und schärft den Blick für ihre jeweiligen Eigenlogiken“, erklärt das Museum. Der Titel verweist auf „die Geschichte des Sehens von Skulptur“. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägen Fotografien die Vorstellung einer „richtigen“ Ansicht, wie Licht und Perspektive die Wahrnehmung lenken können. Wilhelm von Bode erkannte früh die Bedeutung des Mediums und illustrierte seine „Denkmäler der Renaissance-Sculptur Toscanas“ mit über 500 Fotografien. Systematische Regeln wie freigestellte Figuren, frontale Ansichten und gezielter Lichteinsatz begründeten einen kunsthistorischen Kanon, der bis heute prägend ist.
Weitere Informationen unter: www.smb.museum/museen-einrichtungen/bode-museum
Zeitgenössischer Circus
Das 12. Berlin Circus Festival lädt vom 5. bis 16. August aufs Tempelhofer Feld ein. An zwölf Tagen erwarten das Publikum 20 Produktionen und insgesamt 53 Shows. In vier Zelten und auf der Open-Air-Bühne lädt das Festival dazu ein, renommierte und innovative Stücke aus 13 verschiedenen Ländern zu sehen. Durch Performances, Gespräche und Begegnungen mit einer neuen Generation von Künstlerinnen und Künstlern setzt das Festival in diesem Jahr einen Fokus auf Katalonien. Nach den Aufführungen gibt es Livemusik. Eine Kunstausstellung rundet das Programm ab. „In einer Welt, in der die Grenzen zwischen den traditionellen Künsten zunehmend verschwimmen, hat sich der zeitgenössische Circus als eine kraftvolle und innovative Bühnenkunst etabliert. Das Berlin Circus Festival dient als lebendige Plattform, auf der die Vielfalt und Kreativität dieses Genres voll zur Entfaltung kommen“, beschreibt die Festivalleitung ihr Selbstverständnis.
Karten und Programm im Internet: www.berlin-circus-festival.de
Kulturverführung
Konzert: Mit über 4.000 Konzerten europaweit gehört er zu einem der beliebtesten italienischen Liedermacher. Pippo Pollina besticht durch seine unbändige Kreativität, mit der er seit mehr als 35 Jahren auch seine vielen treuen Fans immer wieder überrascht. Sei es mit lyrischen Balladen, poetischen Protestliedern oder rockigen Songs: Pollinas Sprache bleibt immer zart. Im Dezember erschien sein neues Album „Fra guerra e pace“. Am 7. August kommt Pippo Pollina nun mit seinem Palermo Acoustic Quintet nach Berlin. Internationales Kultur-Centrum Ufa-Fabrik, Viktoriastraße 10-18, 12105 Berlin, Informationen und Karten: www.ufafabrik.de
Ausstellung: Wie verändern sich Erinnerung und Vergessen im Spannungsfeld von Desinformation, digitalen Technologien und politischen Interessen? Mit dieser Frage beschäftigt sich bis zum 11. Oktober die Ausstellung „After Memory“. „Im Fokus steht das subversive Potenzial neuer Formen des Erinnerns und die Frage, wie wir in Zukunft mit Erinnerung umgehen werden“, erklärt Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann dazu. Die internationale Gruppenausstellung versammelt Werke von Noor Abuarafeh, Heba Y. Amin, Maria Thereza Alves, Aram Bartholl, Taysir Batniji, Giselle Beiguelman, Zach Blas, Karolina Grzywnowicz, Ana Hupe, Eduardo Kac, Aline Motta, Rabih Mroué, Vanessa Amoah Opoku und Federico Protto. Der Eintritt ist frei. Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin, weitere Informationen unter: www.kunstraumkreuzberg.de
Lesung: Das Literarische Colloquium Berlin feiert drei Debütromane, an denen in seiner Autorinnen- und Autorenwerkstatt 2023 gearbeitet wurde. Alisha Gamisch folgt in „Parasiti“ (Voland & Quist) den Lebenswegen dreier russlanddeutscher Frauen vom Nowosibirsk der 1960er-Jahre bis ins Fürstenfeldbruck der Gegenwart. In „Gelbe Monster“ (Suhrkamp) schreibt Clara Leinemann über eine Protagonistin, die es mit Hilfe anderer Frauen schafft, eine gewaltvoll gewordene Beziehung zu verlassen. Und Son Lewandowski ermöglicht in „Die Routinen“ (Klett-Cotta) Einblicke ins Leben einer Leistungsturnerin. Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Informationen: www.lcb.de
Theater: Immer wieder Shakespeare und Molière – darum geht es im Amphitheater an der Museumsinsel. „Und alles ist möglich. Mensch wird Tier, Mann wird Frau, Liebe wird Hass und wieder Liebe. Intrigen werden geschmiedet, Rachegelüste befriedigt. Die Fesseln der Phantasie lösen sich, ein Sprung ins Offene – und dann: das volle Leben. In all seinen Farben und Untiefen“, verspricht das Ensemble. Bis Ende September werden unter anderem „Don Juan“ von Molière sowie „Ein Sommernachtstraum“ und „Was ihr wollt“ von Shakespeare gespielt. Monbijou-Theater, Monbijoustraße 3b, 10117 Berlin, Tickets: www.monbijou-theater.com
Martin Rolshausen