Saarbrücken
Einzigartige Jazz-Mischung
Am Freitag, 29. August kommt Nora Kamm um 20 Uhr in die Kettenfabrik in Saarbrücken St. Arnual. Nora Kamm ist eine preisgekrönte deutsche Saxofonistin, Flötistin und Sängerin– 2023 veröffentlichte sie ihr Album One. Damit liefert sie eine kraftvolle Botschaft der Einheit und Stärke. Inspiriert von einer alten Melodie aus Mali erneuert Nora die Tradition mit einem frischen und einzigartigen Saxofonklang, der über die Musikgenres hinausgeht. „Wir sind eins“ ist ein Aufruf, verschiedene Kulturen zu vereinen, aber auch die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden. Geboren in Frankfurt, begann sie im Alter von zwölf Jahren Flöte zu spielen und trat dem Frankfurter Brass Philharmonic Orchestra bei. Fünf Jahre später entdeckte sie das Saxofon und verfiel dem Charme des Jazz. Nachdem sie 2010 nach Lyon gezogen war, trat sie in das Konservatorium von Lyon ein, um Jazz und Komposition zu studieren. Sie wurde schnell zu einer der gefragtesten Saxofonisten in der Region. Tickets 20 Euro, Schüler und Studenten 10 Euro. Vorverkauf: Veras Laden, Arnulfstraße 17, 66119 Saarbrücken, Telefon 0681-856666 oder www.kettenfabrik.de
Zeitgenössischer Blues
Im Rahmen des Homburger Musiksommers gibt die Blues Company am Freitag, 8. August, ein Konzert auf dem Historischen Marktplatz. „White man can’t play the blues“ – über dieses Klischee kann Todor Todorovic nur müde schmunzeln. Kein Wunder: 48 Jahre nach dem ersten Auftritt, 4.500 erfolgreich absolvierten Konzerten und 35 preisgekrönten Album-Veröffentlichungen wird der Blues in Deutschland von keiner anderen Band so erfolgreich repräsentiert wie von Tosho und seiner Blues Company. Diese Band ist zum Synonym geworden für zeitgenössischen Blues, denn die Blues Company hat sich nie als Lordsiegelbewahrer dieser Musik verstanden, sondern hat von Anfang an auf eigene Kompositionen gesetzt. Ein weiterer, sehr wichtiger Baustein der Blues Company ist die personelle Kontinuität: Gitarrist und Sänger Mike Titré ist bereits seit 1980 Toshos kongenialer Partner. Florian Schaube (Drums) und Arnold Ogrodnik (Bass) sind seit über 15 Jahren die Groove-Garanten der Band. Los geht’s um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Kulturverführung vom 25. Juli 2025
Kunst im TV: Ich habe es an dieser Stelle schon gesagt, Fernsehen macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger. Punkt. Ich würde ARD und ZDF nicht vermissen, wenn sie morgen nicht mehr da wären. Ich würde, wenn 3sat und Arte morgen nicht mehr da wären, auf die Barrikade gehen. Einmal stand im Raum, dass 3sat weggespart werden sollte. Ich wollte schon mit dem Barrikadenbau beginnen. Die Wiederholung von Filmen potenziert sich, da diese auf allen Sendern und Sendeplätzen wieder auftauchen– Film-Wiedergänger. Erstausstrahlungen sind TV-Premieren. 3sat zeigte die fünfteilige Doku-Reihe „Das Geheimnis der Meister“ als Erstausstrahlung. Kunsthistorikerin Bianca Berding begibt sich mit einem Team auf eine detektivische Spurensuche. Im Mittelpunkt einer Folge steht ein Meisterwerk der Malerei. Mittels Technologie wird analysiert: Welche Farben wurden verwendet? Was zeichnet Pinselstrich, Lichtstimmung und Farbgebung aus? Wurde übermalt oder retuschiert? Danach kopiert Kunstmaler Tim Ernst das Werk. Sein Ergebnis wird dem Original im Museum gegenübergestellt. Wird „Das Geheimnis der Meister“ auf diesem Weg geradezu zerstört? Entscheiden Sie! Ich habe die Folgen „Klimt – Judith I“ und “Beckmann – Selbstbildnis mit Sektglas“ gesehen. Sophie Taeuber-Arp, Maria Sibylla Merian, Lucas Cranach warten. „Das Geheimnis der Meister“, alle Folgen bis 30. Juni 2027 in der 3sat-Mediathek.
Kino im TV: Manche Filmkunstwerke, Musikstücke, Bücher oder Gemälde, die wir heute besonders schätzen, floppten zu ihrer Entstehungszeit beim zeitgenössischen Publikum. Das können wir uns heute kaum vorstellen, umso interessanter ist, wenn Historiker die Gründe erforschen. Ebenso spannend ist, wenn ein Werk kontrovers diskutiert wird. Dass „Modern Times“ von Charlie Chaplin zu seiner Zeit Kontroversen auslöste, lässt sich leicht nachvollziehen, geht es doch um Revolte der Arbeitsverhältnisse wegen. Die Fließbandarbeit in einer großen Produktionsanlage sollte das Arbeiten rationalisieren und den Menschen gleich mit dazu. Ich durfte bei Ford in Saarlouis einmal bei der Entstehung eines Autos zusehen. Das ist spannend. Ich weiß auch, dass die Zeit nicht stehen bleibt und keiner so recht weiß, wo die „Modern Times“ sich derzeit befinden. Charlie Chaplin drehte seinen Film „Modern Times“ 1936. Dass der Tonfilm zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre bestand, habe ich in einer Dokumentation erfahren. Die Arte-Mediathek verwöhnt uns mit Chaplin-Filmen. Von mir aus soll’s regnen. „Rampenlicht“, „The Kid“, „Der Zirkus“, „Die Nächte einer schönen Frau“, „Lichter der Großstadt“, „Monsieur Verdoux“, „Ein König in New York“ „Ein Hundeleben“ „Moderne Zeiten– Der Abschied vom Stummfilm“, Arte-Mediathek, verfügbar bis zum 29. November 2025 Michaela Auinger